Thaleischweiler / Wallhalben
Bau des neuen Rathauses verzögert sich wegen Mängeln
Ob und welche finanziellen Folgen dies für die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben hat, lasse sich noch nicht sagen, erklärte Carolin Seegmüller vom Landauer Architekturbüro Werkgemeinschaft vor dem Hauptausschuss der Verbandsgemeinde. Laut Verbandsbürgermeister Patrick Sema (SPD) wurden Ende Oktober in einer nichtöffentlichen Bauausschusssitzung die Mängel begutachtet und mögliche Lösungen besprochen. Seither habe sich auf der Baustelle einiges getan.
Vor rund einem Jahr, erinnerte die Architektin, sei mit dem Rohbau begonnen worden. Der Start war holprig, weil am Untergrund einiges zu erledigen war. Ende Oktober habe die mit dem Rohbau beauftragte Firma erklärt, sie sei fertig. Bei der Abnahme der Arbeiten seien aber einige Themen aufgekommen. So entspreche der Sichtbeton nicht der Güte, die in der Ausschreibung gefordert wurde. Die Decke im Ratssaal, die in Sichtbeton gestaltet werden soll, sehe im Moment schlimm aus, bestätigte Seegmüller. Ein weiteres Problem waren sogenannte Maßtoleranzen. Die Maße passten nicht, was Auswirkungen für den Fensterbauer hatte, weil Fensterstürze nicht passten.
Auseinandersetzungen mit der Baufirma
Der Sichtbeton sei ein derart gravierender optischer Mangel, so Seegmüller, dass eine Abnahme nicht möglich war. Was zu Auseinandersetzungen mit der Baufirma führte. Mit Blick auf die Ratssaaldecke beauftragte die Verbandsgemeinde (VG) einen Beton-Fachgutachter. Der bestätigte die Mängel. Diese würden von der Baufirma jetzt beseitigt, sagte Seegmüller und resümierte: „Wir versprechen uns im Moment, dass wir das gewünschte Ergebnis nahezu erreichen.“ Ob zu hundert Prozent, stehe noch nicht fest. Technisch sei der Beton in Ordnung, er erreiche aber nicht die geforderte Sichtbetonqualität. Dazu, dass man jetzt in guten, sachlichen Gesprächen mit dem Bauunternehmen stehe, habe die Expertise des Gutachters beigetragen. Die Verbandsgemeinde als Bauherr werde durch einen Rechtsbeistand beraten, ergänzte Thomas Schatton von der VG-Bauabteilung. Ein Teil des Rechnungsbetrags werde vorerst nicht ausbezahlt, sondern zurückgehalten.
Statt schon im vorigen Herbst startet der Innenausbau nun voraussichtlich erst im März. Der neue Bauzeitenplan sei von allen Firmen akzeptiert worden, sagte Schatton. Bislang seien noch keine Preiserhöhungen angemeldet worden.
Fensterbauer findet eine Lösung
Die Fenster konnten nicht wie geplant eingebaut werden. Inzwischen habe der Fensterbauer eine Lösung gefunden, um die Fenster so zu setzen, dass später die Fassade passt.
Schon bevor in Deutschland die Diskussion um Gasheizungen aufgekommen ist, wurde für das Rathaus eine Gasheizung in Auftrag gegeben. Wolle man jetzt eine andere Technik, müsse man klären, ob das Land als Zuschussgeber da mitmacht. Setze man komplett auf Wärmepumpentechnik und verzichte auf den Gasanteil, sei mit sehr hohen Mehrkosten von 392.000 Euro zu rechnen.
Bis zur nächsten Ratssitzung sollen Ingenieure eine detailliertere Wirtschaftlichkeitsberechnung vorlegen.