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Mittwoch, 11. September 2019 - 12:50 Uhr Drucken

Ludwigshafen-Ticker

Ludwigshafener Hochstraße Süd: Weitere Risse entdeckt

Stau an der Abfahrt der Südtrasse in die Innenstadt.

Stau an der Abfahrt der Südtrasse in die Innenstadt. ( Foto: ier)

Bei der aktuell laufenden Überprüfung der „Pilzkonstruktionen“ an der Hochstraße Süd (B37) haben Gutachter und Stadtverwaltung in den vergangenen Tagen weitere Rissveränderungen am Bauwerk festgestellt. Das hat die Verwaltung auf RHEINPFALZ-Anfrage mitgeteilt. Neben den bereits bekannten Vergrößerungen vorhandener Risse an der „Pilz 12“ genannten Stützkonstruktion sind auch bei den „Nachbarpilzen“ 11 und 13 gravierende Rissveränderungen aufgetreten. Dies bedeute, dass das komplette, aus mehreren „Pilzen“ bestehende Bauwerk von den Schäden betroffen ist. Am Mittwochmorgen wurden mit Kernbohrungen Betonproben entnommen, die nun ausgewertet werden. Die Untersuchungen zeigten darüber hinaus kleinere Rissveränderungen an „Pilz 10“. Weitere Sperrungen, die den Verkehr betreffen, müssten jedoch nicht vorgenommen werden.

500-Meter-Teilstück seit 22. August gesperrt

Am 22. August war bei Kontrollen im „Pilz 12“ festgestellt worden, dass sich vorhandene Risse im Millimeterbereich deutlich vergrößert hatten. Weil die Ursache dafür unklar ist, sperrte die Stadtverwaltung noch am selben Tag aus Sicherheitsgründen das 500 Meter lange Teilstück „Pilzhochstraße“ der Hochstraße Süd für den Verkehr. Auch die Flächen unter dem Bauwerk wurden gesperrt. Nachdem das neue Schadensbild aufgetreten war, veranlasste die Stadtverwaltung zudem umgehend eine komplette Überprüfung des von 27 „Pilzen“ getragenen Bauwerks sowie eine gutachterliche Nachberechnung, die Aussagen zu Ursachen und Auswirkungen des neuen Schadensbilds treffen soll.

Aufwendiges Verfahren

Voraussichtlich Ende des Monats liegen die Ergebnisse der gutachtlichen Untersuchung der Schäden vor. Dafür analysieren und berechnen Brückenspezialisten die Frage, inwieweit das statische System der „Pilzhochstraße“ weiter geschwächt ist. Damit verbunden sind Aussagen über die statische Tragfunktion der „Pilz“-Stütze. Dieses Prüf- und Bewertungsverfahren, das durch externe Fachleute vorgenommen wird, sei sehr aufwendig und nehme einige Zeit in Anspruch. Erst dann könne entschieden werden, wie es mit der „Pilzhochstraße“ weitergeht.

„Ergebnis gründlicher Abwägungen“

Die Stadtverwaltung Ludwigshafen hatte nach Bekanntwerden der Rissveränderungen am 22. August ihr Notfallkonzept umgesetzt. Dazu gehören Anpassungen und Empfehlungen für den überörtlichen und den innerörtlichen Verkehr, der weitgehend über die Innenstadt sowie die ebenfalls marode Hochstraße Nord (B 44) umgeleitet wird. Die Verkehrslage werde täglich beobachtet und – wo immer möglich – würden weitere Maßnahmen zu Verbesserungen des Verkehrsflusses geprüft und umgesetzt.

Verwaltung bittet um Verständnis

Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis für die Unannehmlichkeiten. Ihr sei bewusst, dass die Teilsperrung der Hochstraße Süd zahlreichen Menschen viel Geduld abverlange. Die Sperrung diene jedoch der Sicherheit aller. „Sie ist das Ergebnis gründlicher Abwägungen und Bewertungen durch städtische und externe Brückenexperten“, heißt es aus dem Rathaus. Normalerweise überqueren Süd- und Nordtrasse täglich im Schnitt 100.000 Fahrzeuge. Sie sind zentrale Verkehrsachen in der Region und verbinden die Vorderpfalz über Konrad-Adenauer- und Kurt-Schumacher-Brücke über den Rhein mit Mannheim.

|Steffen Gierescher (ier)

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