Leiningerland / Eisenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Homeschooling: Engpässe mit Ansage

Überall im Land hakt es beim Homeschooling, mit IServ jedoch funktioniert der Fernunterricht.
Überall im Land hakt es beim Homeschooling, mit IServ jedoch funktioniert der Fernunterricht.

Auch im Bereich der Unterhaardter Rundschau ist der Start in den Fernunterricht am Montag teilweise holprig gewesen, wie Rektoren auf Anfrage berichten. Vor allem bei der Lernplattform Moodle kam es zu technischen Schwierigkeiten. Hackerangriffe führten aber wohl eher nicht zu den Problemen, die am gestrigen Dienstag weiterhin bestanden.

Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium hatte am Montag auf Anfrage erklärt, dass die Online-Lernsysteme „auch durch Hackerangriffe massiv belastet“ worden seien. Pressesprecher Henning Henn berichtete von Schwierigkeiten beim Zugang und langen Ladezeiten. Und das, obwohl die Serverkapazitäten vor Weihnachten um ein Vielfaches aufgestockt worden seien. Allerdings: Die Probleme zum Schulstart am 4. Januar hatte das Land offensichtlich erwartet.

Land fordert Kompetenz der Lehrer

Wie von der Pestalozzigrundschule Eisenberg und der Berufsbildenden Schule (BBS) Donnersbergkreis zu hören ist, gab es ein Rundschreiben des Pädagogischen Landesinstituts vom 22. Dezember. Darin heißt es: „Erste Erfahrungen seit Beginn des Lockdowns in anderen Bundesländern zeigen, dass trotz intensiver Bemühungen teilweise massive Engpässe in der digitalen Infrastruktur aufgetreten sind.“ Um das hierzulande zu vermeiden, seien die didaktischen und organisatorischen Fähigkeiten der Lehrer gefragt.

„Aufgrund dieses Schreibens haben wir die Situation, wie sie jetzt zum Teil eingetreten ist, erwartet“, sagt Markus Fichter, Rektor der Pestalozzischule. Daher habe man „die Eltern informiert, dass der Fernunterricht in digitaler Form erst in der zweiten Woche anläuft“. Solange würden Schulstunden analog, über Lernpakete mit Kontaktmöglichkeiten via Telefon, Schulapp und Schulcloud, Chat, E-Mail und Lernvideos stattfinden.

Schuleigenen Server aufgesetzt

„In der Zwischenzeit haben wir einen externen, schuleigenen Server in Deutschland mit Videokonferenzsystem aufgesetzt, der der Datenschutzgrundverordnung entspricht“, so Fichter. Über dieses System seien am Sonntag und Montag erfolgreiche, fehlerfreie Probedurchgänge gelaufen, „sodass wir in dieser Woche Klassenstufe vier einbinden und in der kommenden Woche die weiteren Schüler“.

Vorbereitet auf das Chaos beim Homeschooling zu Jahresbeginn war man durch besagtes Schreiben auch an der BBS. „Es gab Störungen bei Moodle, die bei einigen Kollegen behebbar waren, bei anderen nicht“, erzählt Direktor Matthias Frietsch. Auch am Dienstag war festzustellen: „Sobald die Zugriffsrate hoch ist, geht gar nichts mehr.“

Arbeitsaufträge per E-Mail verschickt

Insofern seien Arbeitsaufträge größtenteils per E-Mail verschickt worden. „Über diesen Weg potenziert sich allerdings die Arbeitsbelastung unserer rund 100 Lehrkräfte“, so Frietsch. Zu dem vom Bildungsministerium als Alternative genannten Tool Teams von Microsoft, sagt der Schulleiter: „Hier bewegen wir uns in einer Grauzone, da die Server nicht in Deutschland stehen. Derzeit läuft eine Überprüfung durch den Datenschutzbeauftragten.“ Gespannt ist Frietsch, wie die Notenkonferenzen per Video in 14 Tagen ablaufen werden. Am Montag und Dienstag musste dieser Kommunikationsweg nicht genutzt werden, „da unsere Lehrkräfte Fernunterricht nach Stundenplan machen“.

Auch an der Grundschule am Atzenberg in Carlsberg hat man von den Schwierigkeiten bei BigBlueButton bislang nur gehört. „Da unser Kollegenteam vor Ort ist, brauchen wir nicht digital zu konferieren“, sagt Rektorin Angela Wilhelm. Aber die Kommunikation übers Internet zwischen Lehrern und Schülern führe temporär zu Problemen. „Am Montag kam es über den Vormittag verteilt immer wieder zu Störungen und auch in der Mittagszeit war es schwierig“, berichtet sie. Am Dienstag erreichte die Schule unter anderem der Anruf eines Vaters, der sich über das nicht funktionierende System beschwerte. Dennoch verweist Wilhelm auf einen überwiegend reibungslosen Ablauf: „Auf dem Pausenhof standen teilweise schon vor den Ferien Kisten mit Arbeitsmaterialien zur Abholung bereit.“

Plattform IServ macht keine Probleme

Keine Schwierigkeiten mit dem Homeschooling haben offensichtlich Schulen in Trägerschaft des Landkreises Bad Dürkheim, die mit der Plattform IServ ausgestattet sind. „Damit läuft der Fernunterricht ausgezeichnet“, bestätigt Ulrich Rosner, Konrektor der Integrierten Gesamtschule Grünstadt. Er sagt: „Auch Videokonferenzen konnten problemlos durchgeführt werden. Wir hatten allerdings im Vorfeld verschiedene Zeitfenster definiert, um den Ansturm zu entzerren.“

An der IServ-Pilotschule, dem Leininger-Gymnasium (LG) in Grünstadt, hat man laut Oberstudiendirektorin Cornelia Diehl „glücklicherweise nichts mitbekommen“ von dem holprigen Start in den Digitalunterricht. „Wir sind an dieser Stelle vergleichsweise autark“, bemerkt sie erfreut. Das erste Halbjahr sei dafür genutzt worden, die Fünftklässler in das System einzuführen. „Auch sie kommen mittlerweile gut damit zurecht“, erklärt Diehl. Für den Fernunterricht gebe es klare Regeln, verweist sie auf einen schulinternen Leitfaden, der in Kooperation mit Lehrkräften, Elternbeirat und Schülervertretung im Sommer erarbeit wurde. Diehl: „Insofern haben alle Schüler Unterricht nach Plan.“

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