Handball
TV Offenbach kommt nicht ins Tempo und verliert
Während Aufsteiger SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam den nächsten Sieg in der Handball-Oberliga feiert (26:24 in Zweibrücken gegen die VTZ), kassiert der TV Offenbach zu Hause gegen die HSG Rhein-Nahe Bingen die dritte Niederlage in Serie. Mit 22:26 (11:16) zieht der TVO vor 270 Zuschauern den Kürzeren.
Eine einzige Führung hatte der TVO, das 1:0 durch Tino Gläßgen in der ersten Minute. Danach waren die Gäste am Drücker. Durch ihren torgefährlichen Rückraumspieler Henrik Walb, der immer wieder aus der Distanz erfolgreich war, wuchs der Vorsprung der Gäste auf 5:1 (9.) an. TVO-Trainer Holger Schwab legte die Auszeitkarte auf den Zeitnehmertisch und wechselte gleich dreimal: Sebastian Mohra, Nico Bader und Niklas Klein sollten im Rückraum für mehr Gefahr im Angriff sorgen.
Früh mit siebtem Feldspieler
Davon war zunächst allerdings wenig zu sehen. Die Hausherren mühten sich, spielten lange Angriffe und trafen teilweise erst bei angezeigtem Zeitspiel. Nach dem 4:8, einem präzisen Unterarmwurf von Bingens Sebastian Diehl (14.), brachte Schwab wie bereits in Homburg früh den siebten Feldspieler. Der TVO agierte fortan mit zwei Kreisläufern. Bingens Keeper Niklas Weißbrod – in der Vorsaison berufsbedingt Trainingsgast in Offenbach – bestrafte einen Ballverlust direkt mit dem 4:9 ins verwaiste TVO-Tor. Florian Pfaffmann vereitelte später einen zweiten Treffer seines Torhüter-Kollegen (24.).
Mit Maximilian Daum in Schlagdistanz
Bis zur Halbzeit konnte der TVO auch mit dieser Angriffsvariante nicht richtig verkürzen. Beim 11:14 nach Bingener Auszeit durch Philipp Mohra (27.) war der TVO erstmals wieder auf drei Tore dran. Erst im zweiten Durchgang wurden die Gastgeber effektiver: Maximilian Daum, der viel für den gesundheitlich angeschlagenen Niklas Klein spielte, drehte auf und traf fünfmal in den ersten 14 Minuten der zweiten Spielhälfte. Er war es auch, der die Offenbacher wieder auf 18:20 (44.) in Schlagdistanz brachte.
Die Halle war wieder da, aber auf dem Feld kam der TVO nicht richtig in weitere Tempophasen, um weiter Druck aufzubauen. Bingen traf selbstbewusst aus dem Rückraum und zog Angriff um Angriff wieder auf 18:24 (51.) weg. Erst beim 19:26 fünf Minuten vor dem Ende traf der TVO wieder ins Tor, der eingewechselte Bingener Luca Korbion zeigte in der Zwischenzeit gute Paraden.
Die Trainerstimmen
„Wir waren mit zwei Niederlagen in Folge angereist und hatten Respekt vor der schweren Auswärtsaufgabe Offenbach“, sagte Bingens Coach Markus Herberg. Sein Team habe das Tempospiel des TVO gut unterbunden und über eine starke Abwehr den Weg ins Spiel gefunden. Holger Schwab sah in der ersten Hälfte zu viele Fehlwürfe seiner Mannschaft, vielleicht auch „weil der Torwart hier eine Zeit lang mittrainiert hat. Dann gab es aber ein Aufbäumen und wir sind drangekommen, haben es aber einfach nicht gepackt, das Spiel zu drehen.“
So spielten sie
TV Offenbach: Pfaffmann (Müller ab 30.) – Daum (6), Lukas Klein (1), Philipp Mohra (1) – Gläßgen (3), Kunz (5/2) – Fuchs (2) – Sebastian Mohra (4), Bader, Niklas Klein, Gensheimer, Benz, Felix Klein
HSG Bingen: Weißbrod (1) (Korbion ab 43.) – Sturm (7/2), Diehl (2), Walb (9/1) – Adenau (1), Lang (4) – Schneider – Woog, Michel (1), Sommer, Klug (1), Hochstetter, Dziunczik.
Spielfilm: 1:5 (9. Minute), 4:10 (17.), 9:13 (22.), 11:16 (Halbzeit), 16:19 (39.), 18:20 (44.), 18:26 (54.), 22:26 (Ende) - Zeitstrafen: 2:1 – Siebenmeter: 2/2 – 5/3 – Beste Spieler: Maximilian Daum – Walb, Sturm – Zuschauer: 270 – Schiedsrichter: Weißbrod/Egler (Köllertal/Nordsaar)