Fussball
Uwe Naßhan ersetzt Tobias Hoffmann als Trainer bei B-Klassist Eintracht Lambsheim
Ende Februar hat Uwe Naßhan beim TSV Eppstein seinen Abschied verkündet. Aufgrund der Corona-Krise hat er danach allerdings kein Spiel und kein Training mehr geleitet. Etwa zur gleichen Zeit teilte Tobias Hoffmann nach eigener Aussage der Eintracht mit, dass auch er am Saisonende als Trainer aussteigt. Auch für ihn war damit sofort Schluss.
Naßhan sah nach eigenen Aussagen in einem RHEINPFALZ-Gespräch im Februar in Eppstein nicht die Perspektive, um ernsthaft den Aufstieg anzupeilen. Der Kader des TSV sei zu klein gewesen. Ausfälle konnten so nur schlecht kompensiert werden. Nach dem Abstieg in die B-Klasse hatte der TSV zwar immer vorne mitgespielt, doch für die Rückkehr in die A-Klasse hat es nicht gereicht. Immer nur auf Platz in der B-Klasse zu spielen, das sei auf Dauer nicht sein Ding, sagte Naßhan zu den Gründen seines Ausstiegs damals.
Naßhan war als Spieler in Fußgönheim aktiv
Davor hatte er lange Jahre die DJK Eppstein trainiert, mit ihr unter anderem in der Bezirksliga gespielt. Als Spieler war Uwe Naßhan mehr als zehn Jahre lang in der ersten Mannschaft des ASV Fußgönheim aktiv.
Nun wechselt er zu einer Mannschaft, die seit Jahren versucht, in die A-Klasse zurückzukehren, zu einem Verein, dessen Führung diesen Sprung herbeisehnt. In der vergangenen Saison sind die Lambsheimer dramatisch am Aufstieg gescheitert. Die Mannschaft hatte schon während der Runde mehrere Matchbälle, um den Aufstieg klar zu machen. Doch es reichte am Ende „nur“ für Tabellenplatz zwei und damit für die Teilnahme an den Relegationsspielen. In der dritten Partie scheiterten die Lambsheimer nach einem dramatischen Elfmeterschießen am KSV Amed Ludwigshafen.
Eintracht in dieser Saison auf Platz drei
In der laufenden Runde war die Eintracht trotz der Vorjahreserfahrung wieder vorne dabei, zuletzt auf Platz drei. Das hätte auch anders laufen können. Doch schon vor der Corona-bedingten Aussetzung der Spielzeit zeichnete sich ab, dass der Sprung nach ganz vorne, wenn überhaupt, nur schwer zu erreichen sein würde.
Nachdem Uwe Naßhan seinen Abschied beim TSV Eppstein verkündet hatte, nahm Eintracht-Vorsitzender Wolfgang Görtz mit dem Übungsleiter Kontakt auf. Man sei sich schnell einig geworden, sagt Naßhan.
Naßhan will „schlafenden Riesen“ wecken
Uwe Naßhan bezeichnet die Eintracht als „schlafenden Riesen“. Die Trainingsmöglichkeiten seien mit einem Kunstrasenplatz und zwei Rasenplätzen auf dem Gelände Am Holzacker ideal. In der vergangenen Woche hat sich der Trainer der Mannschaft vorgestellt und bereits ein erstes Training geleitet. Allerdings noch unter den Bedingungen, die zu Corona-Zeiten vorgeschrieben sind. Das sei noch nicht vergleichbar mit einem ordentlichen Training beziehungsweise einem Fußballspiel, meint der neue Coach. „Die Jungs wollten wieder auf den Platz. Bei mir kribbelt es ebenfalls. Von mir aus könnte die Vorbereitung im Juni starten“, sagt Naßhan.
Als Co-Trainer bringt Uwe Naßhan seinen Neffen Marc Hornig mit, der bisher die zweite Mannschaft des ASV Fußgönheim (B-Klasse Süd) trainiert hat. Und Hornig bringt laut Naßhan eine ganze Reihe von Akteuren mit nach Lambsheim, die bisher in der zweiten Mannschaft des ASV Fußgönheim gespielt haben. Mit weiteren Spielern stehe man in Kontakt. Torwart-Trainer wird Steffen Tretter, der in Obersülzen eine Torwartschule leitet und mit Naßhan schon in Eppstein zusammengearbeitet hat.
Vorstand in Sachen Ziele angriffslustig
Eigentlich kann das Ziel bei der Eintracht nur Aufstieg lauten. Doch Naßhan ist erst einmal vorsichtig. „Mal schauen, wie die Mannschaft dann zum Start in die Saison aussieht.“
Angriffslustiger ist da Eintracht-Vorsitzender Wolfgang Görtz. Er vermisste in den vergangenen Spielzeiten bei einigen Akteuren den letzten Willen, das Ziel auch erreichen zu wollen. Dass ein Training in der entscheidenden Phase der Saison 2018/19 ausgefallen sei, kann Görtz nicht verstehen. Da hofft er, dass das neue Trainer-Duo mehr rauskitzeln kann. Weil der Kader größer werde, gebe es zudem mehr Konkurrenzdruck. Dann falle es leichter, einen Spieler auf die Bank zu setzen, der nicht im Training war, meint Görtz. Wenn alles so passe, wie man es sich bei der Eintracht vorstelle, dann könne es in der kommenden Spielzeit nur ein Ziel geben: den Aufstieg. „Der Riese muss wachgerüttelt werden. Wir haben nicht den Aufstieg verpasst, weil die anderen so stark waren. Wir waren zum großen Teil selbst schuld daran. Mir hat das weh getan“, kritisiert der Vorsitzende.
Hoffmann will Verletzung auskurieren
Tobias Hoffmann hätte sich das Ende anders vorgestellt. Nach seiner Ankündigung zu gehen, sei wegen der Corona-Krise nicht mehr gespielt worden. Er habe vor der Saison im Wort gestanden, dass er weitermache, sonst hätte er vielleicht nach den enttäuschenden Relegationsspielen aufgehört, sagt er. Jetzt habe er Zeit, seine schwere Verletzung auszukurieren, die er bei einem Spiel für die Eintracht erlitten hat. Aus diesem Grund passe die Pause, die keine für immer sein müsse.