Fragen und Antworten
Vor Draisinen-Start am Mittwoch: Das sollten Gäste zum Saisonbeginn wissen
Wann geht’s los und was ändert sich?
In dieser Saison rollen die Draisinen im Glantal und im Naheland mit neuem Betreibermodell: Während die Teilstrecke „Glantal“ von Altenglan bis Lauterecken weiterhin vom Landkreis Kusel betrieben wird, kümmert sich nun die Verbandsgemeinde (VG) Nahe-Glan um den Betrieb der nördlichen Teilstrecke im Kreis Bad Kreuznach, genauer: der Teilstrecke „Naheland“ von Staudernheim nach Meisenheim. „Aus Sicht des Gastes gibt es also zwei verschiedene Draisinen-Strecken, die unabhängig voneinander gebucht werden“, erklärt Philipp Schultheiß im RHEINPFALZ-Gespräch, der bei der Kreisverwaltung Kusel zuständig für die Draisinen ist. Der Kreis Kusel, Eigentümer der ehemaligen Bahnstrecke, stelle der VG Nahe-Glan die nördliche Teilstrecke zur Verfügung, zusätzlich Fahrrad-Draisinen gegen ein Entgelt. Die VG Nahe-Glan habe dann auch ihr eigenes Buchungssystem, informiert Schultheiß.
Auf beiden Strecken greifen verschiedene Konzepte: Auf der Teilstrecke „Glantal“ wird nach wie vor im Wechsel in eine Richtung gestrampelt – an ungeraden Tagen erfolgt der Start in Altenglan, an geraden in Lauterecken. Los geht’s am morgigen Mittwoch ab 9 Uhr deshalb auch in Altenglan.
Im „Naheland“ dagegen wird mit Wendebetrieb gefahren: Beginn ist stets in Staudernheim. Ab 13 Uhr steuern Draisinen-Gäste die nächste Haltestelle an, wenden das Gefährt und strampeln wieder zurück. Der Start der Saison ist im Naheland ebenfalls für Mittwoch angekündigt.
Warum wurde die Strecke geteilt?
Die Teilung der Draisinen-Strecke, die ursprünglich durchgängig von Altenglan bis nach Staudernheim verlief, in die Abschnitte „Naheland“ und „Glantal“ ist im Landkreis Kusel bereits 2022 beschlossen worden. Hintergrund waren die anstehenden Brückenarbeiten in Odenbach, die nun jedoch erst 2025 erfolgen. Im Februar vergangenen Jahres kam es zu einem Unfall einer Reiterin, die durch eine Brücke bei Odernheim brach. Daraufhin wurden alle Brücken überprüft und mehrere Mängel festgestellt.
Jene auf dem Abschnitt von Altenglan nach Lauterecken konnten noch vor dem Start der vergangenen Draisinen-Saison behoben werden. Die Beseitigung jener zwischen Staudernheim und Meisenheim sei jedoch zeitaufwendiger und mit höheren Kosten verbunden, hieß es damals vonseiten der Kreisverwaltung, weshalb der Landkreis Kusel die nördliche Teilstrecke 2023 nicht an den Start bringen wollte.
Interesse bekundete dann die VG Nahe-Glan, die die erforderlichen Reparaturen an der Strecke vornahm und bereits im vergangenen Jahr für die Unterhaltung verantwortlich zeichnete. Betrieben wurden beide Draisinen-Teilstrecken im vergangenen Jahr dennoch vom Landkreis Kusel, wenngleich der nördliche Abschnitt wegen der Sanierungsarbeiten erst Mitte Juli an den Start ging. In diesem Jahr übernimmt die VG Nahe-Glan den Betrieb im Naheland, die für die Verkehrssicherheit der Strecke einiges investieren musste.
