Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Kuseler Wochenendekolumne: Eine Landschaft, gut für Luftaufnahmen und gut gegen Corona

Theisbergstegen und Godelhausen: Das war das erste Foto unserer Serie, die den Kreis Kusel aus der Vogelperspektive zeigt.
Theisbergstegen und Godelhausen: Das war das erste Foto unserer Serie, die den Kreis Kusel aus der Vogelperspektive zeigt.

Schritt für Schritt

Es füllt sich so langsam wieder auf den Straßen. Und in den Geschäften und Lokalen. Anders als in den Großstädten haben sich die Menschen im ländlichen Raum ein wenig mehr Zeit gelassen mit dem Versuch, zur Normalität zurückzukehren.

Das ist zum einen vernünftig: Schon während des Lockdowns gab es in unserer Region verhältnismäßig wenige grobe Verstöße gegen die staatlichen Hygienevorschriften. Und die schrittweisen Lockerungen wurden von den Menschen in der Region auch schrittweise angenommen: Da gab es kaum ein Übers-Ziel-hinaus-Schießen, wurden die Kontakte vielerorts doch weiterhin aufs Nötigste beschränkt – kein Freizeitaktionismus, nur, weil’s halt wieder erlaubt ist.

Zum anderen ist es aber auch erklärbar: Wer vor der Tür Wiesen und Wälder hat statt mehrspuriger Durchgangsstraßen, wer aus purer Freude einfach loswandern oder mit dem Rad losfahren kann statt vor jede Freizeitaktivität längere Autofahrten inklusive Parkplatzsuche zu stellen, wer mit den meisten seiner Nachbarn mal über den Zaun plauschen kann statt in der Anonymität zu verschwinden, für den waren die vergangenen Monate – bei allen Einschränkungen – vielleicht nicht ganz so unerträglich.

Dass es die Menschen jetzt, da es im Kreis seit vielen Wochen kaum noch Neuinfektionen gibt, immer mehr nach draußen zieht, freut diejenigen, die lange Zeit kaum eine Chance hatten, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wie etwa die Gastronomen. Die dürfen zwar seit Mitte Mai wieder öffnen, doch die ungewohnten Umstände beim Restaurantbesuch – und womöglich auch ein wenig die Vorsicht – haben doch viele von den gewohnten, regelmäßigen Gaststättenbesuchen abgehalten.

Seit zwei, drei Wochen laufe es aber immer besser, höre ich die Gastronomen in den Mittagspausen sagen. Das ist natürlich nicht repräsentativ. Aber es bestätigt den Eindruck, der sich in den Lokalen bietet. Auch beim „Hutmacher-Sommerabend lite“ am Donnerstag auf dem Kochschen Markt in Kusel war jede Menge los. Daran, dass man sich nun eben an einige zusätzliche Vorschriften halten muss, scheinen sich fast alle gewöhnt zu haben.

„Kreis Kusel von oben“

Was gibt es mittlerweile nicht alles „von oben“ zu sehen. Sendungen mit Luftaufnahmen von Frankreichs Küsten, japanischen Großstädten oder skandinavischen Fjorden bescheren den Fernsehsendern hohe Einschaltquoten. Die Aufnahmen aus luftiger Höhe bieten aber auch tatsächlich oftmals interessante Einblicke in und Überblicke über die Landschaftsstrukturen – die natürlich entstandenen wie die von Menschen gemachten.

Aber warum in die Ferne schweifen, wenn – siehe einige Zeilen weiter vorne – das Gute doch so nah liegt? Wer hat denn schon Gelegenheit, die eigene Heimat von oben kennenzulernen? Seit dieser Woche veröffentlichen wir Luftaufnahmen, die jeweils eine Gemeinde im Kreis Kusel zeigen. Aus einer Perspektive, aus der selbst die Kirchtürme wie Bauklötzchen wirken. Und bislang gingen schon eine Menge E-Mails bei uns ein von Lesern, die mitraten, um welchen Ort es sich wohl handelt. Wir freuen uns über jede einzelne. Denn das zeigt, dass unsere Fotografen Markus Hoffmann und Eric Sayer aus gutem Grund in die Luft gegangen sind.

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