Handball RHEINPFALZ Plus Artikel TV Offenbach verliert gegen Nieder-Olm

Tino Gläßgen hat noch Nieder-Olms Torhüter Luis Friedrich vor sich. Rechts Lukas Nagel.
Tino Gläßgen hat noch Nieder-Olms Torhüter Luis Friedrich vor sich. Rechts Lukas Nagel.

Mit 31:35 (15:17) verliert Handball-Oberligist TV Offenbach gegen den TV Nieder-Olm. Mit nur neun Feldspielern zeigen die Gäste das Spiel, das die 350 Zuschauer sonst vom TVO gewohnt sind, spielen schnell und schnörkellos nach vorne – und das sehr zum Leid von TVO-Trainer Tobias Job.

„Zu Hause gefühlt 15 Konter-Gegentore zu bekommen, ärgert mich heute am meisten“, sagte Job nach Abpfiff und ließ die starke Anfangsphase des TVO Revue passieren: „Wir sind eigentlich gut im Spiel, haben Tempo. Dann bauen wir den Gegner auf.“

4:1 lag der Offenbach vorne, erzielte drei Tore über die zweite Welle oder per schnelles Anspiel auf Rechtsaußen Tino Gläßgen. Nach fünf Minuten narrte dann Philipp Mohra bei einem Freiwurf unter Zeitspiel die Mauer, prellte seitlich dran vorbei und stieg erst dann hoch – 5:1. Wie der TVO den Gegner, der laut Job „von der personellen Qualität zu den besten Vier der Liga gehört“, aufbaute? Er bekam die Rückraumwürfe wie bereits gegen Worms und in Kastellaun nicht in den Griff. Allen voran der großgewachsene Niklas Glindemann (6 Treffer) und Top-Werfer Niclas Josten (10/2) trafen in der Folge. Josten egalisierte aus der Distanz nach 13 Minuten zum 7:7.

Die Gäste profitieren von Fehlpässen

Bis zum 13:13 (25., wieder Josten, wieder Rückraum) nahmen sich beide Teams nichts. Der TVO legte vor, Nieder-Olm zog nach. Das 13:14 nach Offenbacher Auszeit bedeutete dann die erste Gästeführung, die Kreisläufer Kevin Knieps in Überzahl mit einem Heber gegen den eingewechselten Felix Müller im Tor auf 13:16 ausbaute (28.). Mit dem Pausenpfiff konnte Mario Fuchs vom Anspielpunkt ins leere Tor treffen, das 16:17 zur Pause hielt den TVO in direkter Schlagdistanz.

Im zweiten Durchgang nahm die Offenbacher Niederlage ihren Lauf. Die Gäste profitierten von Fehlpässen und technischen Fehlern, liefen ein ums andere Mal frei auf das Offenbacher Tor zu. Aus einem 16:20 (35.) wurde ein 18:23 (40.) und nach TVO-Timeout gar ein 21:27 (45.).

Walch: Laufwege über die Mitte weggenommen

„Wir haben am Anfang Dinge nicht gut, aber nicht grundsätzlich schlecht gemacht“, erklärte Roman Walch, der in Vertretung von Trainer Jan Ludwig auf der Nieder-Olmer Bank saß. Sein Team habe dem TVO die Laufwege über die Mitte weggenommen, sich selbst Möglichkeiten geschaffen, schnelle Tore zu erzielen. „Wir haben das hinten im Gegensatz zu anderen Spielen wirklich gut gemacht“, lobte Walch seine junge Mannschaft, in der vier von neun Feldspielern A-Jugendliche waren.

In der Schlussphase deckte der TVO offensiver, nahm im Rückraum Josten und den agilen Lukas Nagel raus. Über Siebenmetertore von Maximilian Daum (mit 12/4 bester Offenbacher) und einem Torwarttreffer von Müller ackerten sich die Hausherren wieder ran, 27:29 (51.). Jedoch: Immer wenn der TV Offenbach auf zwei Treffer dran war, kassierte er im Gegenzug gleich wieder ein Gegentor. Jostens Tor zum 29:33 (55., Siebenmeter) zog dem Spiel dann final den Stecker.

Job: Selbst runtergezogen

„Ich bin vom Rückzugsverhalten sehr enttäuscht. Das in Kombination mit dem Kreisläuferspiel und den Kreuzungen hat uns das Spiel gekostet“, resümierte Job. „So ziehen wir uns selbst runter“ . Mit dem Sieg rückt Nieder-Olm auf zwei Punkte an die Südpfälzer heran, der TVO bleibt mit jetzt 21:15 Zählern auf Rang 7.

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