Käshofen / Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel Die rollende Currywurstbude, die auch aufs Dorf kommt

Dass der rote Wagen von Dennis Gaetke einmal die Woche in Käshofen steht, war Zufall. Aber er sagt: „Wenn ich schon einen mobile
Dass der rote Wagen von Dennis Gaetke einmal die Woche in Käshofen steht, war Zufall. Aber er sagt: »Wenn ich schon einen mobilen Imbisswagen habe, gehe ich auch aufs Dorf damit.«

Seit drei Wochen steht mittwochs ein knallroter Verkaufswagen an der Käshofer Höhenstraße. Mittags stehen die Leute Schlange vor der „Currywurstelei“, mit der sich Koch Dennis Gaetken aus Contwig selbstständig gemacht. Wir haben uns mit dem Currywurstler unterhalten über mobile Wurst, vegane Wurst, Schärfegrade und was alles aus der Region kommt.

Herr Gaetken, warum stehen Sie mit ihrem knallroten Verkaufswagen ausgerechnet in Käshofen, und wann genau sind Sie hier?
Jeden Mittwoch zwischen 11.30 Uhr und 20 Uhr. Käshofen war eigentlich Zufall. Es ist doch mal schön, wenn auf dem Dorf noch mal was passiert. Warum soll ich mich nur in die Stadt stellen? Wenn ich schon einen mobilen Imbisswagen habe, gehe ich auch aufs Dorf damit. Klar, in der Stadt ist es einfacher, auf dem Dorf ist weniger los. Und da gibt es oft auch keine Imbiss-Stände mehr.

Und warum dann gerade Käshofen?
Wirklich Zufall. Ich war im Dezember Reifen wechseln bei Christians Reifenscheune hier in Käshofen. Dabei habe ich erzählt, dass ich mir gerade einen Imbisswagen herrichte und noch Standplätze suche. Da ergab sich das, weil vor der Reifenscheune Platz ist und ich den Platz angeboten bekam.

Und es lohnt sich hier?
Ja, ist ganz gut. Ich stehe donnerstags in Zweibrücken bei Reifenservice Blinn in Zweibrücken, auch von 11.30 Uhr bis 20 Uhr, und freitags und samstags vor Edeka Berberich in Lautzkirchen. Dort aber nur bis 19 Uhr.

Montag und Dienstag ist also frei?
Nein, da ist der Einkauf dran.

Sie sind ein Ein-Mann-Betrieb?
Ja, bis jetzt geht das auch gar nicht anders. Es wird sich zeigen, ob es so bleibt. Es dauert, bis sich die Anfangsinvestitionen rechnen. Erst dann kann man drüber nachdenken, ob man jemanden einstellt oder nicht.

Was haben Sie vor der Currywurstelei gemacht?
Ich bin gelernter Koch und habe lange Zeit als Mietkoch und Leihkoch gearbeitet für Firmen. Da haben wir beispielsweise Messeveranstaltungen gemacht oder in großen Hotels gearbeitet, auch mal als Küchenleitung für Küchenchefs, die Urlaub gemacht haben. Da war ich im Umkreis von rund 200 Kilometern unterwegs. In Ludwigshafen, Frankfurt, Mannheim, Mainz, Saarbrücken beispielsweise. Ich war in knapp 50 Betrieben und Veranstaltungen in der Zeit.

Als Adresse steht auf der Webseite Ruppertsweiler?
Ja, das liegt hinter Pirmasens, aber ich stamme aus Contwig. Trotzdem stehe ich hier in der Gegend um Zweibrücken, weil ich auch meine Zutaten hier einkaufe.

Warum gerade Currywurst?
Weil es schwierig ist, eine gute Currywurst zu bekommen. Ich gehe in meiner Freizeit auch selbst gerne an Imbissbuden. Das muss schnell gehen und zwischendurch klappen, wenn man mal Luft hat. Aber wo gibt es denn noch richtig gute Sachen in der Gegend? Ich achte auf Qualität, zum Beispiel nehme ich für das Fritteusenöl Sonnenblumenöl von der Bliesgau-Ölmühle aus Bliesransbach. Das ist ein ganz kleiner Betrieb, der gar nicht so viel presst. Dafür ist die Qualität besser als das, was man so normalerweise kriegt. Dadurch schmecken auch meine Pommes besser, klarer. Das gilt auch für die Gewürze. Das sind teilweise Bio-Gewürze. Das kann ich aber nicht dranschreiben, sonst müsste ich sie zertifizieren lassen, das kostet wieder viel Geld. Aber demnächst kommt eine Liste mit allen Zulieferern. Dann sieht man, wie regional die Currywurstelei arbeitet.

Woher kommen die Würste?
Die kommen aus Walshausen von der Metzgerei Thürling. Die veganen Würste kaufe ich woanders.

Also gibt es nicht nur Wurst aus Wurst, sondern auch Wurst aus Pflanzen?
Genau. Auf Gluten- und Sojabasis. Die waren gar nicht einfach zu finden und sind im Einkauf leider auch teurer als normale Würste.

Ist die Nachfrage nach veganer Currywurst da?
Ja, aber noch recht gemütlich. Es wird mal bestellt, ist aber nicht der Renner. Da aber die Soßen schon vegan sind, waren vegane Würste nicht abwegig.

Haben Sie nach drei Wochen schon Stammkundschaft?
Ja, die Zahl der Stammkunden ist extrem hoch. Und das regelmäßig. Ich bin extrem erstaunt, wie gut das angenommen wird. Ich habe viel positive Resonanz.

Bleibt der Standort Käshofen erhalten?
Jeder Standort braucht seine Zeit. Deshalb entscheide ich das nicht von heute auf morgen. Wenn sich mein Angebot herumspricht, wird jeder meiner Standorte gut sein. Ich habe noch keine Flyer gemacht, bin nur in sozialen Netzwerken präsent. Die Flyer kommen noch, wenn die Standorte feststehen.

Essen Sie gerne selbst Currywurst?
Ja, sehr gerne.

Rot oder weiß?
Weiß! Aber ich bin kein Scharf-Esser. Ich mache gerade die neue Frühlingssoße, warte aber auf ein paar Gewürze. Zurzeit gibt es deshalb nur drei Soßen. Eine normale, eine scharfe, genannt Dragon Punch, und eine fruchtige Orientsoße mit Kreuzkümmel.

Es gibt also bei Ihnen keine Schärfegrade mit abartig scharfer Soße?
Nein. Schärfegrade sind gut und schön, aber meistens fehlt einfach der Geschmack. Mir geht es um den Geschmack. Meine Soßen bestehen unter anderem aus Ketchup, Cola, verschiedenen tropischen Früchten und Gewürzen. Das sind so viele Zutaten, dass ich immer auf der Liste nachsehen muss beim Kochen. Es ist fast eine Wissenschaft. Eine normale Soße braucht drei bis dreieinhalb Stunden zum Einkochen.

Falls einem Gast die Dragon Punch nicht scharf genug ist, gibt es noch einen Schuss Schärfe zusätzlich?
Nein. Bisher nicht. Für den Notfall werde ich mir wohl demnächst noch Piment d’espelette (Pulver von roten Chilischoten) mitnehmen. Aber bis jetzt waren alle Kunden glücklich.

Kann man die Currywurstelei mieten für Feste?
Das war mal geplant, aber die festen Standorte haben sich als besser erwiesen. Den Wagen kann man also nicht mieten, aber ich werde wohl zusätzlich noch Catering anbieten.

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