Offenbach-Hundheim
Kita „Glantalstrolche“: Der Brandschutz bereitet Sorge
Bereits durchgeführte Arbeiten an der Kita sorgten für Kritik. In der Einwohnerfragestunde monierten drei Bürgerinnen, dass der neue Stabmattenzaun mit Sichtschutz versehen wurde. Das sei ein massiver Eingriff in die Optik und trenne die Kita von der Gemeinde. Ortsbürgermeister Peter Stein erklärte: „Kinderschutz geht vor Ästhetik – und es sieht nicht schäbig aus.“ Daher werde der Zaun so bleiben, wie er ist.
Optisch werde es demnächst weitere Einschränkungen geben. Grund: Um den Anforderungen des Brandschutzes gerecht zu werden, müssten zwei Baugerüsttreppen aufgestellt werden. Bei einer Begehung der Kita seien neben einigen Kleinigkeiten – diese sind „kein Problem“, sagt Stein – auch zwei größere Maßnahmen ausgemacht worden. Zum einen die Brandschutztreppen. Zum anderen müssen noch Wanddurchbrüche erfolgen, sodass ein Verlassen aller Räume im Brandfall schnell möglich ist.
Investitionen unausweichlich
Die Gemeinde hat jetzt zwei Möglichkeiten: Sie kann für rund 9000 Euro zunächst ein Brandschutzkonzept erstellen lassen, oder sie arbeitet alle Punkte des Mängelprotokolls ab und sei damit auf der sicheren Seite, sagte Stein.
„Gewaltige Investitionen“ werden nötig, um alle Arbeiten an der Kita zu erledigen, so der Ortsbürgermeister. Denn es stehen nicht nur die Maßnahmen in den Brandschutz an. Zudem muss die Einrichtung umgebaut werden, um den Anforderungen des Kita-Zukunftsgesetzes gerecht zu werden. Für Stein ist klar: Nicht nur seine Gemeinde soll für die Investitionen aufkommen. Deshalb werde derzeit eine neue Betriebsvereinbarung über die finanzielle Beteiligung der Einzugsgemeinden Wiesweiler und Nerzweiler erarbeitet.
Er habe dem Gemeinderat Wiesweiler seine Sichtweise erläutert und dort auch kein Unverständnis gespürt, sagte Stein. Dennoch: Beide Gemeinden wollten natürlich wissen, was finanziell auf sie zukomme. Doch da beiße sich die Katze in den Schwanz: Denn er könne derzeit die anstehenden Investitionskosten noch nicht beziffern, ergänzte Stein. Sicher sei nur: Bauliche Maßnahmen seien unausweichlich, da die Kita an ihre Kapazitätsgrenze stößt.
Fehlende Erkenntnisse
In Sachen Lüftungsanlage für die Kita präferiere der Gemeinderat einen anderen Weg als jener, der von der Verwaltung vorgeschlagen wurde. Die Verbandsgemeinde habe empfohlen, Anlagen fest zu installieren. Der Einbau hätte laut Stein ebenfalls größere Bauarbeiten zur Folge. Anschaffung und Einbau der Anlage würden rund 94.000 Euro kosten, wovon die Gemeinde abzüglich der Förderkosten und einer möglichen Beteiligung der Einzugsgemeinden noch knapp 13.000 Euro stemmen müsste. Da es noch keine gesicherten Erkenntnisse darüber gebe, wie effektiv die Anlagen vor einer Infektion schützen, nahm die Gemeinde von der großen Lösung Abstand. Stattdessen präferiert die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder mobile Geräte, die preislich in etwa beim Eigenanteil der Gemeinde lägen und zudem schnell zur Verfügung stehen, erklärte Stein.