FUSSBALL
Arminia will Klassenerhalt in Pfeddersheim endgültig sichern
Die Rede ist von Jamie Tahedl. Der 22 Jahre alte Allrounder hat eine schwere Augenverletzung überwunden und ist dabei, langsam wieder Fuß zu fassen. Dabei begann die Spielzeit des gebürtigen Ludwigshafeners, der in der dritten Saison für die Arminia spielt und bislang 47 Oberligapartien für den FCA bestritt, ideal. Von den ersten 14 Begegnungen machte er zwölf mit und stand sieben Mal in Folge in der Startformation. In seinen beiden vorerst letzten Partien in Dudenhofen und gegen Morlautern hatte Tahedl jeweils das 1:0-Siegtor vorbereitet. Doch dann begann eine lange Leidenszeit, die den Rechtsfuß weit zurückwarf.
„Mir ist ein Metallstück ins Auge geflogen, und ich musste operiert werden. Ein Arbeitsunfall“, schildert Tahedl den Grund für die Zwangspause. Er habe keine Schmerzen gehabt und sei nur wegen schwarzer Flecken in der Linse zum Arzt gegangen. Er bekam eine künstliche Linse und komme ganz gut klar damit, zumal das gesunde Auge vieles ausgleichen könne. „Am Anfang habe ich bei hohen Bällen Schwierigkeiten gehabt, oder auch, wenn die Sonne tief steht“, sagt der Mann mit der Nummer 11. Der Anlagenmechaniker, der kurz vor dem Abschluss seiner Lehre steht, musste wegen der Operation seine Prüfung in den Juni verschieben.
Tahedl fühlt sich pudelwohl bei der Arminia
Jamie Tahedl, der bei Alemannia Maudach mit dem Fußball begann und von einem Scout des FCK bei einem Turnier gesichtet wurde, kam über die Stationen 1. FC Kaiserslautern und Wormatia Worms 2020 mit 19 Jahren zur Arminia. „Ich habe mich noch nie wohler gefühlt, als im Moment. Verein und Trainer passen und innerhalb der Mannschaft verstehen wir uns super. Wir sind eine Einheit, noch dazu eine mit hoher spielerischer Qualität“, beschrieb der Ludwigshafener einst seine Gefühlslage.
Gegen Kirchberg feierte die stämmige und dynamische Vielzweckwaffe ein gelungenes Comeback, zählte erstmals seit Mitte November wieder zur ersten Elf. „Jamie hat prima gespielt. Ich habe ihn auf die Acht gestellt, weil er da kurze Wege hat und seine Zweikampfstärke zum Tragen kam“, sagt Trainer Andreas Brill. Bis auf Innenverteidiger, Mittelstürmer und Torwart hat der noch bis 2024 unter Vertrag spielende Tahedl schon alle Positionen bekleidet. Brill sieht ihn als wertvolle Kraft für den Endspurt in der Abstiegsrunde. „Er lebt von seiner Mentalität und Fitness“, verdeutlicht Brill. Nicht umsonst hatte ihn Ex-Trainer Marco Laping als „Maschine“, bezeichnet, was als Kompliment zu werten ist.
Körperlich robuster Spieler
Zweimal wurde Tahedl, der angibt, keine Lieblingsposition zu haben, ein- und wieder ausgewechselt. Das war im Hinspiel in Kirchberg und in Ahrweiler. Einmal musste er nach 29 Minuten wieder raus, das andere Mal nach 23. Eigentlich die Höchststrafe für einen Fußballer. „Der Trainer hat direkt nach dem Spiel das Gespräch gesucht und mir gesagt, dass er es bedauere. Es habe jedoch taktische Überlegungen gegeben“, erläutert Tahedl, der ein gutes Tempodribbling hat, körperlich stabil und gut im Eins-gegen-eins ist. Wirbel hätte er wohl sowieso nicht gemacht, das passt nicht zu dem jungen Mann, der ein angenehmer Zeitgenosse ist.
Viel mehr rätseln der Spieler und sein Trainer über die frappierende Heimschwäche. Von den vergangenen sieben Partien vor eigenem Publikum wurde nur eine gewonnen. „Das ist mir unerklärlich“, sagt Tahedl. Brill ist ähnlich ratlos: „Eine plausible Antwort, warum das so ist, kann ich nicht geben.“ Da ist es ganz gut, dass die Partie am Freitag auswärts stattfindet, zumal das Glas für den Coach nicht halb leer (Heimschwäche), sondern halb voll (seit fünf Partien ungeschlagen) ist. 16 Tore aus den letzten fünf Begegnungen können sich sehen lassen. Außerdem kämen nach und nach die verletzten Akteure zurück, sodass sich der Kader wieder fülle.