Fischbach / Lembach
Deutsch-französische Verbindung: Die Sauer und der neue Entdeckungsweg
Etwa 15 Kilometer lang ist der Weg der Sauer von Fischbach im Dahner Felsenland bis nach Lembach im Elsass. Im Gegensatz zu vielen anderen Gewässern, die als Grenze fungieren und Länder trennen, schafft die Sauer eine Verbindung zwischen den Regionen diesseits und jenseits der deutsch-französischen Grenze. Mit Pascal Gerold vom „Maison de la Nature du Delta de la Sauer et d’Alsace Nord“ (Haus der Natur des Sauer-Deltas) im französischen Munchhausen hat Ulrich Diehl, Leiter des Biosphärenhauses in Fischbach, einen Gleichgesinnten gefunden. Beiden ist die Natur wichtig, aber auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Mit der Gestaltung des neuen Sauer-Entdeckerweges, der in einer kleinen Feierstunde offiziell eröffnet wurde, ist es gelungen, die gemeinsame Verantwortung für die Natur die beide Länder verbindet, erneut in den Blick zu nehmen.
Das Pamina-Kleinprojekt „Die Sauer – zwei Länder, ein Fluss“ hat 60.000 Euro gekostet, davon wurden 60 Prozent von der EU finanziert, weitere Mittel kamen auf deutscher Seite von Bezirksverband, Landkreis Südwestpfalz, Verbandsgemeinde Dahner Felsenland und der Ortsgemeinde Fischbach. Ursprünglich sollte das Projekt schon im Frühjahr 2021 fertig gestellt werden, doch Corona und Materialengpässe zwangen zur Geduld.
Umweltbildung und Naturerlebnis
Das Projekt steht auf vier Säulen. Eine ist die Umweltbildung in Form von thematischen Exkursionen. Sechs konnten im vergangenen November schon stattfinden. „Hier hätten wir uns allerdings von deutscher Seite aus mehr Interesse gewünscht“, stellte Diehl fest. Auch sechs Schulklassen aus Frankreich und Deutschland kamen schon in den Genuss der Exkursionen. Die zweite Säule ist eine Wanderausstellung mit zehn mobilen Info-Trägern, die über den Fluss informiert. Darüber hinaus gibt es jeweils eine Multimediastation im Biosphärenhaus, im Tourismusbüro in Lembach und im Maison de la Nature in Munchhausen. Und nicht zuletzt geht es dann noch um das persönliche Erleben der Flusslandschaft auf dem neuen Entdeckerweg.
„Wir hoffen, dass wir damit bei Touristen und Einheimischen das Interesse wecken und sie sich im besten Falle wandernd oder mit dem Rad auf die Entdeckertour begeben“, sagte Ulrich Diehl bei der Eröffnung des Entdeckerwegs. Dieser folgt dem Weg der Sauer von Fischbach bis Lembach und gibt in 14 Stationen Auskunft zu verschiedenen Themen. „Wir hätten gerne ein Projekt von der Quelle zur Mündung verwirklicht, doch wir haben gemerkt, dass das für uns eine Nummer zu groß war, dafür hatten wir weder die Zeit noch das Geld“, bedauert Diehl.
Vom Klimawandel bis zur Wasserkraft
Auf den Tafeln kommt der Fluss selbst zu Wort und „erzählt“ dem Leser, wie ihn beispielsweise der Klimawandel, das Wachstum invasiver Arten beeinflusst. Aber auch geschichtliche Aspekte und die Nutzung von Wasserkraft fließen mit ein. Die erste Station des Weges befindet sich an der alten Schließe bei Fischbach, eine zweite folgt dort; unterhalb des Friedhofs muss man dem Pfad über die Wiesen folgen, um zum Amtmannsloch mit der dritten Station zu gelangen. Im weiteren Verlauf folgt der Weg dem Radweg in Richtung Lembach.
Einen eigenen Flyer gibt es nicht, jedoch in Kürze ausführliche Informationen auf der Homepage des Biosphärenhauses, versprach Diehl. „Was uns noch fehlt, sind Aussagen und Geschichten von Zeitzeugen und Anwohnern der Sauer, um auch den geschichtlichen Aspekt des Flusses zu vervollständigen“, so Diehl. In einem ersten Aufruf habe es leider nur zwei Rückmeldungen gegeben. „Doch das wollen wir noch weiter verfolgen, damit die Geschichten der Menschen mit dem Fluss und damit auch die Geschichte des Flusses nicht in Vergessenheit geraten.“ Mit den Eisenwerken wurde der Fluss beispielsweise früher auch industriell genutzt. „Dagegen finden wir heute die Sauer in einem relativ intakten natürlichen Zustand mit einer großen Artenvielfalt wieder“, berichtete Diehl.