FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Arminia Ludwigshafen bleibt zuhause weiter sieglos

Bezeichnend: Bastian Hommrich (links) und David Braun (vom Pfosten verdeckt) von der Arminia bekommen den Ball nicht im von Kirc
Bezeichnend: Bastian Hommrich (links) und David Braun (vom Pfosten verdeckt) von der Arminia bekommen den Ball nicht im von Kirchbergs Pascal Eder (im Vordergrund) gehüteten Tor unter.

Der Klassenerhalt in der Oberliga ist nach den letzten beiden Auswärtssiegen bereits in trockenen Tüchern. Aber vor eigener Kulisse tut sich der FC Arminia Ludwigshafen weiterhin schwer. Auch gegen den abstiegsbedrohten TuS Kirchberg kamen die Gastgeber nicht über ein 3:3 (1:2) hinaus.

Fabian Herchenhan wirkte am Ende ein wenig fassungslos. Dem 32-Jährigen war die Enttäuschung über den erneuten Punktverlust deutlich anzusehen. „Es ärgert mich schon, dass wir bei solchen Spielen gefühlt einen doppelten Aufwand betreiben müssen, um zum Torerfolg zu kommen“, haderte Herchenhan, der wieder einmal in der Viererkette als Abwehrchef zu überzeugen wusste. „Es ist auffällig, dass wir sehr viel investieren müssen, um zu unseren Toren kommen“, sagte Arminen-Trainer Andreas Brill. Die Gründe liegen wohl im mentalen Bereich. „Wenn man mit einem Vorsprung von 15 Punkten am Ende wegen des Torverhältnisses in die Abstiegsrunde muss, dann geht das nicht spurlos an einem vorbei. Wir haben lange gebraucht, bis wir wieder da waren, wo wir sein wollen“, bestätigt Herchenhan.

Während die Arminia auswärts und besonders auf den Kunstrasenplätzen der Gegner ihren technisch geprägten Spielstil erfolgreich umsetzen kann, tut sie sich auf dem eigenen Grün deutlich schwerer. Trotz der Bemühungen der Stadt in Sachen Pflege freue man sich schon auf den künftigen Kunstrasenplatz. Allerdings wollten das weder Brill noch Herchenhan als Ausrede gelten lassen. „Es ist aber so, dass die Mannschaft dadurch viel investiert, aber sich nicht belohnen kann“, meinte der Abwehrchef. Sein Ärger lag auch darin begründet, dass der Routinier in der Nachspielzeit im Strafraum gefoult worden war und der erhoffte Elfmeter ausblieb. Das ließ auch Andreas Brill nicht auf sich sitzen und suchte das Gespräch mit dem Linienrichter. „Sie haben mir den Kontakt des Gegenspielers bestätigt, aber sie sahen keinen ausreichendes Vergehen für einen Elfmeter“, sagte Brill.

Eigene Fehler sofort bestraft

In der Nachspielzeit köpfte Piero Adragna nach einem Eckball von David Braun das Leder auch noch hauchdünn am Tordreieck vorbei. Es wäre zu diesem Zeitpunkt auch die verdiente Führung gewesen. So waren die Gastgeber in der zweiten Hälfte die spielbestimmende Mannschaft, sie nutzten nur ihre Chancen nicht.

Dagegen bestrafte der Gegner aus dem Hunsrück stets die Fehler der Hausherren und legte jeweils vor. Das war auch schon unmittelbar nach dem Anpfiff so. So gingen die Hunsrücker bereits in der dritten Minute durch Florian Daum überraschend mit 0:1 in Führung. „Da haben wir einfach wieder geschlafen“, kritisierte Brill seine Akteure. Es dauerte nicht lange und in der stärksten Phase der ersten Hälfte glich der agile David Braun zum 1:1 (17.) aus. Nach dem Ausgleich „plätscherte die Partie vor sich hin“, wie es der in Böhl-Iggelheim lebende Trainer in seiner Analyse beschrieb. Ganz bitter war deshalb auch die erneute Führung der Gäste, nachdem Markus Schmitt den Ball in der eigenen Defensive nicht unter Kontrolle brachte und Erik Milz (33.) zu erneuten 1:2 Führung traf.

Arminia beweist Moral

In der Pause stellte Trainer Andreas Brill taktisch um und schickte in einem Doppelwechsel Giuliano Cultrera und Nico Pantano für Markus Schmitt und Fabrizio Moncada auf den Rasen. Es kam deutlich mehr Schwung ins Spiel, die Gastgeber agierten souveräner und abgeklärter. So traf der quirlige Piero Adragna nach einem Zuspiel von Nico Pantano zum erneuten Ausgleich (2:2, 56.). Wieder kamen die Gäste durch einen Fehler der Gastgeber zurück. Jonas Heiner brachte Kirchberg mit dem 3:2 (64.) erneut in Führung, ehe Lukas Hartlieb per Kopf nach einem Eckball von David Braun mit dem 3:3-Ausgleich noch einen Punkt rettete.

Auch wenn das Remis am Ende zu wenig war, sah Brill positive Ansätze. „Die Jungs haben Moral bewiesen. Sie lagen dreimal hinten und sind dreimal zurückgekommen. Uns hat letztlich das Quäntchen Glück zum Sieg gefehlt“, sagte Brill. Der 37-Jährige geht daher auch optimistisch in die nächste Partie, wenn die Arminia am kommenden Freitagabend beim Tabellenzweiten TuS Pfeddersheim antritt: „Wir haben zuletzt nur durch einen Elfmeter mit 1:0 gegen sie verloren. Deshalb wollen wir uns jetzt die drei Punkte zurückholen.“

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