Dennweiler-Frohnbach RHEINPFALZ Plus Artikel Ferien auf dem Bauernhof: Sonja Doll empfängt seit mehr als 30 Jahren Urlauber auf ihrem Hof

Verbringen ihre Osterferien auf dem Bauernhof in Dennweiler-Frohnbach: die Schwestern Lore, Marie und Daisy (von vorne) aus Oppe
Verbringen ihre Osterferien auf dem Bauernhof in Dennweiler-Frohnbach: die Schwestern Lore, Marie und Daisy (von vorne) aus Oppenheim.

Tiere stehen bei Kindern meist hoch im Kurs. Warum also nicht mal in den Ferien den Kontakt vertiefen? Zum Beispiel beim „Urlaub auf dem Bauernhof“. Die RHEINPFALZ hat danach gesucht, aber nur noch eine Anbieterin im Kreis Kusel gefunden.

Der Bio-Hof von Sonja Doll aus Dennweiler-Frohnbach ist schon seit Jahren ein beliebtes Ferienziel für Familien mit Kindern. Ostern war ausgebucht, auch für den Sommer gebe es schon Anfragen, berichtet die Landwirtin. In ihren zwei Ferienwohnungen bringt sie zwar auch ab und zu Montagearbeiter oder Geschäftsreisende sowie Angehörige von Familienfeiern unter, „aber es kommen auch viele Familien zum Urlaubmachen“, sagt sie.

Das Gelände auf dem Hof ist befestigt, so dass die Kinder mit Rad und Roller frei herumfahren können. „Und sie können direkt zu den Tieren hinlaufen“, berichtet Doll. Neben den Rindern gibt es derzeit zwei Katzen und vier Einstell-Pferde. „Aber der Hauptdarsteller auf dem Hof bin wohl ich“, sagt Doll scherzhaft.

Kinder von früher kommen mit eigenen Kindern

Mit dem Traktor ein Wasserfass auf die Weide kutschieren, Kühe mit Schubkarren und Heugabel füttern, Äpfel aufsammeln und keltern, Nüsse sammeln im Herbst – das sind einige Tätigkeiten, bei denen Sonja Doll die Familien gerne mitnimmt. „Manchmal ist es auch eine Spazierfahrt mit dem Traktor“, verrät sie.

„Heute kommen schon die Kinder von früher mit ihren eigenen Kindern“, berichtet sie. Ihre Besucher fahren unter anderem aus den Niederlanden, aus dem Schwäbischen oder aus Norddeutschland in die Westpfalz. Doch auch wenn sie ganz aus der Nähe kommen, etwa aus Mainz – „es ist hier doch eine ganz andere Welt“, sagt die Bäuerin. Ihre Gäste schätzten nicht nur das Bauernhofleben, sondern auch die Ruhe, die Natur und die Landschaft.

„Urlaub auf dem Bauernhof“, das hat Sonja Doll selbst bereits 1979 bei einem Praktikum an der Nordsee kennengelernt. „Urlaub war ja bei uns kein Thema“, blickt sie gerade in Bezug auf die Tierhaltung zurück. Das Verhältnis zwischen den Bauersleuten und ihren Gästen sei sehr schön gewesen. Daher habe sie sich entschlossen, später ebenfalls „Urlaub auf dem Bauernhof“ anzubieten. „Als Landwirt kommt man meist nicht aus dem Dorf raus. Deswegen habe ich gedacht, dann hole ich die Welt eben zu mir.“

Seit Ende der 1990er Jahre bietet sie Bauernhof-Urlaub an. Mit weiteren Anbietern im Kreis Kusel habe es bis vor einigen Jahren noch einen guten Austausch und festen Zusammenhalt gegeben. Doch ein Pendeln von Hof zu Hof, wie sie es an der Nordsee kennengelernt hatte, um unterschiedliche Angebote zu nutzen, sei wegen der Entfernungen im Kreis Kusel nur schwer möglich gewesen.

Bauernhof ohne Tiere

Im Internet findet sich auf der Seite „Pfälzerbergland“ eine Liste von Anbietern. Darunter ist auch der Sangerhof in Henschtal mit Reiterferien vertreten. Die RHEINPFALZ hatte alle aufgelisteten Anbieter kontaktiert und herausgefunden, dass die meisten gar keinen „Urlaub auf dem Bauernhof“ mehr anbieten. Einige vermieten noch Zimmer an Monteure. So auch Doris Graf-King vom Schwanenhof in Wolfstein. Früher seien viele Familien mit Kindern gekommen, sagt sie. Heute „sind wir ein Bauernhof ohne Tiere“. Weitere Anfragen blieben auf mehrfaches Nachfragen unbeantwortet. Darüber hinaus gibt es – wie etwa den Perlenhof in Kirrweiler – noch weitere Höfe, die Zimmer anbieten, aber nicht in der Kategorie „Urlaub auf dem Bauernhof“.

Insgesamt gibt es für das Thema „Urlaub auf dem Bauernhof“ in der Pfalz nur sehr wenige Anbieter, bestätigt Lena-Sofie Schuster von der Pfalztouristik in Neustadt auf Anfrage. Sie registriert zudem eine sehr geringe Nachfrage. In Rheinland-Pfalz gebe es für „Urlaub auf dem Bauernhof“ keine festen Kriterien, erläutert Schuster.

Achtung vor Lebensmitteln, Tieren und der Natur

Getreide bestimmen, Eier mit Naturstoffen färben, Rummelebootze oder Kürbisse schnitzen – das Angebot auf dem Hof in Dennweiler-Frohnbach richtet sich häufig nach der Jahreszeit. Wichtig ist Sonja Doll, ganz grundsätzliche Dinge weiterzugeben – bevor sie vielleicht in Vergessenheit geraten. Dabei gehe es ihr auch um die Achtung vor Lebensmitteln, Tieren, der Natur. Elementares Wissen über die Erzeugung von Lebensmitteln sei vielfach nicht mehr vorhanden, bedauert sie.

Über die Jahre seien nicht nur viele interessante Begegnungen, sondern auch echte Freundschaften entstanden, berichtet Doll. Ein Selbstläufer sei das Angebot aber nicht. „Es ist schon zeitaufwändig. Aber ich habe es nie bereut.“

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