Kleinbundenbach
Im und ums Gasthaus Maurer entsteht eine komplette Wohnanlage
Sieben Wohnungen mit 30 bis zu 100 Quadratmetern Wohnfläche werden im Gebäude eingerichtet. Komplettiert wird der Umbau des zuletzt bis 2012 bewohnten Gasthauses durch einen Aufzug. Wohnraum entsteht auch in der Scheune im Hof: Sie bildet mit einem Neubau, der erst noch errichtet wird, eine ambulant betreute Wohngruppe für zwölf Personen. Zwei weitere Wohnungen im zweiten Stock werden altersgerecht ausgebaut. In direkter Nachbarschaft sind 15 weitere kleine Häuser geplant – jeweils rund 72 Quadratmeter groß. Sie sind für Menschen gedacht, die in ihren eigenen vier Wänden betreut werden möchten, also nicht in einer Wohngruppe. Für alle Nutzer zugänglich sind die Gemeinschaftsräume in der Scheune. Die Ökumenische Sozialstation Thaleischweiler-Fröschen/Zweibrücken-Land in Maßweiler übernimmt Pflege und Betreuung.
Der Winterbacher Pfarrer Tilo Brach ist Vorsitzender der Sozialstation. Zusammen mit deren neuem Geschäftsführer Frank Jüllig und Pflegedienstleiterin Petra Mohring ließ er sich jetzt mit Beschäftigten der Sozialstation den Baufortschritt von Christophorus-Geschäftsführer Gernot Jakobi erklären. Die Sozialstation wird sich um die ambulante betreute Wohngruppe im ehemaligen Gasthaus kümmern.
„Kleinbundenbach genau der richtige Platz“
„Das Projekt ist in der Region bislang einmalig“, sagte Gernot Jakobi auf der Baustelle. Das Entstehen des Kleinbundenbacher Wohnparks werde von etlichen anderen Sozialstationen mitverfolgt; mehrere davon hätten die Baustelle bereits besichtigt. Als Vorreiter, so Jakobi, mache man auch mal Fehler und müsse das ein oder andere „auch mal auf die harte Tour lernen“. Geduld und Flexibilität seien gefragt bei dem Großprojekt, das betreutes und dennoch selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen und Mieter aller Altersklassen ansprechen solle. So seien Studenten genauso gerngesehen wie Senioren, die auf Hilfe angewiesen sind. „Sozial verantwortbare, gute und sichere Wohnversorgung nothilfebedürftiger Menschen gleich welcher Nationalität, Hautfarbe oder Religion“, ließ die Firma bei Gründung als Unternehmenszweck im Handelsregister eintragen.
Warum gerade Kleinbundenbach? „Weil es genau der richtige Platz ist“, sagt Isabell Jakobi, die Geschäftsführerin der Christophorus-Genossenschaft. Noch in diesem Jahr soll das Wohnhaus im ehemaligen Gasthaus Maurer fertig werden, im dritten Quartal der Bau der Wohngruppe in der ehemaligen Scheune beginnen. Sie soll im Sommer 2023 fertig sein, genauso wie die Außenanlagen. Der Bau der kleinen Häuser wird laut Gernot Jakobi Ende 2023 abgeschlossen. Einzugsbereit sein sollen die ersten Einheiten im Sommer, die letzten bis Ende kommenden Jahres.
Investition von 7,5 Millionen Euro
Die Christophorus-Wohnheime investiert inklusive Straßenbau und Erschließung 7,5 Millionen Euro. Weil alle Gebäude Niedrigenergie-Klassifizierungen erreichen, gibt es beim Bau Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Den Rest finanziert die Bank der Christophorus-Wohnheime.
Die Ökumenische Sozialstation aus Maßweiler wird mit ihrem Personal die künftigen Bewohner betreuen. Das Projekt soll Senioren ansprechen, die hier auf dem Land wohnen und vor Ort bleiben wollen, aber auch Zuzügler, die neu nach Kleinbundenbach kommen möchten. Im vorderen Haus, dem früheren Gasthaus Maurer, sind zwar behindertengerechte Bäder geplant. Trotzdem sollen die Mietwohnungen jedem offenstehen. Familien mit Kinder sind hingegen nicht die Zielgruppe, was sich schon aus dem Zuschnitt der Wohnungen zwangsläufig ergebe.