Der Weintipp RHEINPFALZ Plus Artikel Kein Gold am Goldberg – aber hervorragender Riesling

Arbeitet bei seinem Riesling teilweise mit jungen Holzfässern: Michael Schroth.
Arbeitet bei seinem Riesling teilweise mit jungen Holzfässern: Michael Schroth.

In Asselheim baut Winzer Michael Schroth auf Kalkboden einen markanten Weißen an.

Weinberge in der ganzen Welt profitieren davon, dass sich Meere, Flüsse und Kontinente im Laufe von Millionen Jahren verschoben haben. So blieb der Kalk von den Schalen der Bewohner früherer Meere erhalten und findet sich als wertvoller Anteil mehr oder weniger verwittert in den Weinbergsböden. Bekannte Kalklagen sind etwa der Kallstadter Saumagen und die Ilbesheimer/Arzheimer Kalmit. Es sind natürlich nicht die einzigen. Das Tertiärzeitalter (vor 66 bis 2,3 Mio. Jahren) beispielsweise hinterließ bei Asselheim erhebliche Kalkanteile in der Lage Goldberg, die heute den dort wachsenden Rieslingen und Burgundern zugutekommen.

Duft nach Zitrusfrüchten

Dass dort Gold gefunden wurde, ist allerdings nicht überliefert. Woher der Namensanteil „Gold“ in Weinbergslagen kommt, ist schwer zu sagen. Schatzfunde oder die Bodenfarbe können namensprägend gewesen sein, ebenso wie Ironie bei geringwertigem Kulturland. Dass sich Winzer mit den Kalkböden der Lage eine goldene Nase verdienen, scheidet als namensgebend aus. Wertvoll ist Kalk dennoch. Er hinterlässt beim Riesling auch im Fall von sehr guter Traubenreife eine gewisse Leichtigkeit, die wohl mit der oft etwas höheren Säure zu tun hat. Junge Rieslinge aus Kalkböden duften oft nach Zitrusfrüchten. Hochwertige Kalkrieslinge können ausgezeichnet in der Flasche reifen.

Michael Schroths Goldberg Riesling profitiert vom hervorragenden Jahrgang 2017, vom Kalkboden und vom Können des jungen Winzers. Dem ist es nämlich gelungen, vier Fünftel des Weines im recht neuen Holzfass auszubauen, ohne dass eine störende Holznote entsteht. Sie hält sich dezent im Hintergrund und gibt dem Wein nur ein wenig mehr Statur. Das Ergebnis ist ein hervorragender, für seine Qualität preiswerter Wein, der zu Recht jetzt erst, mit zarter Flaschenreife, verkauft wird. Schon im Aroma wirkt er mit Zitrus-, Walnuss- und Mandarinennoten spielerisch. Er tanzt zunächst ganz leicht auf der Zunge, zeigt im Nachhall jedoch edle Tiefe und Länge. Gold wert!

Der Wein

2017er Riesling Asselheimer Goldberg. Weingut Schroth, 67269 Grünstadt. 06359 /8015251, www.weingut-schroth.de. 13,40 Euro ab Weingut.

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