Hauenstein
Ein Bauleitverfahren soll das Schweigen des MAB-Komitees brechen
Neun Mitglieder des Verbandsgemeinderates haben fraktionsübergreifend den Antrag formuliert, über den am Dienstag beraten wird. Neben Seibel sind das Edgar Perret, Alexander Scheib, Bernhard Rödig, Katja Leidner, Michael Zimmermann, Norbert Meyerer, Andreas Wilde und Günther Schneider. „Die parteipolitische Zuordnung spielt keine Rolle, das macht jeder für sich“, betont Seibel und erntet Zustimmung aus der Runde, die zu einem Pressegespräch ins Bürgerhaus geladen hat. Alle Hauensteiner Vorstöße, den Langerkopf als Standort zur Gewinnung von Windenergie ins Spiel zu bringen, scheiterten bislang an der Ablehnung der Landesregierung. Mainz verwies dabei immer auf das MAB-Komitee, das über den Status des Biosphärenreservates wacht.
Norbert Meyerer betont, dass es nicht die Absicht sei, Windkraft grundsätzlich im Pfälzerwald zu ermöglichen. Es gehe nur darum, einen Standort, der sinnvoll und geeignet wäre, zu nutzen. Seibel verweist darauf, dass der Langerkopf in einer Entwicklungszone des Pfälzerwaldes liege und diese Entwicklungszonen „dienen in allen Biosphärenreservaten auch den Zwecken der Energieversorgung und des Klimaschutzes“.
Stellungnahme der Träger öffentlicher Belange
Wenn ein Flächennutzungsplan aufgestellt wird, werden die Träger öffentlicher Belange gehört. Dazu gehört auch das MAB-Komitee. Mit dem Bauleitverfahren wollen die Initiatoren des Antrags erreichen, dass sich das Komitee endlich konkret mit der Frage befasst, ob Windkraftanlagen auf dem Langerkopf zulässig sind oder nicht. „Dann haben wir endlich mal eine Entscheidung auf dem Tisch“, sagt Michael Zimmermann, der bedauert, „dass die Diskussion nicht mehr mit Argumenten geführt wird, sondern nur aus dem Bauch heraus“.
Andreas Wilde sieht die Chance, dass die Verbandsgemeinde durch Windkraftanlagen auf dem Langerkopf – es ist von maximal vier Anlagen die Rede – energieautark werden könnte. „Wenn es den Bereich gibt, wenn es die Infrastruktur gibt, dann muss man auch im Kreistag über den Schatten springen“, sagt Wilde mit Blick auf die Verweigerungshaltung im Kreis. Wenn man von einer echten Energiewende sprechen wolle, dann müsse man hier beginnen. Für Katja Leidner bietet der Langerkopf die Möglichkeit, „uns selbst mit Energie zu versorgen. Wir können uns nicht allem entziehen“.