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Kreis Germersheim

Feuer und Flamme für den Feuerlöscher

Von Maren Stubenrauch

Fettexplosion: Nur wenige Tropfen Wasser genügen, um heißes, brennendes Fett zur Explosion zu bringen. Das Volumen der Flamme vergrößert sich um das 1700-fache.

Fettexplosion: Nur wenige Tropfen Wasser genügen, um heißes, brennendes Fett zur Explosion zu bringen. Das Volumen der Flamme vergrößert sich um das 1700-fache. ( Foto: Iversen)

Feuerwehrmann Arthur Steil zeigt einen Feuerlöscher der Löschgruppe A im Einsatz. Er ist zum Löschen von festen Stoffen geeignet.

Feuerwehrmann Arthur Steil zeigt einen Feuerlöscher der Löschgruppe A im Einsatz. Er ist zum Löschen von festen Stoffen geeignet. ( Foto: Nersen)

KREIS GERMERSHEIM: Morgen ist der Tag des Feuerlöschers. Neben seinem historischen Bezug, da vor 155 Jahren der erste Feuerlöscher patentiert wurde, soll der Tag auf die Selbsthilfe im Brandfall aufmerksam machen. Die Freiwillige Feuerwehr aus Germersheim zeigt den richtigen Einsatz des Löschers und eine heftige Fettexplosion.

Zwei experimentierfreudige Jungs, ein Deodorant und ein Feuerzeug – vermutlich nicht die beste Kombination. Die beiden wollen ausprobieren was passiert, wenn man das Treibgas des Deos anzündet. Aufgeregt und neugierig starten sie das Experiment. Es entsteht eine Stichflamme. Der Vorhang fängt Feuer. Was nun?

Retter bei beginnenden Bränden

 

In vielen Alltagssituation kann der Feuerlöscher der Retter bei kleinen oder beginnenden Bränden sein. Um Brand Situationen nachzustellen oder auch den Umgang mit dem Feuerlöscher zu trainieren, hat die Feuerwehr in Germersheim eine eigene Simulationsanlage. Hauptbrandmeister Andreas Kreußler und Feuerwehrmann Arthur Steil zeigen, wie der Feuerlöscher richtig einzusetzen ist.

 

Bei einem ersten Experiment wurde das Feuer aus der Simulationsanlage mit einem Feuerlöscher gelöscht, der nur Wasser enthält. Auf dem Löscher ist die Brandklasse A, die für Glut bildende, trockene Stoffe steht, abgebildet. „Normalerweise hat so eine Anlage nur der Landkreis. Sie wird dann je nach Bedarf zur Verfügung gestellt. Wir haben uns eine eigene gekauft“, sagte Kreußler.

An der Wurzel angreifen

 

Die Flamme, die durch Propangas erzeugt wurde, ist in der Größe vergleichbar mit der eines Lagerfeuers. Die Hitze ist spürbar. Schnell wird klar, das Feuer ist nicht ungefährlich – wäre es nicht künstlich erzeugt worden. Feuerwehrmann Arthur Steil nähert sich, nachdem er den Sicherheitsstift des Feuerlöschers gezogen und den Löscher getestet hatte, dem Feuer. Er geht langsam auf die Flammen zu und beginnt sie stoßweise mit dem Feuerlöscher zu löschen. Nach 40 bis 50 Sekunden ist das Feuer gelöscht und der rund neun Kilogramm schwere Löscher leer. Um den Brand zu stoppen, ist er allerdings ausreichend gewesen. „Wichtig ist es, das Feuer an der Wurzel anzugreifen. Man soll das Löschmittel nicht in die Flammen sprühen“, sagte Kreußler.

 

In einem weiteren Beispiel soll gezeigt werden, wieso man einen Fettbrand, beispielsweise in der Küche, nicht mit einem Eimer Wasser oder Schaumlöscher bekämpfen soll. Dazu wird in der Simulationsanlage ein kleines Stück gehärtetes Fett in einem speziellen Topf erhitzt. Deutlich ist zu hören, wie das Fett bei den hohen Temperaturen im Feuer zu brutzeln beginnt. Ein leichter Fettgeruch liegt in der Luft. Der Hauptbrandmeister nähert sich mit einer langen Stange, an deren Ende ein kleiner Becher ist, dem Feuer und gießt nur wenige Tropfen Wasser in das heiße, brennende Fett. Es kommt zu einer Fettexplosion. Mit einem lauten Zischen vergrößert sich das Volumen der Flamme um ein Vielfaches – um genau das 1700-fache, sagte Kreußler.

Extreme Hitze spürbar

 

Die extreme Hitze ist spürbar. Der Spezialist erklärt weiter: Da Wasser eine höhere Dichte als das flüssig-heiße Fett hat, sinkt es im Behälter unter das Fett und verdampf innerhalb weniger Sekunden. Durch den Wasserdampf, der entsteht, breitet sich das Volumen des Wassers sehr schnell aus. Es kommt zur Explosion. „Genau aufgrund dieser Explosion sind Fettbrände niemals mit Wasser oder einem Wasser- oder Schaumlöscher zu bekämpfen“, warnt der Feuerwehrmann eindringlich.

 

Das Anbringen eines Feuerlöschers in den eigenen vier Wänden ist keine Pflicht in Deutschland. Trotzdem empfiehlt Kreußler: „Für den privaten Bedarf sind am besten eine Löschdecke und ein Schaum- oder Wasserlöscher geeignet.“ Die Löschdecke sei wie der Feuerlöscher eine Möglichkeit kleine oder beginnende Brände zu löschen. Man wirft sie über die Flammen, um sie zu ersticken, in dem man ihr Sauerstoff entzieht. Die Löschdecke sei für das Löschen von Fettbränden geeignet. Der Feuerlöscher sollte nach der Benutzung nicht mehr aufgehängt werden, bevor sie nicht neu befüllt worden sind.

Ab und zu warten lassen

 

Auch ist es, aus Sicht der Feuerwehr wichtig, einen Feuerlöscher ab und zu warten zu lassen, um sicher gehen zu können, dass er im Einsatzfall auch ohne Probleme funktioniert. Möchte man seinen leeren Feuerlöscher loswerden, sollte man ihn fachgerecht der Entsorgung vorführen, sagt Kreußler. „Besonders wichtig sei es in allen Fällen die Ruhe zu bewahren, den Feuerlöscher vor der Benutzung zu prüfen und nur so nah an das Feuer heranzutreten, wie es die Stärke des Brands zulässt“ , empfehlen die Feuerwehrmänner.

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