Hauenstein
Gemeinschaftsbüros: Neue Arbeitsformen im Bürgerhaus schaffen
Der Tagesordnungspunkt, den der Beigeordnete Andreas Wilde (SPD) vorstellte, war kurzfristig auf die Agenda gesetzt worden. Darum geht es: Ein Dorfbüro ist nichts anderes als ein Gemeinschaftsbüro, in dem zeitlich flexibel einzelne Arbeitsplätze und Besprechungsräume, sogenannte Coworking Spaces, angemietet werden können. Der neudeutsche Begriff – übersetzt: Räume fürs Zusammenarbeiten – ist im Zuge der Digitalisierung und neuer Arbeitsformen populär geworden. Die Einrichtung von Dorfbüros kann über die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz mit bis zu 100.000 Euro gefördert werden.
Solche Gemeinschaftsbüros, wie sie in manchen Städten bereits existieren, seien auch für viele Dörfer eine Chance, die Lebensqualität zu verbessern und die Arbeit zurück ins Dorf zu holen. Sie bieten Arbeitnehmern und Selbstständigen, Start-Ups und Urlaubsgästen einen komplett ausgestatteten Arbeitsplatz, der temporär gegen Entgelt genutzt werden kann. Sie seien eine Möglichkeit, um aus dem in Corona-Zeiten verbreiteten Homeoffice zu arbeiten, gleichzeitig aber Arbeitsplatz und Wohnung zu trennen.
Wie Andreas Wilde ausführte, müsse der Antrag auf Förderung bis zum 16. Februar von der Verbandsgemeinde gestellt werden. In Räumen im Bürgerhaus könnten bis zu fünf solcher Arbeitsplätze eingerichtet werden. „Wir sollten einen Fuß in die Tür bekommen und über unseren Grundsatzbeschluss den Antrag der Verbandsgemeinde auf den Weg bringen“, meinte der Beigeordnete.
Im Rat war man sich über den grundsätzlichen Nutzen solcher Einrichtungen einig. Manfred Seibel (Grüne) regte sogar an, über eine große Lösung und einen möglichen Neubau im Interkommunalen Gewerbegebiet nachzudenken. Patrick Stöbener und Simone Schenk (beide FWG Schöffel) rieten jedoch, vor einem Grundsatzbeschluss offene Fragen zu klären. Ein Vorschlag, dem die Ratsmehrheit allerdings nicht folgte.