Schönau RHEINPFALZ Plus Artikel Baumfällungen in Brutzeit verärgern Bürger

Baumfällungen zur Verkehrssicherung am Biehlerhof.
Baumfällungen zur Verkehrssicherung am Biehlerhof.

Am Biehlerhof, Ortsteil von Schönau bei Petersbächel gelegen, wurden in der letzten Zeit Baumfällarbeiten durchgeführt. Eine Einwohnerin vom angrenzenden Petersbächel, ärgerte sich darüber – weil dies im April während der Brutzeit erfolgte.

„Ich verstehe nicht, wieso sich der Forst nicht an seine eigenen Vorschriften hält“, kritisiert Maria Schaumburger in einem Brief an die Redaktion. „Mit den Fichten, die hier gefällt werden, wird auch das Goldhähnchen verschwinden, das ich im Winter hier schon oft beobachtet habe und dessen Nahrungsquelle die Fichten sind“, befürchtet sie. Aus ihrer Sicht sei es an der Zeit, den Forst zu verpflichten, „sich nicht nur am Wald zu bereichern“, sondern diesen als Gut aller Menschen zu erhalten und zu pflegen.

Forst: War so nicht geplant

Ulrike Abel, seit kurzem Leiterin des Forstamtes Wasgau nahm zu den Vorwürfen auf Nachfrage der RHEINPFALZ Stellung. „Wir haben diese Maßnahme als Verkehrssicherungsmaßnahme im Februar begonnen. Der Fichtenbestand, der direkt bis an die Bebauung reicht, ist labil, das hat sich in der Vergangenheit schon öfter gezeigt und wird sich auch in Zukunft noch verstärken. Dass es sich nun so lange hingezogen hat, war nicht so geplant“, sagte sie. Auch sie hätte sich gewünscht, dass die Maßnahme, die sich auf etwa ein viertel Hektar erstreckte, rechtzeitig vor dem Frühjahr abgeschlossen gewesen wäre.

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Die Verzögerung erklärt sie mit viel Regen im Februar, auf Grund dessen die Arbeiten eingestellt werden mussten, um nicht zu viel Schaden am Boden zu verursachen. „Dass es sich danach noch verzögert hat, dafür gibt es mehrere Gründe und es wäre auch in unserem eigenen Interesse wegen der Borkenkäfervorsorge besser gewesen, die Maßnahme bis Mitte März abzuschließen“, stellt die Forstamtsleiterin fest.

Forst: Lebensraum von Goldhähnchen nicht gefährdet

Der Lebensraum des Goldhähnchens ist ihrer Meinung nach jedoch nicht gefährdet. „Es gibt gleich angrenzend noch genügend Fichten, die dem Vogel als Habitat dienen“, sagt die Försterin. Den Vorwurf, dass der Forst sich nur am Wald bereichere, will sie so nicht stehen lassen. Anstelle des gefährdeten Fichtenbestandes werde ein stabiler Waldrand gepflanzt, und zwar in einer ökologisch sinnvollen Art und Weise mit Baumarten und Sträuchern, die natürlicherweise an einen Waldrand gehörten wie beispielsweise Hasel, Ebereschen oder Mehlbeeren. „Das verbessert die Biotopqualität und schafft erhöhte Sturmresistenz für den dahinter liegenden Wald.“

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