Handball
Schwere Heimaufgabe für HSG Eckbachtal
Nach dem zuletzt eher mäßigen Auftritt bei der dritten Garnitur des HLZ Friesenheim/Hochdorf erwartet der Trainer der HSG Eckbachtal, Thorsten Koch, von seiner Mannschaft ein deutlich besseres Spiel, als sie es in der zweiten Halbzeit zeigte. Mit Martin Ziemer dürften die Gastgeber der SG Saulheim wohl den prominentesten Zugang für die Saison präsentiert haben. Ziemer, zuletzt Schweizer Meister mit den Kadetten Schaffhausen, bringt die Erfahrung aus über 370 Bundesligaspielen unter anderem für den SC Magdeburg, Füchse Berlin und TSV Hannover mit, zudem stand er 15 Mal im Tor der deutschen A-Nationalmannschaft. Eine freundschaftliche Beziehung zum sportlichen Leiter der SG sowie die Möglichkeit einer Arbeitsstelle in der Nähe machte dies möglich. Mit Marco Magro-Arzt haben die Gäste zudem einen aktuellen italienischen Nationalspieler in den Reihen. Magro-Arzt weckte durch eine „freche“ E-Mail an den italienischen Handballverband das Interesse an ihm, seit einem Vorspielen gehört er nun zum Kader. Zwar schaffte der Saulheimer mit italienischen Wurzeln mit der Nationalmannschaft die Teilnahme an der Europameisterschaft nicht, trotzdem nahm er einige positive Erfahrungen mit. Neben Magro-Arzt agiert mit Dominic Ebner (Torhüter TSV Hannover) ein weiterer Spieler, der in Deutschland Handball spielt, der Rest spielt größtenteils in Tirol. Mit Polen und Frankreich hatten die Italiener, die ganz sicher nicht zur europäischen Handballspitze gehören, alles andere als leichte Aufgaben in der Qualifikationsrunde, so war das Scheitern kaum verwunderlich.
Womöglich tut dies den angeschlagenen HSG Eckbachtal gar gut, denn sie haben gar nichts zu verlieren. Am Sonntag, 17 Uhr, Sporthalle Dirmstein, kommt es nun also zum Aufeinandertreffen zwischen den Gekkos, deren Chancen auf den Klassenerhalt weiterhin bestehen, mit den derzeit viertplatzierten Gästen der SG Saulheim. Neben dem „Italiener“, der mit 109 Treffern den Rang 19 der Torschützen der Liga einnimmt, gilt es vor allem die Räume von Darren Weber (124 Tore, Rang 10) einzuengen.
Noch bleibt der Koch-Sieben bei sieben auszutragenden Spielen und 8:38 Punkten die Gelegenheit zum zwölftplatzierten TuS KL-Dansenberg II aufzuschließen, doch bei zehn Zählern Rückstand muss da schon vieles passen. Denn während die Gekkos fünf Erfolge benötigen, dürfte die Reserve des Drittligisten keinen Punkt mehr holen. Doch dies alles möchte Koch ausblenden und den Druck von seiner Mannschaft nehmen, vielmehr gilt es nun gerade den jungen Spielern, die bereits mehrfach in die Bresche springen mussten, Gelegenheiten zu bieten, Erfahrungen zu sammeln. Diese Erfahrungen könnten sich dann in ein, zwei Jahren auszahlen. Doch noch gilt der Blick der aktuellen Saison, „Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken, die Runde läuft noch bis Mai“, sagt Trainer Koch. „Wir schlüpfen nun wieder in die Rolle des Underdogs und können dann vielleicht auch wieder befreiter aufspielen.“
Auch wenn die Einsätze von Maximilian Schreiber und Julian Pozywio fraglich sind, erhofft sich der Übungsleiter einen vollen Kader. Philipp Schloss wird nach drei Wochen USA-Aufenthalt wieder zurückerwartet, ob er allerdings direkt wieder ins Spielgeschehen eingreifen wird, wollte Koch noch nicht bestätigen. Saulheim sieht Koch zu Recht weit oben in der Tabelle, „Sie haben sich gut verstärkt und sind ganz sicher handballerisch so erfahren, dass sie uns nicht auf die leichte Schulter nehmen werden.“ Koch erwartet eine schwere Aufgabe: „Wir wissen, dass wir nur über den Kampfgeist bestehen können, sicher gehört auch etwas Glück dazu, aber dies kann man sich ja auch erarbeiten.“ Es gilt für die HSG Eckbachtal weiterhin zu punkten, um dann am Ende der Saison zu schauen, wie es in den oberen Ligen endet, erst dann besteht Gewissheit, wohin die Reise gehen wird.