Karlsruhe „Noch einige Träume verwirklichen“

Judith Borger startet ihre Schauspielausbildung auf der anderen Seite des Atlantiks an der renommierten Film Academy.
Judith Borger startet ihre Schauspielausbildung auf der anderen Seite des Atlantiks an der renommierten Film Academy.

«Karlsruhe.» Natürlich hat Judith Borger Träume. „Alleine mit der Zusage von einer der renommiertesten Schauspielschulen ging schließlich ein Traum für mich in Erfüllung“, sagt die 30-jährige Karlsruherin. Seit Wochen fiebert sie der nächsten Station in ihrem jungen Leben in entgegen und Mitte September stieg sie in den Flieger nach Los Angeles.

Auf dem Gelände des Filmstudios Warner beginnt sie in diesen Tagen ihr einjähriges Schauspielstudium an der New York Film Academy (NYFA). „Und während des Studiums möchte ich noch einige Träume verwirklichen“, sagt Borger mit einem Schmunzeln. Die Träume sind allerdings deutlich weniger glamourös als der klingende Name der amerikanischen Traumfabrik vermuten lässt. „An eine große Karriere im Rampenlicht verschwende ich eigentlich keinen Gedanken“, sagt Borger. „Aber ich hoffe auf eine super Schauspielausbildung, bei der ich viele neue Erfahrungen sammeln kann“. Die Möglichkeit für das Auslandsjahr bezeichnet Borger als „größte Herausforderung“ ihres bisherigen Lebens. In den Schoß gefallen ist ihr diese Chance allerdings nicht. Borger hat in Deutschland bereits eine dreijährige Musical-Ausbildung an der Stage School Hamburg absolviert und sich gezielt an der Starschmiede beworben. Und mit Glück habe die Zusage ebenfalls nichts zu tun, so Borger, denn schließlich habe sie die Juroren bei ihrem Bewerbungsauftritt in Frankfurt offenbar überzeugt. Dort gab Borger zwei englischen Monologe, einen aus einem Bühnenstück und einen aus dem Hollywood-Film „Eiskalte Engel“, zum Besten. Neben der Zusage erhielt sie für ihre Darbietung gleich noch ein Talentstipendium. „Das war natürlich ein zusätzlichen Ansporn“, sagt Borger. Die Kosten in Höhe von 34.000 Dollar für das erste Jahr an der Schauspielschule sowie für Miete und Lebenshaltung könne sie damit aber bei Weitem nicht decken und deshalb arbeitete die studierte Politik- und Verwaltungswissenschaftlerin zur Finanzierung ihres Studiums im vergangenen Jahr auch noch als selbstständige Personaltrainerin. „Das hat auch viel Spaß gemacht Aber ich wollte endlich einmal etwas mache, für das ich richtig brenne“, sagt Borger. Wahrscheinlich habe sie es in ihrem bisherigen Leben immer allen möglichen Leuten recht machen wollen, sagt sie rückblickend. Sowohl in der Grundschule als auch im Gymnasium Neureut habe sie immer sehr gute Zeugnisse mit nach Hause gebracht und deshalb war Studium an der Universität Konstanz nach dem Abitur auch der nächste logische Schritt in ihrer Lebensplanung. Doch trotz eines sehr guten Abschlusses habe sie sich nicht richtig mit den Studieninhalten identifizieren können. „Das Studium war mit viel Arbeit und wenig Spaß verbunden“, so Borger. Also hat sie neue Schwerpunkte für ihr künftiges Leben gesetzt. Richtig an ihre Grenzen geriet Borger dann erstmals während ihrer dreijährigen Ausbildung zur Musical-Darstellerin in Hamburg. „Dort werden die Leute zunächst einmal komplett auseinander genommen und anschließend langsam wieder aufgebaut“, erinnert sich Borger an diese prägenden Jahre. Obwohl sie die Stage School am Ende ohne Abschluss verließ, habe sie während dieser Zeit endgültig Feuer für das Schauspielfach gefangen und sich nach einiger Bedenkzeit für die Bewerbung an der NYFA entschlossen. „Wahrscheinlich wollte ich allen Leuten zeigen, dass es ein ganz normales Mädchen, das seine ersten Lebensjahre in der Hardt verbrachte, bis nach Hollywood schaffen kann“, betont Borger. Dadurch wolle sie auch andere junge Mädchen zur Verwirklichung ihrer Träume motivieren. Wenn es um ihre eigenen Vorbilder geht, fallen recht schnell die Namen Angelina Jolie und Leonardo Di Caprio. Also doch die Sehnsucht nach Glanz und Glamour? „Bei diesen beiden Stars mag ich besonders, dass sie sich für soziale Projekte engagieren“, relativiert Borger ihre Aussage. Und wenn ein Traum in Erfüllung gehen soll, dann doch bitte ein Filmdreh mit einem Regisseur wie Christopher Nolan oder Peter Jackson. „Mit Quentin Tarantino würde ich aber eher ungern zusammenarbeiten“, sagt die Karlsruher Schauspielerin, „denn in seinem Filmen fließt mir immer zu viel Blut“.