Edesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Anwohnerin klagt über Raser in der Luitpoldstraße

Die Luitpoldstraße führt vom Edesheimer Rathaus in Richtung der Staatsstraße, die derzeit ausgebaut wird.
Die Luitpoldstraße führt vom Edesheimer Rathaus in Richtung der Staatsstraße, die derzeit ausgebaut wird.

Raserei, Schäden an geparkten Autos, Beschimpfungen – eine Anwohnerin der Luitpoldstraße in Edesheim findet die Verkehrssituation vor ihrer Haustür unerträglich. Von den Behörden fühlt sie sich im Stich gelassen.

Margot Kuntz stellt der laufende Ausbau der Ortsdurchfahrt in Edesheim vor eine Belastungsprobe. Nicht etwa, weil sie selbst dadurch Umwege in Kauf nehmen muss. Durch die Sperrung der Staatsstraße, die seit Sommer vergangenen Jahres abschnittsweise erfolgt und sich voraussichtlich noch bis Mitte kommenden Jahres hinziehen wird, würden deutlich mehr Verkehrsteilnehmer durch die Luitpoldstraße fahren und damit für Probleme sorgen.

„Die Nerven liegen blank“, sagt Kuntz. Viele würden unter der Verkehrssituation leiden, nicht nur Anwohner der Luitpoldstraße, sondern auch Menschen, die in der angrenzenden Schlossstraße leben. Doch weder das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Edenkoben noch die Polizei würde den Anlass sehen, auf ihre Beschwerden hin zu reagieren. „Muss erst ein Kind überfahren werden oder noch mehr Schaden entstehen, dass sich etwas ändert?“, fragt sich Margot Kuntz, die seit rund zehn Jahren in der Luitpoldstraße lebt.

Beschwerden und Beschimpfungen

Zweimal schon habe sie jemand beim Vorbeifahren gestreift, als sie mit dem Rad unterwegs war. Auch als Fußgängerin müsse sie derzeit gut aufpassen, dass sie beispielsweise beim Überqueren der Straße nicht angefahren wird. Besonders gefährdet sieht Kuntz Kinder und Jugendliche, die in der Luitpoldstraße leben beziehungsweise teils alleine hoch zur Grundschule oder in die entgegengesetzte Richtung laufen.

Und was das Thema Schäden angeht: Jemand sei kürzlich gegen den Kotflügel ihres Autos gekommen. Seitdem stelle sie ihren Wagen meist auf ihrem Grundstück ab. Autofahrer, denen es nicht schnell genug gehen kann, bis sie durch ihr Hoftor fährt, würden sich beschweren und sie beschimpfen. Doch davon abgesehen befürchtet Kuntz, dass Verkehrsteilnehmer noch stärker aufs Gaspedal treten, wenn mehr Anwohner ihre Fahrzeuge in ihren Höfen parken und Rasern eine „freie Fahrt“ ermöglichen.

Gemeinde verzichtet auf Halteverbot

Auch aus dem diesem Grund verzichtet die Gemeinde bislang auf Halteverbote, die sich hier und dort Anwohner der innerörtlichen Umleitungsstrecke in der Zeit des Ausbaus der Staatsstraße wünschen, damit sich der Verkehr seltener staut. Das teilt Ortsbürgermeisterin Sigrid Schwedhelm-Schreiner (FWG) auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Wobei es generell begrüße, dass Anwohner ihre Fahrzeuge auf ihren Grundstücken abstellen statt am Straßenrand. Dadurch werde unter anderem der Parkdruck im Ort reduziert.

Der Ortschefin ist bislang noch nicht zu Ohren gekommen, dass in der Luitpoldstraße zu schnell gefahren wird . Auch die Polizei in Edenkoben hat nach eigener Aussage nichts davon mitbekommen. Bei ihr haben sich Edesheimer vielmehr über das gestiegene Verkehrsaufkommen in ihrer Straße beklagt.

Was das Ordnungsamt mitteilt

Eine Geschwindigkeitsüberwachung, welche Kuntz unter anderem anregt, um Rasern Einhalt zu gebieten, ist in der Luitpoldstraße aus Sicht der Polizei nicht möglich. Der Streckenabschnitt sei zu kurz, um dort eine Tempomessung zu veranlassen. Zumal es Autofahrer ihrer Ansicht nach schwer haben dürften, dort Tempo aufzunehmen. Der Abschnitt sei kurvig und nicht so breit. Auch durch die am Straßenrand geparkten Fahrzeuge sei es bei normalen Verkehrsverhältnissen kaum möglich, schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer voranzukommen.

Angesprochen auf die Situation in der Luitpoldstraße teilt das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde mit, dass der Durchgangsverkehr in der Zeit des Straßenausbaus in Edesheim offiziell über die A65 oder über die benachbarten Dörfer Großfischlingen und Venningen umgeleitet wird. Heißt: Wenn wegen der Sperrung der Staatsstraße mehr Verkehrsteilnehmer durch die Luitpoldstraße fahren, ist das nicht zu verhindern.

Geschwindigkeitsmesstafel gewünscht

Der Polizei stellt allerdings fest, dass in der Zeit des Straßenausbaus innerorts mehr geparkte Autos oder Verkehrsschilder beschädigt werden. Allein in diesem Jahr hat sie 16 Unfälle registriert. Diese seien zum Beispiel beim Rangieren entstanden oder wenn die Verursacher dem Gegenverkehr ausweichen wollten.

Für Kuntz muss sich etwas ändern. Schließlich wird der Ausbau der Ortsdurchfahrt die Edesheimer noch eine Weile beschäftigen. „Und so lange sich nichts ändert, wird die Luitpoldstraße die Autobahn von Edesheim sein“, betont sie. Um Abhilfe zu schaffen, sollte die Polizei häufiger vor Ort sein. Auch eine Geschwindigkeitsmesstafel würde ihrer Ansicht nach helfen, dass Verkehrsteilnehmer stärker auf ihr Tempolimit achten, ist Kuntz überzeugt.

x