Kandel
Betagte Schönheiten auf Rädern bewundert
Die Freude über diesen großen Erfolg war ihm anzumerken. Ludwig Pfanger, Präsident des Oldtimerclubs Kandel, strahlte vor lauter Glück. Schließlich zog das dritte Oldtimer-Treffen an der Bienwaldhalle so viele Besucher an wie noch nie. Es war die erste Großveranstaltung dieser Art nach der Pandemie. Die Menschen schlenderten gemütlich über das große Areal. Hier wurde ihnen einiges geboten: Schon am Rande der Busstraße waren zehn Ford-Mustangs aufgereiht, die die Blicke auf sich zogen. Das galt eigentlich für alle 220 liebevoll gepflegten Oldtimer. Immer wieder war zu hören, dass „die Autos früher sich halt äußerlich noch sehr stark unterschieden“. Da konnte man Ford, Opel oder Mercedes noch klar am Zuschnitt ihrer Karosserie auseinanderhalten.
Quellen für Ersatzteile gefragt
Gefragt wurde nicht nur nach dem Benzinverbrauch, sondern auch nach den besten Quellen für Ersatzteile. So stellten auch Fachfirmen ihr Angebot aus. Vertreten waren so ziemlich alle Automarken, auch solcher Hersteller, die es längst nicht mehr gibt. Amerikanische Straßenkreuzer, die nicht in jede normierte Garage passen würden, fielen ins Auge. „Ich habe meinen in den 70er-Jahren in Karlsruhe von einem GI gekauft, der schnell in die Staaten zurück musste“, erzählte einer. „Und der läuft bis heute noch problemlos. Mit Automatik und Servolenkung. Braucht etwa 15 Liter Benzin.“ Aber nicht nur Straßenkreuzer, auch ein Rolls Royce fuhr vor. Ein Oldtimer schaffte den Weg von Homburg im Saarland nach Kandel.
Eines der ältesten Exemplare dürfte wohl das „Modell T“ von Ford gewesen sein: Baujahr 1922, 20-PS-Motor. Sein Spitzname „Tin Lizzie“ oder „Blechliesl“ kam nicht von ungefähr. Auffallend der außen am Trittbrett angebrachte „Kofferraum“ für die große Reise. Nicht weit weg davon konnte man einen schlanken Messerschmitt-Kabinenroller bewundern: ein Zweisitzer, 1958 gebaut mit 10,2-PS-Motor.
Ein Franzose mit Fanclub
Ins Auge fiel ein Renault-Kleinbus Baujahr 1935, der eigentlich im Museum des Vereins „Autocars Anciens de France“ in Wissembourg ausgestellt ist. Wer hier Platz nahm, wurde gleich darauf hingewiesen, dass man beim Bau auf eine Klimaanlage verzichtet hatte. Aus dem Elsass angereist waren etwa 20 Oldtimerfreunde, was den Kandeler Club besonders freute.
Vor der Bienwaldhalle standen aber nicht nur viele vierrädrige Boliden. Auch Zweiräder, Motorräder und Mopeds, bereicherten die Show. Nicht zu vergessen die vielen Traktoren in allen Größen, teils von Herstellern, die es nicht mehr gibt. Sie kamen aus Ottersheim oder von den Veteranenfreunden aus Jockgrim, aber auch aus Kandel und Umgebung.
Wunsch nach Dauereinrichtung
Unter den begeisterten Besuchern war auch Bürgermeister Volker Poß, der anregte, das Oldtimer-Treffen zum festen Bestandteil im Kandeler Veranstaltungskalender werden zu lassen. Poß zeigte sich gegenüber der RHEINPFALZ egeistert, nicht nur von den vielen sehr unterschiedlichen Exponaten, sondern auch davon, wie viele Zuschauer sie in die Bienwaldstadt lockten.