Wie Uwe Engelmann, Bürgermeister der VG Nahe-Glan, auf RHEINPFALZ-Anfrage berichtet, wurden vor dem Saisonstart unter anderem die provisorischen Bauzäune durch fest verankerte Zäune ersetzt sowie Geländer erhöht. „Die Kosten belaufen sich auf circa 25.000 Euro“, so Engelmann. Hinzu komme die Arbeitszeit des Bauhofes, „denn wir konnten einen Großteil der Arbeit selbst ausführen“.
Schultheiß betont: „Es bleibt eine gewidmete Bahnstrecke.“ Sollte die Glantalbahn reaktiviert werden, könne man dem Rechnung tragen – ungeachtet der Draisinen-Vereinbarung.
Wie viele Draisinen werden jeweils auf den beiden Strecken eingesetzt und wie sieht es in Sachen Konkurrenz aus?
Knapp 65 Draisinen und somit der deutlich größere Anteil werden Schultheiß zufolge im Glantal unterwegs sein. 35 Fahrrad-Draisinen seien für die nördliche Teilstrecke abgegeben worden. Elektro- und Konferenz-Draisinen, die deutlich wartungsintensiver seien und die sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuten, seien nur zwischen Altenglan und Lauterecken im Einsatz.
Wichtig ist Schultheiß zu betonen, dass keine Konkurrenzsituation zwischen beiden Strecken beziehungsweise Betreibern aufgebaut werden soll. Der Kreis bleibe weiterhin mit den Bad Sobernheimern in Gesprächen. So habe man sich auch auf einheitliche Preise für die Draisinen verständigt. Die Erhöhung um rund fünf bis sechs Euro wurde zuletzt im Kreisausschuss beschlossen. „Für uns war klar, dass wir die Draisinen-Preise erhöhen müssen. Rein rechnerisch hätten wir das schon früher machen müssen“, erläutert Schultheiß und verweist auf höhere Kosten – etwa für den Unterhalt und Ersatzteile. Die neuen Preise gelten ab 1. April.
Über einen möglichen Partnerrabatt beziehungsweise ein Kombiticket für beide Strecken wolle man sich noch abstimmen, so Schultheiß.
Wie viele Buchungen gab es bereits? Und welches Ziel wird in dieser Saison angestrebt?
Schultheiß zufolge liegen für die Strecke Altenglan-Lauterecken circa 1500 Vorbuchungen vor. Für die Ostertage sowie den Saisonstart am Mittwoch seien noch Draisinen frei.
Schultheiß’ Wunsch in Sachen Buchungszahlen im Glantal für diese Saison: an die 5000 zu kommen. Rund 8000 Buchungen habe es vor der Pandemie für die ganze Strecke gegeben. „Leider hatten wir in den vergangenen Jahren immer den Umstand, dass es keine normalen Draisinen-Saisons gab“, sagt er und verweist etwa auf spätere Starts.
Engelmann zufolge sind die Buchungszahlen im Naheland „bisher ermutigend, ändern sich auch täglich“. Bereits vor der Fertigstellung des neuen Buchungsportals habe es mehr als 200 feste Buchungen und etliche Anfragen gegeben.
Welche neuen Attraktionen gibt es entlang der Strecken und wo können Draisinen-Touren gebucht werden?
Der im vergangenen Sommer eröffnete Mehrgenerationenplatz in St. Julian sei mit die größte Attraktion auf der Teilstrecke „Glantal“, berichtet Schultheiß. Gäste könnten dort rasten und picknicken, die Kinder auf dem Gelände mit Trampolinen und Streetballplatz spielen. Er verweist auch auf das kürzlich ausgebaute Stellwerk in Lauterecken mit Infopunkt und barrierefreier Toilette. Dies biete auch Draisinen-Gästen einen Mehrwert. Infos und Buchung für die Teilstrecke „Glantal“ im Netz unter draisinentour.de. Für die Teilstrecke „Naheland“ unter draisine-nahe-glan.de. Engelmann zufolge werden zurzeit unter anderem noch Kombiangebote mit Angeboten entlang der Strecke erarbeitet, besonders in Meisenheim.