Obersülzen RHEINPFALZ Plus Artikel Im Frühjahr soll ein Rundwanderweg eröffnet werden

 Auf dem Weg hinter der ehemaligen Schilfkläranlage erklärt Andreas Lehmann (Mitte) den Gemeinderatsmitgliedern Matthias Geyer u
Auf dem Weg hinter der ehemaligen Schilfkläranlage erklärt Andreas Lehmann (Mitte) den Gemeinderatsmitgliedern Matthias Geyer und Anja Jacobs, was noch alles erledigt werden muss.

Der Name steht schon fest, zusätzliche Bänke und ein paar Infotafeln fehlen aber noch: Im Frühjahr soll der knapp sechs Kilometer lange „Obersülzer Fröscherundweg“ eingeweiht werden. Die Idee dazu stammt aus der derzeit laufenden Dorfmoderation.

Seit mindestens 20 Jahren bereits steht ein knappes Dutzend Bänke an den Gemarkungsgrenzen der Gemeinde Obersülzen – mitten in der freien Natur. Sie seien Teil der Vorgeschichte des geplanten Rundwegs, erzählt Ortsbürgermeister Andreas Lehmann (SPD). Bei der derzeit laufenden Dorfmoderation sei in der Arbeitsgruppe (AG) Dorfbild die Idee aufgekommen, einen Weg zum Wandern und Spazieren auszuweisen und die bereits vorhandenen Bänke miteinzubeziehen. Die Strecke müsse nicht eigens angelegt werden, sondern existiere im Grunde bereits, sagt Lehmann. Der Weg, der zu einigen markanten Punkten führen soll, müsse nur noch verfeinert und vollendet werden.

Damit möglichst die ganze Flurfläche umrundet und hin und wieder eine Rast eingelegt werden kann, sollen noch drei weitere Sitzbänke hinzukommen. Für das Mobiliar werden laut Lehmann aktuell Angebote eingeholt. Außerdem sollen auch zwei neue Infotafeln und einige kleinere Wegweiser beschafft werden. Alles in allem wird die Errichtung des Rundweges 4543,66 Euro kosten. Die Leader-Aktionsgruppe Rhein-Haardt bewilligte kürzlich aus ihrem Regionalbudget 2577,29 Euro für die Beschilderung und Möblierung, die Verbandsgemeinde Leiningerland steuert 286,37 Euro bei.

Schilfkläranlage ein markanter Punkt

Die gesamte Route führt über Wirtschafts- und Feldwege. Einstiege sind überall möglich, wer sie sich komplett vornehmen möchte, beginnt allerdings am besten am Obersülzer Sportplatz – wo der Rundweg dann auch wieder endet. Los geht es an der nördlichen Seite des Sportgeländes. Von dort aus weist das gemächlich leicht abwärts fließende Gewässer des Landgrabens dem Wanderer den Weg gen Osten, bis hin zur ehemaligen Schilfkläranlage.

Von der einstigen biologischen Anlage am östlichsten Obersülzer Ortsrand geht es zurück Richtung Dorfgemeinschaftshaus. Dem dortigen Straßenschild Am Zollstock folgend führt der Weg bis zu den Obstplantagen im Süden. Dort ist das markante Steinkreuz nicht zu übersehen, das am Rand der Landstraße nach Laumersheim steht. Es wurde 1870 errichtet und soll ursprünglich an der Straßengabelung nach Dirmstein „rechts auf der Ecke“ gestanden haben.

Das steinerne Kreuz ist umgezogen

Vermutlich – so ist es jedenfalls der Obersülzer Dorfchronik zu entnehmen – wurde das Kreuz einst zum Gedenken an drei Soldaten aufgestellt. Sie sollen im Sommer 1870 beim Marsch von Dirmstein nach Obersülzen bei sengender Hitze den Tod gefunden haben. Vom Ort des tragischen Geschehens soll das Steinkreuz erst 1912 an den heutigen Platz an der Laumersheimer Straße gebracht worden sein.

Mit Blick auf Grünstadt verläuft der Rundweg in Richtung Westen durch Feld und Flur. Eine Abbiegung führt wieder zum Landgraben hinauf. Naturliebhaber können sich hier unter anderem an einem von der Obersülzer Naturschutzgruppe Bach und Baum angelegten Steinhaufen erfreuen, der dem Schutz und Unterschlupf von Kleintieren dient. An dieser Stelle liegt dann schon wieder der Sportplatz in Sichtweite.

Was fehlt ist ein Teich für Frösche

Lehmann zufolge sind einige Mitglieder des SPD-Ortsvereins bereit, sich um den Rundweg zu kümmern, damit dieser in Ordnung bleibt. Dass er den Namen „Fröscherundweg“ tragen wird, liegt für den Ortschef auf der Hand, denn den Obersülzern haftet von jeher der Uzname „Owwersilzer Frösch“ an. Die Benamsung geht vermutlich auf frühere Feuchtgebiete Am Landgraben zurück, in denen sich Frösche getummelt haben sollen. Einen steinernen Frosch am Landfrauenbrunnen vor der Kirche gibt es bereits und einige metallene Symbol-Hüpfer zieren den Zaun des Kinderspielplatzes mitten im Ort.

Was es bislang nicht gibt, ist ein Teich oder etwas Ähnliches am künftigen „Fröscherundweg“, der dem Namen zur Ehre gereicht. Ein kleines Biotop mit echten Fröschen eben. Aber vielleicht kommt das ja noch.

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