Nanzdietschweiler
Grünes Licht für Waldrefugien
Auf offene Ohren war bereits vor zwei Jahren der Vorschlag gestoßen, den Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel und Forsteinrichter Georg Bauer dem Ortsgemeinderat vorgestellt hatten. Durch die Ausweisung sogenannter Waldrefugien soll eine „Inwertsetzung des Waldes“ erreicht werden. Das Konzept beruht darauf, dass auf die Nutzung einzelner kleinerer Bestände und Baumgruppen im Wirtschaftswald verzichtet wird. Vereinfacht gesagt, entstehen so über die ganze Waldfläche verteilt Inseln mit alten und absterbenden Bäumen. Diese Bäume verbleiben als Totholz im Wald – ein natürlicher Kreislauf.
Revierförster Andreas Bonin präsentierte dem Gremium die fünf Waldrefugien, die nun von der Unteren Naturschutzbehörde genehmigt worden sind. Aufgewertet als sogenannte Kompensationsflächen , kann die Gemeinde diese kleinen Inseln mit einer Gesamtfläche von 16,5 Hektar als Ausgleichsflächen nutzen – auch für andere Kommunen oder Unternehmen, die dafür zahlen.
Beitritt zu Forstzweckverband
Insgesamt besitzt Nanzdietschweiler knapp 150 Hektar Wald. Die Gemeinde ist nun dem Forstzweckverband „Oberes Glantal“ beigetreten. Kleinhempel nannte Zahlen: Der Ort wird aus den gesamten Holzerlösen des Zweckverbandes einen Anteil von rund 6,5 Prozent erhalten. Die Gemeinde partizipiert auch an der dreijährigen Anschubförderung von jährlich 3000 Euro durch das Land.
Dass die Gemeinde den Weg Forstzweckverband mitgeht, kristallisierte sich bereits im Mai 2019. In der damaligen Ratssitzung hatte der ehemalige Ortsbürgermeister Martin Holzhauser moniert, dass der jährliche Holzverkauf gerade mal die Betriebskosten sowie die Zahlungen an das Forstamt decke. Wirtschaftlich könne dies nicht länger hingenommen werden. Der Forstzweckverband soll helfen, ebenso die Waldrefugien.
Prämie für Nachhaltigkeit
Für das Jahr 2021 steht jedoch ein Defizit von rund 4000 Euro im Forstwirtschaftsplan, dem der Ortsgemeinderat zustimmte: Aus der Holzernte von rund 634 Festmetern erwartet Förster Bonin Einnahmen von rund 43.900 Euro. Dem stehen Aufarbeitungskosten von rund 27.100 Euro gegenüber.
Ein kleiner Lichtblick war da die Nachricht von Ortsbürgermeisterin Annette Filipiak-Bender: Aus dem Konjunkturprogramm des Bundes für nachhaltige Waldbewirtschaftung gibt es eine Einmalprämie von 15.000 Euro.