Winden RHEINPFALZ Plus Artikel Brand nach Verpuffung in Werkstatt

Wasser, marsch! Nach einer Verpuffung auf einem Werksgelände.
Wasser, marsch! Nach einer Verpuffung auf einem Werksgelände.

Rund 70 Feuerwehrleute aus der ganzen Verbandsgemeinde rückten mit mehreren Fahrzeugen und Gerät zusammen mit dem Roten Kreuz am Brandort an. Großübung. Und ein Beigeordneter wird nass.

Alle sieben Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde Kandel beteiligten sich am vergangenen Samstag an der ersten Jahresabschlussübung nach der Corona-Zwangspause. Rund 70 Wehrleute waren dabei mit zahlreichen Fahrzeugen und technischem Gerät im Einsatz, ebenso Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. Es galt, die Folgen einer Verpuffung in einem Werkstattgebäude, das sich im rückwärtigen Grundstücksteil an der Steinweilerer Straße befindet, zu bekämpfen.

Und dabei wurden alle Register gezogen. Denn nicht nur das Gebäude war zu schützen, auch Menschen, die Verletzungen erlitten hatten, mussten in Sicherheit gebracht werden. Zunächst eilten die Wehrleute aus Winden und Steinweiler zum Brandort. Windens neuer Wehrführer Daniel Stripf, der die Einsatzleitung übernahm, bat auch die Nachbarwehren um Verstärkung. So fuhr die Wehr aus Kandel auch mit der großen Drehleiter vor und half mit, den Brandherd zu bekämpfen. Die meisten Wehrleute trugen Atemschutzausrüstung, alles wurde fein säuberlich dokumentiert und kontrolliert. Angehörige einer Luftbeobachtungseinheit der Feuerwehr aus Wörth verfolgte das Geschehen und ließ ihre mit der Kamera bestückte Drohne über das Übungsgelände fliegen. Unterdessen hatte man festgestellt, dass auf dem benachbarten Grundstück einer Autowerkstätte ein Fahrzeug vom Wagenheber gefallen war und eine Person unter sich eingeklemmt hatte. Auch diese konnte mit der Rettungsschere befreit werden.

Ungeplanter Wasseraustritt

Alles gut gegangen also. Das konnten auch die vielen Beobachter feststellen, die sich zur angekündigten Übung eingefunden hatten. Windens Ortsbeigeordneter Ralf Schönlaub, selbst Feuerwehrmann, gewährte den Kindern besondere Einblicke in die Arbeit der Wehr. Gekommen waren auch Mitglieder des Verbandsgemeinderates, der für die Ausrüstung der Feuerwehren die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen muss. Dass der Erste Verbandsbeigeordnete Josef Vollmer durch den „ungeplanten“ Wasseraustritt ein eher unfreiwilliges Bad nehmen musste, wird seiner Solidarität gegenüber der Feuerwehr keinen Abbruch tun. Das versicherte er, nachdem er (in trockener Kleidung) schon bald wieder vor Ort war.

Insgesamt, so Wehrleiter Alexander Ditz bei der folgenden Abschlussbesprechung, sei alles, mit Ausnahme der erwähnten „Schlauchdusche“ für den Verbandsbeigeordneten, planmäßig verlaufen. Vor allem habe man wieder einmal testen wollen, wie die Zusammenarbeit der Wehren funktioniert. Man könne sich aufeinander verlassen, wie sich nicht nur bei Übungen, sondern auch bei realen Einsätzen immer wieder bestätige, so Ditz. Habe man im vergangenen Jahr insgesamt 168 Einsätze geleistet, so seien es in diesem Jahr bisher bereits 162 gewesen. Darunter auch drei besonders schwierige, wie in der Silvesternacht am Krankenhaus in Kandel, im März beim Brand in einem Weingut in Winden und zuletzt beim Zugunglück zwischen Winden und Kandel.

Kosten für Feuerwehrhaus steigen

Der Wehrleiter dankte allen 263 Aktiven für ihren Einsatz. Man ist sicher, so Verbandsbürgermeister Volker Poß, dass das in die Feuerwehr investierte Geld gut angelegt ist. Nach seinen Angaben sind die Kosten für die Erweiterung des Feuerwehrhauses in Kandel schon auf eine Summe von mehr als fünf Millionen Euro angestiegen. Die Entscheidung, dieses Geld zu investieren, sei ebenso richtig wie die zum Kauf neuer Fahrzeuge.

Bei der Jahresabschlussübung in Winden galt es unter anderem auch Verletzte zu bergen.
Bei der Jahresabschlussübung in Winden galt es unter anderem auch Verletzte zu bergen.
Viele Feuerwehrleute arbeiteten unter Atemschutz.
Viele Feuerwehrleute arbeiteten unter Atemschutz.
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