Mittwochsinterview
„Auf vielen Rastplätzen fehlt’s an der Sauberkeit“
Herr Schmitt, Sie waren mit Ihren Kollegen auf 19 Rastplätzen unterwegs. Wo waren Sie denn überall und welcher war am weitesten entfernt?
Am weitesten entfernt war der Rastplatz Heidenfahrt bei Ingelheim. Wir haben die Rastplätze in einem Abstand von acht Wochen kontrolliert. An der A60/61, dann sind wir Richtung Saarland gefahren, dann waren wir bis zur A65 unterwegs, also vom Osten bis Süden, vom Westen bis Norden haben wir Rastplätze in unserer Gegend abgefahren. Wir sind das alles zweimal durchgefahren. Da waren Volker Schork dabei, der Regionalbeauftragte des Clubs, und mein Kollege Roland Kaiser.
Gab es einen Ausreißer nach oben oder unten?
Wer ganz schlecht abgeschnitten hat, war der Rastplatz Höllenplacken an der A6 bei Kaiserslautern. Dort sind auch WCs. Die waren aber alle zugeschlossen. Dann sind wir um die WCs drumherum gegangen und haben uns umgesehen. Das will ich keinem beschreiben, wie das dort hinten ausgesehen hat. Das kann ja nicht sein. Es gibt ja Leute, die ein Bedürfnis haben. Dass dann alle WCs zugeschlossen sind, auch die für die Behinderten, das ist unmöglich. Das will man keinem zumuten.
Wie sieht es auf den Plätzen im Allgemeinen aus?
Die Sauberkeit war bei vielen nicht gut. Vielleicht muss man da das Reinigungsintervall verändern. Was wir auch gemerkt haben ist, dass es am Wochenende schlimmer ist. Am Wochenende müssen die Mülleimer knallvoll sein. Wir haben auf einem Platz Autoreifen gefunden – da kann ja keiner was dafür. Dann haben Leute Hecken abgeladen, schön gebündelt neben dem Mülleimer, das verstehe ich gar nicht. Grünabfall zu entsorgen ist doch kostenlos. Was wir festgestellt haben ist, dass die Mülleimer auf den Plätzen vollgestopft sind.
Werden die Rastplätze missbraucht, um Abfall zu entsorgen?
Den Eindruck habe ich schon. Als ich das gebündelte Holz gesehen habe, das war richtig fachmännisch, das hätte jeder Wertstoffhof oder jede Grünabfallsammelstelle angenommen. Warum man das auf eine Raststätte legt, entzieht sich meiner Kenntnis. Bei den Reifen war neben der Gummi abgeschnitten, damit man die Nummer nicht mehr erkennen konnte und es nicht nachvollziehbar ist, wo sie herkommen. Das war schon eine Entsorgung von Stoffen, für die man auf dem Wertstoffhof hätte Geld bezahlen müssen. Was ich nicht verstehe: Einen Reifen zu entsorgen kostet 1,50 Euro. Das ist nicht die Welt. Warum schmeißt man einen Reifen raus, den man auf jeder Deponie für 1,50 Euro entsorgen kann?
Nur auf einem der 19 Rastplätze gab es ein WC. Das kommt mir wenig vor. Stehen im Ausland mehr Toiletten auf Rastplätzen als bei uns?
Ja, aber in Frankreich zum Beispiel sind die Raststätten nicht so üppig. Was wir hier mehr haben, sind Rastplätze zum Ausruhen, wo man sich hinsetzt, ein Brot isst, sich die Beine vertritt. Wir haben ermittelt, dass 86 Prozent aller Rastplätze in Rheinland-Pfalz mit Toiletten ausgestattet sind. Das ist nicht wenig gegenüber anderen Bundesländern.
Gibt es etwas, das auf Rastplätzen fehlt?
Was ganz schlimm ist, was ich auch nicht verstehe, ist die Sache mit den Zigaretten. Es gibt keine Möglichkeit, Zigaretten irgendwo zu entsorgen, außer man schmeißt sie auf den Boden. Natürlich ist es ein Aufwand, Aschenbecher an die Mülleimer zu montieren. Aber die schlechteste Möglichkeit ist es doch, die Zigaretten auf den Boden zu schmeißen. Sie auf dem Boden auszutreten und dann in den Mülleimer zu werfen, ist ja auch nicht ungefährlich.
Und die Ausstattung der Plätze an sich?
Die war nicht schlecht, das muss standardisiert sein, die waren durchgängig behindertengerecht, Bänke waren vorhanden, dementsprechend auch die Mülleimer. Das war nicht schlecht. Aber die Sauberkeit fehlte.
Auf was achteten Sie besonders?
Wir haben die Mülleimer, die Barrierefreiheit, die Sitzmöglichkeiten kontrolliert. Die Sitzmöglichkeiten waren in Ordnung. An jedem Parkplatz war eine Notrufsäule, die man zu Fuß erreichen konnte. Das finde ich gut. Das war mir vorher noch nie aufgefallen.
Was steht denn als nächste Clubinitiative an?
Wir schauen uns jetzt die Park-and-Ride-Möglichkeiten an. Mir fällt in Kaiserslautern nur eine ein, vorne am Opel-Parkplatz. Oder Pirmasens, ich wüsste keine Stelle, wo ich mein Auto abstelle und ein Bus mich abholt und in die Stadt bringt. Auf der einen Seite beschweren sich die Städte, es sei zu viel Verkehr, aber Park and Ride bietet keiner an.
Wir hatten auch schon Aktionen am Kindergarten, wo wir geschaut haben, ob die Kinder angeschnallt waren, haben einen Geschwindigkeitscheck an Kindergärten gemacht, eine Aktion sicherer Schulweg mit Kindern. Vor zwei Jahren haben wir uns Parkhäuser angeschaut. Die Autos werden immer größer und bei den Parkhäusern ist der Beton auf Zentimeter ausgelegt.