Bad Bergzabern
Bürgermeisterwahl: SPD-Kandidatin Kathrin Flory im Porträt
Auf ihre Erfahrungen als Ortsbürgermeisterin von Klingenmünster möchte Kathrin Flory (SPD) aufbauen, um die Verbandsgemeinde vorwärts zu bringen. Das sagt die 41-Jährige zur Motivation, als neue Bürgermeisterin ins Schloss einzuziehen. „Was ich im Ort geschafft habe, möchte ich auch in der Verbandsgemeinde schaffen“, sagt Flory. „Es bereitet mir sehr viel Freude, mit Menschen zu arbeiten.“ Das zeigt sich auch in ihrem Beruf, denn sie ist gelernte Kinderkrankenschwester und hat sich zur Fachkraft für Kinder- und Jugendpsychiatrie weitergebildet.
Im RHEINPFALZ-Gespräch fällt ein Wort immer wieder: „Wir“. Damit meint Flory, dass sie über die Generationen hinweg Alle mitnehmen wolle – die Mitarbeiter der Verwaltung, die Bürger, die Bürgermeister, den Verbandsgemeinderat, soziale Einrichtungen wie etwa das Haus der Familie. „Es geht nur gemeinsam“, ist Flory überzeugt. „Ich will nicht von oben einfach etwas heruntergeben und diktieren. Die Dinge sollen gemeinsam erarbeitet werden.“
„Zamme schaffe, zamme feire“
Ein konkreter Schritt zu mehr Miteinander ist ihrer Meinung nach, die Öffentlichkeitsarbeit zu stärken. Die Bürger regelmäßig im Amtsblatt und in sozialen Medien über aktuelle Dinge zu informieren „schafft Transparenz. Die Leute fühlen sich dadurch mitgenommen“, meint Flory und beruft sich auf ihre Erfahrungen aus Klingenmünster, wo sie das schon umgesetzt hat. Sie wolle die „Pälzer Mentalität mit in die Verbandsgemeinde bringen“, sagt sie. „Zamme schaffe, zamme feire.“
Die Unzufriedenheit mit der Verwaltung, die hier und da zum Ausdruck kommt, teilt Flory nicht. „Wir haben dort sehr gutes Personal“, bescheinigt sie. „Wir haben bisher gute Erfahrungen mit der Verwaltung gemacht“, sagt sie aus der Perspektive der Ortschefin von Klingenmünster. Verbesserungspotenzial sieht sie trotzdem. Bei großen Projekten etwa solle es nicht weiter so sein, dass man von Abteilung zu Abteilung geschickt werde. Ebenso finde sie es nicht gut, dass sich Leute extra frei nehmen müssten, um einen neuen Personalausweis zu beantragen. Im Austausch mit den Mitarbeitern im Bürgerbüro solle erörtert werden, inwieweit man die Öffnungszeiten des Bürgerbüros anpassen könne. „Wir sollten versuchen, neue Wege zu gehen. Das ist eine große Chance für alle.“
Steinfelder Schwimmbad muss erhalten bleiben
Ein wichtiges Thema ist für Flory die Digitalisierung. Diese wolle sie vorantreiben, „auch in den Kitas und Grundschulen“. Es sei wichtig, dass die Kinder früh die digitale Welt kennenlernen, und zwar nicht nur zum Spielen. Eng damit verbunden ist der Glasfaserausbau in den Gemeinden. „Das ist schwierig“, sagt Flory über den derzeitigen Stand mit Baumängeln und -verzögerungen. Als Verbandsbürgermeisterin seien ihre Möglichkeiten jedoch begrenzt, einzugreifen. „Das ist nur durch Kontrolle der Arbeiten möglich.“
Ganz klar positioniert sich die SPD-Kandidatin beim Steinfelder Schwimmbad, das aus ihrer Sicht unbedingt erhalten bleiben muss. Durch ihre Heimatgemeinde Klingenmünster sei sie da ein gebranntes Kind, sagt sie mit Blick auf das dortige Schwimmbad, das in ihrer Jugendzeit geschlossen wurde. „Für Steinfeld gilt es, einen Plan zu entwickeln, dass es bleiben kann.“ Es gehe natürlich nicht alles auf einmal, sagt sie zu anstehenden Sanierungsarbeiten. „Ein Schwimmbad ist auch ein sozialer, familiärer Treffpunkt. Das darf nicht wegfallen.“
Erhöhung der VG-Umlage wohl unumgänglich
Auch die medizinische Versorgung müsse angegangen werden, findet Flory. „Es macht Ängste, gerade bei älteren Menschen, wenn kein Hausarzt mehr da ist“, sagt sie. Wobei zum Thema medizinische Versorgung ihrer Meinung nach neben den Ärzten auch zum Beispiel Pflegedienste und die Gemeindeschwester plus zählen. „Wenn die Versorgung gewährleistet ist, gibt das den Menschen ein Sicherheitsgefühl.“ Um das zu erreichen, ist nach Florys Auffassung unter anderem eine vertiefte Zusammenarbeit über die deutsch-französische Grenze hinweg nötig. „Hierzu muss es Gespräche geben. Wieso sollte jemand, der in Schweigen-Rechtenbach wohnt, nicht zum Arzt oder in die Klinik nach Weißenburg gehen können?“
Wenig Illusionen macht sich Flory in Sachen Verbandsgemeinde-Umlage, die derzeit bei 33,6 Punkten liegt. Das heißt, die Ortsgemeinden müssen von 100 Euro, die sie einnehmen, 33,60 Euro an die Verbandsgemeinde abgeben. Eine Erhöhung um ein oder zwei Punkte ist schon seit Längerem im Gespräch. „Wir brauchen uns nichts vorzumachen, das wird so kommen“, ist sich Flory sicher. Allerdings ist sie auch der Überzeugung, dass die Kreisumlage gesenkt werden sollte, um an dieser Stelle die Gemeinden zu entlasten. „Dazu müssen Verhandlungen geführt werden“, sagt Flory.
Ob sie im Falle eines Wahlsieges Ortsbürgermeisterin von Klingenmünster bleibt, darüber hat sie noch nicht entschieden. Nur so viel steht fest: „Ich bleibe aufjeden Fall bis zum Ende der laufenden Amtszeit 2024.“
Info
Weitere Infos zu Kathrin Flory im Internet unter www.kathrinflory.de.