Kommentar
W-Lan stört Pfalz-Gefühl
Mittdreißiger und noch ältere Zeitgenossen kennen die Epoche, in der sie nur am PC ins Internet gehen konnten. Heute wird nahezu jederzeit auf dem Smartphone herumgetippt – sei es an Bushaltestellen, in Pausen oder auf dem Stillen Örtchen. Die Pfälzerwald-Hütten sind aber bis heute eine der wenigen Orte, an denen die Geräte oft in den Hosentaschen bleiben. Weil das Erlebnis und die Gespräche mit Wanderfreunden wichtiger sind – auch mangels Empfang. Das sollte so bleiben. Der Wald kann nur offline genossen werden. Viele Menschen suchen gerade deshalb Zuflucht im Pfälzerwald, um der digitalen Hektik zu entgehen.
Die Verbandsgemeinde Edenkoben hat es gut gemeint mit ihrer Entscheidung, Hütten ans Glasfasernetz anschließen zu wollen. Es gibt Betreiber, die das möchten. Allerdings stehen die Verantwortlichen, meist die Pfälzerwald-Vereine, eher vor Frage, wie sie Ehrenamtliche für den Thekendienst gewinnen, anstatt Besuchern W-Lan anbieten zu können.
Statt in den Breitbandausbau im Wald zu investieren, sollte das Geld anderen Stellen eingesetzt werden. Hütten brauchen kein schnelles Internet. Die Menschen werden auch weiterhin dorthin einkehren, obwohl sie am Tisch keine Videos oder Webseiten aufrufen können.
