Vinningen RHEINPFALZ Plus Artikel Lukas Bion: 8000 Kilometer mit Rad und Freundin in den Iran

Lukas Bion und seine Freundin Lotta Schaefer planen eine 8000 Kilometer lange Radtour.
Lukas Bion und seine Freundin Lotta Schaefer planen eine 8000 Kilometer lange Radtour.

Von Vinningen zum Nordkap sind es rund 4200 Kilometer. Wenn einer diese Distanz zu Fuß zurücklegt, darf man ihn als „Abenteurer“ bezeichnen. Wenn er dann auch noch innerhalb von 24 Stunden von Kröppen zu Fuß nach Mainz läuft, trifft der Begriff ebenfalls zu. Und das nächste Abenteuer wartet schon.

Lukas Bion aus Vinningen hat seit Kindesbeinen an Abenteurerblut in sich. Nach dem Abitur ist der heute 31-jährige Lehrer zu Fuß von München nach Venedig marschiert. Immer alleine, wohlgemerkt. Dass er bei seiner Nordkap-Tour im Jahr 2019 ausgerechnet auf seine heutige Lebensgefährtin trifft, die ebenfalls auf einer Abenteuertour in Finnland unterwegs war, ist eine fast filmreife Dramaturgie. Jetzt planen beide zusammen im kommenden Jahr eine Radtour von etwa 8000 Kilometer Länge von Vinningen in den Iran.

In Finnland trifft Lukas Bion auf eine Wandererin, die ihm entgegenkommt. Sie unterhalten sich in Englisch, bis sie merken: Sie sind beide Deutsche. Lotta Schaefer heißt die junge Frau. Sie hat nach ihrem Abitur ein Jahr lang in Neuseeland „Work and Travel“, also Arbeiten und Reisen, gemacht und ist im Sommer 2019 gerade auf einer dreiwöchigen Finnland-Wanderung, als sie Lukas Bion im wahrsten Sinne des Wortes über die Füße läuft; wenn auch zunächst nur kurz. Lotta läuft weiter in Richtung Süden, während Lukas Bion gen Norden wandert. Zeit genug, um Handynummern zu tauschen. Noch ehe Bion wieder zu Hause ankommt, trifft er Lotta Schaefer in Karlsruhe. Beide verbindet die Lust nach Abenteuer und der Beruf. Die Karlsruherin absolviert zur Zeit ihr Referendariat an einer Grundschule in Longkamp bei Bernkastel-Kues. Lukas Bion hat eine zeitlich befristete Lehrerstelle am Zweibrücker Helmholtz-Gymnasium.

Rad-Abenteuer als Spendentour geplant

Im Februar wollen die beiden mit dem Fahrrad in den Iran fahren. „Aber nur dann, wenn es die politische Lage bis dahin zulässt“, merkt Bion an. Auf jeden Fall ist geplant, bis zur iranischen Grenze zu radeln. Warum die beiden gerade den Iran auswählen als Ziel, begründen sie so: „Jeder, der dort schon einmal gewesen ist, ist begeistert von den Menschen und dem Land: Der Weg durch die Türkei, Georgien und Aserbaidschan mit dem Kaukasusgebirge ist einzigartig“, sagt Bion. Wie alle anderen von Bions Touren ist die außergewöhnliche Radfahrt als Spendentour geplant. Wie lange die Reise dauern wird, ist völlig offen. „Wir haben uns kein Zeitlimit gesetzt“, sind sich die beiden Lehrer einig. Die Spenden sollen einer Krankenstation in Uganda zugute kommen, ein Projekt des Münchweilerers Ludwig Heim. Der andere Teil wird für eine Vorschule in Tansania gespendet. Dort hat die Karlsruherin Lotta Schaefer während eines Auslandssemesters an einer Schule unterrichtet. Bisher hat Bion auf seinen Reisen rund 25.000 Euro für soziale Zwecke gesammelt.

Ganz unvorbereitet machen die Beiden diesen Trip nicht. Während der Corona-Pandemie sind so schon mal innerhalb Deutschlands an die jeweils südlichsten, östlichsten und westlichen und nördlichsten Festlandspunkte gefahren und wieder zurück nach Vinningen. Im Sommer fuhren die beiden Pedalkönige mit ihren Drahteseln über die Via Claudia Augusta zum Gardasee und über die Schweizer Alpen wieder heim. „Wir haben also einige Kilometer gestrampelt“, merkt Bion an. Die Vorbereitungen laufen jetzt schon an, denn es gilt akribisch auszuwählen, welches Gepäck mitgenommen wird. Übernachten werden die beiden in einem Zelt oder je nach Lage auch in der ein oder anderen Unterkunft. Ihr komplettes Gepäck führen sie auf ihren Rädern mit.

Infos

radlust.jimdosite.com

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