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Donnerstag, 03. Januar 2019 Drucken

Ludwigshafen

Wohnungen statt Sammelunterkünfte

Verein „Respekt: Menschen!“ fordert mehr Platz für Flüchtlingsfamilien – Großes Kakerlakenproblem im Rampenweg

Die Sammelunterkunft im Rampenweg hat ein großes Außengelände.

Die Sammelunterkunft im Rampenweg hat ein großes Außengelände. ( Archivfotos: KUNZ (2)/evo)

Auf der Internetseite des Vereins „Respekt: Menschen!“ plädiert die Vorsitzende Marianne Speck an die Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD), leer stehende Wohnungen, die die Stadt angemietet hat, an Flüchtlingsfamilien zu übergeben, die derzeit auf engem Raum in Sammelunterkünften leben. Speck und die stellvertretende Vorsitzende, Brigitte Eckhardt, kritisieren, dass Geflüchtete in Sammelunterkünfte eingewiesen werden, obwohl es freie Wohnungen gibt, zum Beispiel in den sogenannten Punkthäusern.

Speck und Eckhardt zufolge haben 728 Flüchtlinge, die in Sammelunterkünften leben, einen Aufenthaltstitel und sind damit berechtigt, sich eine Wohnung in der Stadt zu suchen. Freie bezahlbare Wohnungen seien aber Mangelware in Ludwigshafen.

Die Familie H. wohnt nach Angaben von Marianne Speck bereits seit über zwei Jahren in sehr beengten Verhältnissen in einem Appartement im Rampenweg. Die Frau sei schwanger. Eine Familie aus Afghanistan mit bald drei Kindern lebt auf 30 Quadratmetern inklusive Bad, Küche und Flur. Die Kinder von Frau R. seien inzwischen neun und 16 Jahre alt, sodass es auch dort sehr eng zugeht. „Bei der bestehenden Wohnungsnot wäre es gut, wenn alle Wohnungen in der Stadt genutzt werden könnten“, fordert Speck. Wenn jemand schon eine Wohnung habe, sei zudem die Chance größer, auch bei der Wohnungsbaugesellschaft GAG oder anderen eine Bleibe zu bekommen. „Eine richtige Wohnung ist ein wichtiger Faktor der Integration“, sagt Speck. Beide Vereinschefinnen beklagen, dass die Stadt durch die Vermietung der Appartements in Sammelunterkünften an Geflüchtete beachtliche Mieteinkünfte einnimmt. Speck und Eckhardt beziffern diese zum Beispiel für den vergangenen Oktober auf rund 166.000 Euro. Mit diesen Einnahmen sollten nach Ansicht der Aktivistinnen die Sammelunterkünfte nach und nach renoviert werden. Speck spricht zum Beispiel von einem großen Kakerlakenproblem in der Einrichtung am Rampenweg.

Trotz der isolierten Lage zwischen Schrottplätzen lobt die Ärztin die Rheingönheimer Unterkunft. Es gebe draußen viel Platz zum Spielen und einen guten Austausch zwischen den Familien. „Das ist wie ein kleines Dorfleben. Die Menschen helfen sich gegenseitig.“ Speck wünscht sich, dass der Aufenthalt in den beengten Sammelunterkünften auf ein Jahr begrenzt sein sollte.

In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses berichtete die Verwaltung, dass aktuell knapp 1600 Geflüchtete in Ludwigshafen untergebracht sind. Diese Menschen leben in städtischen Unterkünften und Wohnungen sowie in Wohnungen, die die Verwaltung von privat angemietet hat. 867 dieser Flüchtlinge sind leistungsberechtigt nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Die Verwaltung hat auf Anfrage bestätigt, dass der Stadt in den vergangenen Jahren über 2000 Personen zugewiesen wurden. „Aber nicht alle diese Menschen müssen und mussten untergebracht werden“, erläutert eine Sprecherin. Einige seien bei Verwandten oder Bekannten, Partnern oder Freunden untergekommen. Auch versuchten einige Menschen, noch während des laufenden Asylverfahrens oder nach positivem Abschluss selbst eine Unterkunft zu finden und diese zu bezahlen, sobald sie eine Beschäftigung gefunden haben, ergänzt die Stadtsprecherin. Zudem seien seit 2015 insgesamt 492 Personen „einer Ausreiseaufforderung nachgekommen“. Weitere 195 hätten sich abgemeldet. Auch diese seien vermutlich ausgereist. Ehemalige Asylberechtigte, die in Deutschland umziehen, werden von der Ausländerbehörde nicht erfasst. Nils erklärt

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www.respekt-menschen.de

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