Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Landschaftspfleger Rocky und Rambo sorgen für Ordnung

Rambo (links) und Rocky sind seit Samstag auf dem Schauffele-Gelände.
Rambo (links) und Rocky sind seit Samstag auf dem Schauffele-Gelände.

Bis das geplante Sport- und Freizeitgelände rund um den Schauffele-See steht, werden noch einige Jahre ins Land gehen. Eine Attraktion gibt es auf dem ehemaligen Kieswerksgelände aber jetzt schon.

Bereits am vergangenen Samstag sind Rocky und Rambo auf das eingezäunte Areal direkt am Schauffele-See gebracht worden. Die beiden Schottischen Hochlandrinder gehören Kerstin und Ulrich Maier aus Berg. Seit 2008 züchten sie die imposanten Tiere. Neben der Zucht der Rinder ist die Landschaftspflege der Schwerpunkt ihres Betriebs. So sind ihre Tiere etwa im Naturschutzgebiet Allmendäcker in Rheinstetten im Einsatz oder auf dem Gelände des ehemaligen Materiallagers der US-Streitkräfte bei Berg. Und nun auch auf dem früheren Kieswerksgelände in Wörth. „Wir sind sehr froh, dass das hier geklappt hat“, sagt Ulrich Maier bei der offiziellen Vorstellung von Rocky und Rambo.

Zunächst sind die beiden Bullen nicht zu sehen auf dem weitläufigen, dicht bewachsenen Areal. Doch die Tiere eilen schnell herbei, als Kerstin Maier sie mit geübten Lauten herbeilockt. Die beiden Jugendtiere sind sehr zutraulich, lassen sich von Kerstin Maier genüsslich das zottelige Fell bürsten. „Normalerweise muss man die Tiere nicht bürsten, aber wir machen das, um ihr Vertrauen zu gewinnen“, erläutert Kerstin Maier. Schottische Hochlandrinder gelten nicht nur als robust und genügsam, sondern auch als gutmütig. „Wenn hier Besucher vorbeikommen und ihnen täglich Brot bringen, dann werden sie sehr schnell Zutrauen gewinnen“, sagt Ulrich Maier.

Verstärkung in vegetationsreichen Monaten

Allerdings ist das nicht der Sinn der Sache. Die beiden Hochlandrinder sollen das Gelände dauerhaft offen halten und so für die bereits dort lebenden schützenswerten Arten den Lebensraum erhalten. Etwa eineinhalb Jahre sind Rocky und Rambo alt. „Ich habe bewusst zwei junge Bullen ausgewählt“, sagt Ulrich Maier. Denn jahreszeitlich bedingt ist die Vegetation derzeit noch nicht so üppig. Hochlandrinder ernähren sich in erster Linie von Gras und Heu. „Sie brauchen aber nicht unbedingt energiereiches Gras. Sind auch mit trockenem Gras zufrieden. Außerdem fressen sie auch Gehölz und Baumrinde“, erklärt Maier. Und die Jungbullen sind beim Fressen noch etwas zurückhaltend, In den vegetationsreichen Monaten Mai, Juni, Juli, wenn es also mehr Nahrung gibt, werde er auch mal Verstärkung auf das Schauffele-Gelände bringen, kündigt Maier an. Aber nur für kurze Zeit. Rocky und Rambo werden allerdings dauerhaft hier ein Zuhause finden.

Lebensraum für viele Tiere

Froh über den Einzug der neuen Bewohner ist Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD). Denn damit sei der erste Teil der Nachfolgenutzung des ehemaligen Kieswerkgeländes abgeschlossen. Rund 4 Hektar groß ist laut Nitsche die ökologische Ausgleichsfläche. Landschaftsplaner Johannes Nau vom „Büro Ber.G“ aus Berg berichtet, was in den vergangenen Jahren bereits auf dem Gelände entstanden ist. So seien ausreichend Lebensräume für Kreuzkröten, Mauereidechsen und Schlingnattern geschaffen worden. Auf einer kleinen Kiesinsel im See ist ein Brutrevier für den Flussregenpfeifer entstanden. Der Bodenbrüter brütet auch im Uferbereich. Während der Brut werden Rambo und Rocky von dieser Region ferngehalten.

2019 sei die Pläne für die Nutzung des Schauffele-Geländes als Sport- und Freizeitareal entstanden, erinnert Nitsche an die Anfänge. Er werde oft gefragt, wann denn nun endlich etwa passiere, erzählt der Bürgermeister. „Ich bin froh, dass wir schon so weit sind“, sagt Nitsche. Es liefen im Hintergrund Gespräche mit den Vereinen, die auf dem Schauffele eine neue Heimat finden sollen. „Wir müssen natürlich wissen, wie die aktuellen Bedarfe und Wünsche sind. Vielleicht hat sich seit 2019 ja etwa geändert“, sagt Nitsche. Diese Gespräche würden nun intensiviert. Er sei zuversichtlich, dass es bald entscheidende Schritte voran gehe, so Nitsche.

Besitzer schauen täglich nach den Tieren

Zwei eingezäunte Areale werden von den Rindern beweidet. Sie sind durch einen Weg voneinander getrennt. Dieser führt direkt zum See, damit die Angler jederzeit freien Zugang haben. Der Uferbereich werde vom Angelverein gepflegt, bestätigt Roland Heilmann, Vorsitzender des Sportfischer- und Fischzuchtvereins Wörth.

Im Schnitt 35 Schottische Hochlandrinder besitzen Kerstin und Ulrich Maier. Alle Tiere bekommen einen Namen. Der Anfangsbuchstabe des Namens ist abhängig vom Namen des Vaters. Der Vater von Rocky und Rambo heißt Remo, deshalb musste ihr Name mir R beginnen. Brüder haben sie übrigens auch.

Die Hochlandrinder der Maiers sind zu einem großen Teil bei unterschiedlichen Beweidungsprojekten im Einsatz. Nach allen Tieren werden täglich geschaut, versichern die Züchter. „Falls Passanten sehen, dass ein Zaun beschädigt ist oder dass sich irgendjemand an den Tieren zu schaffen macht, sind wir für jeden Hinweis dankbar“, sagt Ulrich Maier.

Rund 4 Hektar ist das Areal groß, das die Rinder beweiden.
Rund 4 Hektar ist das Areal groß, das die Rinder beweiden.
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