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Freitag, 16. März 2018 Drucken

Ludwigshafen: Lokalsport

Grillparty in „Eberthölle“

Von Marek Nepomucký

Vorbildlich: David Schmidt (rechts) erzielte neun Tore für die Eulen Ludwigshafen gestern gegen die HSG Wetzlar. Er ging aber auch mit einer unglaublichen Einstellung voran.

Vorbildlich: David Schmidt (rechts) erzielte neun Tore für die Eulen Ludwigshafen gestern gegen die HSG Wetzlar. Er ging aber auch mit einer unglaublichen Einstellung voran. ( Foto: KUNZ)

Handball: Die Eulen Ludwigshafen beenden ihre Serie von 17 Spielen ohne Sieg in der Bundesliga. Das Team bezwingt die HSG Wetzlar mit 31:29 (10:15) vor 2294 begeisterten Zuschauern. Beim „Ein-Euro-Spiel“ setzt lange Zeit kein Fan einen Euro auf die Eulen.

«Ludwigshafen.» Es waren herzliche Worte. „Die Eulen haben eine unglaubliche Moral. Sie schauen immer nach vorne. Hier wird sensationelle Arbeit geleistet. Ich kenne das Gefühl, wenn man immer verliert. Das macht irgendwann keinen Spaß. Aber heute hat man gesehen, dass die Mannschaft lebt. Sie hat immer weiter gemacht“, sagte Kai Wandschneider.

 

Die Lobeshymnen des Trainers der HSG Wetzlar auf die Arbeit bei den Eulen Ludwigshafen gestern nach der 29:31 (15:10)-Niederlage seiner Mannschaft beim Bundesliga-Aufsteiger waren eine Art Ritterschlag für die Eulen-Verantwortlichen. Denn Wandschneider war vergangene Saison Trainer des Jahres in der Handball-Bundesliga. Der 58 Jahre alte HSG-Coach ist ein Trainerfuchs. Ein Trainer mit Stil. Ein Gentleman. Er kennt das Geschäft wie kaum ein anderer. Seit über 30 Jahren ist Wandschneider Handball-Trainer. Er coachte viele Jahre den TSV Dormagen und ist seit 2012 bei der HSG Wetzlar.

Ein Sieg der Moral

 

Es war in der Tat ein Sieg der Moral. Bis zur 45. Minute sah Wetzlar wie der sichere Sieger aus. Alles deutete auf das 18. Spiel in Folge ohne Sieg für die Eulen hin. „Es war ja heute das Ein-Euro-Spiel. Ich weiß nicht, ob ein Eulen-Fan bis zur 45. Minute einen Euro auf sein Team gesetzt hätte“, sagte Björn Seipp, Geschäftsführer der HSG Wetzlar. Doch was ab der 45. Minute geschah, glich einer kleinen Sensation. Die Eulen machten einen 20:25-Rückstand wett – und drehten die Partie. Die Eulen „grillten“ die Hessen regelrecht in den letzten 15 Spielminuten. „Das war eine der härtesten Niederlagen, die ich erlebt habe“, gab daher Seipp zu.

 

Einer, der maßgeblich zu dieser „Grillparty“ beitrug, war David Schmidt. Der stellvertretende Kapitän der Eulen erzielte neun Tore – war bester Spieler auf dem Platz. „Was in der Halle los war, war unglaublich. Wir wurden von der Stimmung getragen. Normalerweise nehme ich diesen Lärm nicht wahr. Ich kann das ausblenden, aber was heute los war, habe ich noch nie erlebt“, sagte Schmidt. Die Eberthalle wurde zur „Eberthölle“. Die 2294 Zuschauer flippten aus. Denn die Mannschaft legte eine fabelhafte Aufholjagd hin, die dann auch belohnt wurde. „Ab der 55. Minute war ich mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen“, verriet Schmidt. Eine kühne Aussage, denn zu diesem Zeitpunkt lag die Mannschaft mit 27:29 zurück. Doch dann passte alles – Kevin Klier parierte einen Siebenmeter und vorne versenkten die Eulen die Chancen. „Jedem war klar, dass wir gewinnen müssen, wollen wir drin bleiben. Die Dippe-Humba nach dem Spiel war dann Genuss pur, obwohl ich mich kaum bewegen konnte“, sagte Schmidt.

 

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