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Donnerstag, 17. Januar 2019 Drucken

Kusel

Lautertalstraße, Stadthalle und ein Stausee

Ausblicke (4): Wie es in der Veldenzstadt weitergeht, hängt von der Stadtbürgermeisterwahl und von den Ausbaubeiträgen ab

Von Wolfgang Pfeiffer

In einem erbärmlichen Zustand: die Lautertalstraße.

In einem erbärmlichen Zustand: die Lautertalstraße. ( Foto: m. hoffmann)

«Lauterecken.» Das große Festjahr ist vorbei, das sanierte Veldenzschloss nach Jahren endlich fertig und eingeweiht. Und nun? Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer sieht vor allem vier Themen: den Ausbau der Lautertalstraße, die Wahlen, eine Stadthalle und die Vollendung des Veldenzplatzes. Darüber hinaus hat er eine Idee zum Thema Tourismus: einen Stausee im Cronenberger Tal.

Ganz vorne auf seiner Liste steht dabei die Lautertalstraße, die sich tatsächlich in einem erbärmlichen Zustand befindet. Von der katholischen Kirche bis zum Turnerheim ist sie Angelegenheit der Stadt, von da an bis zur B 270 eine des Kreises. Hier könnte man in diesem Jahr ein Stück weiter auf dem Weg zur Sanierung kommen, wenn – ja, wenn die Ausbaubeiträge nicht wären, die die Anwohner zu zahlen hätten. Gegen die wendet sich Steinhauer vehement. In anderen Bundesländern seien die bereits abgeschafft; in Rheinland-Pfalz noch nicht. Diese Belastung der Bürger mit Tausenden von Euro will er nicht hinnehmen, hat bereits Briefe an Landes- und Bundespolitiker geschrieben. Vor allem die SPD im Lande macht der Freie Wähler verantwortlich, attestiert ihr eine Verweigerungshaltung. „Hier könnte man für die armen Bürger wirklich mal etwas tun. Aber es passiert nichts.“ Dass ausgerechnet die SPD-Fraktion im Stadtrat inzwischen einen Antrag gestellt hat, den Ausbau zu verschieben, bis Klarheit über die Anliegerbeiträge besteht, kommt ihm dabei zupass.

Der 75-Jährige will das Thema daher auch zu einem, zu dem Schwerpunkt im Kampf um seine fünfte Amtszeit als Stadtbürgermeister machen. Am 26. Mai steht er wieder zur Wahl, zwei Frauen – Heike Saladin und Isabel Steinhauer-Theis – machen ihm das Amt streitig. Die RHEINPFALZ plant, alle drei Bewerber im Vorfeld zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion einzuladen.

Dass die Suche nach einem geeigneten Veranstaltungsraum in der Veldenzstadt nicht einfach ist, hat die Redaktion daher bereits erfahren. Den Schulturnhallen fehlt es an Bestuhlung, das Turnerheim ist schon lange mehr oder weniger unbenutzt, und der neue Saal im Veldenzschloss fasst vielleicht um die 150 bis 200 Personen. Letzterer soll künftig als gute Stube der Stadt dienen, wie Steinhauer betont. Erste Gelegenheit ist der„allererste Neujahrsempfang in der Geschichte von Lauterecken“ (Steinhauer) am kommenden Samstag um 16 Uhr. Dazu sei jeder Bürger eingeladen.

Um das Thema Stadthalle herum kommt man damit aber nicht, weshalb Steinhauer in diesem Jahr weiterkommen will. In die Karten lässt er sich allerdings nicht schauen. Es gebe mehrere mögliche Standorte; verraten wolle er sie aber nicht, um nicht Spekulationen anzuheizen. Entstehen soll aber, möglichst schnell, wenn dann auch die Finanzierung gesichert ist, ein Zentrum, „in dem wir lokale, regionale, sogar überregionale und bundesweite Veranstaltungen jeder Art organisieren können“. Bedarf dafür gebe es jede Menge, sagt er und verweist auf die Bahnanbindung der Stadt.

Während eine Stadthalle noch Zukunftsmusik ist, wird es beim Veldenzplatz schon sehr konkret. Dort soll – neben dem privaten Gastronomie-Projekt von Brauhaus-Eigentümer Plathner auf der linken Seite – rechts das ehemalige Busch-Haus der Stadt fertig saniert werden und einer Gastronomie eine Heimat bieten. Mehrere Interessenten habe er. Im Mai werde Eröffnung sein für den künftigen „Veldenz-Wittelsbacher Hof“, sagt Steinhauer.

Der Veldenzplatz sei dann ein gastronomisches Zentrum für die Touristen, speziell für jene auf dem Fahrrad. Denn Lauterecken liege sehr zentral, habe als einzige Stadt im Kreis zwei Bundesstraßen mit viel Durchgangsverkehr und liege an der Kreuzung mehrerer Radwege. Einzig die Vollendung des Weges nach Idar-Oberstein steht, obwohl nicht auf Lauterecker Gemarkung, auf seinem Wunschzettel.

Um den Tourismus anzukurbeln, hat er noch eine weitere Idee: Das Cronenberger Tal sei wie geschaffen für einen Stausee. Wenn beide Gemeinden sich zusammentäten, könne hier ein touristischer Anziehungspunkt ähnlich dem Ohmbachsee im Südkreis entstehen.

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