Contwig RHEINPFALZ Plus Artikel „Bin ein Beziehungsmensch und netzwerke gerne“

Die Pfarrei Hlg. Pirminius in Contwig verabschiedet am Sonntag Kaplan Matthias Schmitt.
Die Pfarrei Hlg. Pirminius in Contwig verabschiedet am Sonntag Kaplan Matthias Schmitt.

Matthias Schmitt war drei Jahre Kaplan in der katholischen Pfarrei Heiliger Pirminius Contwig. Nun wechselt der 33-Jährige ins Bischöfliche Ordinariat nach Speyer, wo er für die Arbeit mit den Messdienern im Bistum und für die Berufungspastoral zuständig ist. Dabei unterstützt er nicht nur Menschen, den richtigen Platz für sich in der kirchlichen Arbeit zu finden, sondern auch die persönliche Berufung als Christ zu erkennen.

Kaplan Matthias Schmitt setzt auf Beziehungen. Sie seien das A und O – auch und gerade in der kirchlichen Arbeit. Sich selbst bezeichnet der gebürtige Schifferstädter als „Beziehungsmensch, der gerne netzwerkt“. Auf Leute zuzugehen, die Freude am Glauben und an der Kirche weiterzugeben, das sei einfach sein Ding. Gerne habe er mit Messdienern, Jugendlichen und jungen Familien gearbeitet, so Schmitt: „Ich habe gemerkt, dass es in Contwig jetzt mehr Messdiener gibt.“

Über 60 Messdiener habe die rund 4500 Mitglieder zählende Pfarrei Heiliger Pirminius Contwig mit den Gemeinden Contwig, Stambach, Oberauerbach, Riedelberg, Großsteinhausen, Hornbach, Altheim und Pinningen. Dass sich in der Westpfalz die Gemeinden über eine größere Fläche verteilen als in seiner vorderpfälzischen Heimat, „wo alles dicht gedrängt ist“, daran habe er sich erst gewöhnen müssen: „Ein großes Gebiet, das abzufahren und zu bedienen ist“, stellt Schmitt fest. Doch selbst wenn es schwer erscheine, sich bei so vielen Gemeinden dem Einzelnen zu widmen, bestehe immer die Chance, intensive Beziehungen aufzubauen, ist der Kaplan überzeugt. So habe er in den drei Jahren in Contwig „unzählige Menschen in den verschiedenen Situationen des Lebens begleiten dürfen.“ Dabei habe er viel Zuspruch erfahren, nicht nur von Jüngeren.

Künftig im Bistum für 6000 Messdiener zuständig

Auch bei seiner nächsten Stelle im Bischöflichen Ordinariat in Speyer werde es um Beziehungen und Begegnungen gehen, sagt Schmitt. Denn dann werde er zum einen zuständig sein für die knapp 6000 Messdiener im Bistum und zum anderen für die Berufungspastoral. Als Messdiener-Referent müsse er die einzelnen Gruppen vernetzen, Material zur Verfügung stellen, Messdiener-Tage die große alle vier Jahre stattfindende Messdiener-Wallfahrt nach Rom organisieren. In der Berufungspastoral gehe es um die verschiedenen Berufungen in der Kirche, erläutert der Kaplan, der 2017 in Speyer zum Priester geweiht wurde. Dies betreffe die spezifischen Berufungen, etwa zum Priester, zum Diakon, zum Pastoralreferenten, aber auch die ganz persönliche Berufung jedes Einzelnen zu erkennen, dass er ein Kind Gottes ist, also um die Frage: Was will Gott mit meinem Leben?

Schmitt: „Die Leute können auf mich zukommen. Ich helfe ihnen zu prüfen, wohin der Weg gehen soll, welche Lebensentscheidungen zu treffen sind.“ Diese Fragen beschäftigten ihn persönlich, der in einer „gut katholischen Familie“ aufwuchs, schon viele Jahre. Dass er nach seinen ersten drei Jahren als Kaplan – trotz Priestermangel – nicht wie sonst üblich zwei weitere in eine andere Pfarrei geschickt wurde, sei auf ausdrücklichen Wunsch des Bischofs erfolgt: „Das Thema Nachwuchs ist dem Bischof so wichtig, dass er die Stelle in Speyer mit einem Priester besetzt.“

In der Freizeit spielt er gern Trompete und Klavier

Ausgleich findet Schmitt beim Wandern, beim Kochen und beim Musizieren; er spielt Trompete und hat sich selbst Klavier beigebracht. Außerdem trifft er sich gerne mit Freunden zum Austausch. Als besonderen Höhepunkt seiner Zeit in Contwig nennt Schmitt den ökumenischen Glaubenskurs mit dem protestantischen Pfarrer von Hornbach, Daniel Seel, und den Storchengottesdienst auf dem Kirschbacherhof mit mehr als 250 Teilnehmern, den die beiden Seelsorger ebenfalls gemeinsam durchführten. „Da sieht man, was möglich ist, auch wenn die Wege weiter sind“, freut sich Schmitt.

INFO

  • Am Sonntag, 9. August, verabschiedet die Pfarrei Heiliger Pirminius Contwig ihren Kaplan Matthias Schmitt. Der Gottesdienst im Kirchgarten in Contwig beginnt um 10 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten im Pfarrbüro unter Telefon 06332/5716.
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