Oberes Glantal
Aktion Gelbes Band: Obst kostenlos von fremden Bäumen pflücken
In der Westpfalz und damit auch in der Verbandsgemeinde Oberes Glantal gibt es viele Streuobstbäume. Oft gehören sie den Gemeinden, Obst- und Gartenbauvereinen oder Privatleuten. Häufig schaffen es die Eigentümer nicht, alle reifen Früchte zu ernten. Sie fallen herunter und verfaulen. „Das ist eigentlich zu schade“, sagt Tobias Weber, zuständig für soziale Angelegenheiten in der Verbandsgemeindeverwaltung. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Lebensmittelpreise könnten sich Menschen mit geringem Einkommen Obst nur noch begrenzt leisten. Außerdem sei es schade, wenn das Obst auf den Wiesen ungenutzt liegen bleibe und verkomme.
Die Projektgruppe „Natur und Umwelt“, die sich im Rahmen der Landesinitiative „Ich bin dabei – Menschen 60+ Lust am Ehrenamt vermitteln“ im Oberen Glantal gegründet hat, hatte schon im vergangenen Jahr eine Aktion in der Verbandsgemeinde angestoßen, die es bereits an anderen Orten gibt: Alle Baumbesitzer, die reife Früchte verschenken möchten, hängen gelbe Stoffbändchen an die Äste. „Damit zeigen sie, dass die Ernte für Dritte freigegeben ist.“ So könnten „natürliche und wertvolle Lebensmittel einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden“. Auch aus ökologischer Sicht sei dieser Schritt sehr zu begrüßen, unterstreicht Weber.
Bislang erst eine Nachfrage für gelbes Band
Die gelben Bänder sind als Meterware kostenlos bei den Bürgerbüros in Waldmohr, Schönenberg-Kübelberg und Glan-Münchweiler erhältlich. Außerdem können sie bei der Verbandsgemeindeverwaltung angefordert werden. Diese werden dann von einem der sechs Mitglieder der Projektgruppe vorbeigebracht. Die Anschaffung der Bänder ist laut Weber als Leader-Projekt anerkannt und unter der Rubrik „Ehrenamtliche Bürgerprojekte der Lokalen Aktionsgruppe Westrich-Glantal“ gefördert worden.
Die ersten Bänder seien bereits im vergangenen Jahr an Bäume am Ohmbachsee gehängt worden. Weber weiß von positiver Resonanz zu berichten. In diesem Jahr habe es bislang erst eine Nachfrage nach dem gelben Stoffband im Bürgerbüro in Schönenberg-Kübelberg gegeben, bei den anderen beiden noch keine. „Aber die Leute können die Bänder immer noch ordern“, sagt Weber. Die Haupterntezeit stehe ja noch bevor.