Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Rosenberg: Sehy kann sich Frauen als Priester nicht vorstellen

In der evangelischen Kirche ist es schon lange eine Selbstverständlichkeit. Doch viele Katholiken wollen bis heute nicht, dass F
In der evangelischen Kirche ist es schon lange eine Selbstverständlichkeit. Doch viele Katholiken wollen bis heute nicht, dass Frauen das Priesteramt ausüben.

Frauen werden keine Priesterinnen in der katholischen Kirche. Das glaubt Volker Sehy, Direktor des Wallfahrtsorts Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben. In die Leitung einbinden, solle man sie schon. Aber der Pfarrer bleibe ein Mann.

Können Sie sich vorstellen, dass Frauen Priesterinnen werden? „Nein.“ Die Antwort von Pfarrer Volker Sehy, Direktor des Wallfahrtsorts Maria Rosenberg, kommt nach einem Moment des Zögerns, dann aber deutlich. Es ist einer von vielen Streitpunkten, über die sich Mitglieder des Gesprächsformats synodaler Weg in der deutschen katholischen Kirche – und auch viele außerhalb der offiziellen Diskussion – die Köpfe heiß reden. Beim synodalen Weg diskutieren Katholiken, wie sich ihre Kirche weiterentwickeln sollte.

Es sei eine Gretchenfrage, meint der Pfarrer zu Frauen im Priesteramt. „Ich kann es mir nicht vorstellen, weil es die katholische Kirche im Moment zerreißen würde.“ In der katholischen Weltkirche würden Traditionen sehr wichtig genommen. Ein solcher Schritt würde dem Priesterverständnis dermaßen widersprechen, dass ihn nur „ein allgemeines Konzil in großer Einmütigkeit beschließen könnte – und das sehe ich im Moment nicht“, erklärt er. Es gebe zu viel Widerstand aus verschiedenen Richtungen. Nebenbei würde es einen großen Bruch mit der Ostkirche bedeuten, glaubt der Pfarrer. Die evangelische Kirche, in denen Frauen schon lange Pfarrerinnen sind, habe ein anderes Verständnis vom Amt.

„Das wird nicht passieren“

Zwar werde der Druck, Frauen als Priesterinnen zuzulassen, größer, doch „wenn jemand hofft, dass durch den synodalen Weg etwas in die Weltkirche eingespeist wird, wo am Ende als Priesterin eine Frau rauskommt, ich glaube, da machen sich die Leute Illusionen“, sagt Sehy. „Das wird nicht passieren.“ Die Frage des Diakonats hingegen sei noch nicht geklärt und werde noch geprüft. Dafür sehe er Möglichkeiten. Vielleicht entstehe etwas ganz Neues, eine neue Art von Amt, das auch Frauen in der katholischen Kirche einnehmen können.

Die Frage sei, inwieweit Frauen in die Entwicklung der Kirche eingebunden würden. „Wir sind zu sehr eine Männerkirche“, meint der Wallfahrtsdirektor. Vor allem in den Leitungsfunktionen. „Es gibt verschiedene Dienste und Ämter, die schon seit Jahrzehnten hätten mit Frauen besetzt werden können. Das ist nicht passiert.“ Auch bei der theologischen Ausbildung sollten Frauen mehr eingebunden werden. Dass sie Leitungsfunktionen übernehmen und nicht alles ans Priesteramt gekoppelt ist, müsse selbstverständlich werden. „Ich habe ja auch eine Doppelspitze auf dem Rosenberg. Die Leiterin des Hauses ist eine Frau.“ Für die Leute sei er der Chef, sie die Chefin, sagt Sehy. Das sei für ihn in Ordnung.

Volker Sehy
Volker Sehy
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