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Frankenthal: Harald Glööckler liest am Donnerstag aus seinem neuen Buch
Harald Glööckler ist vor allem als exzentrischer Modeschöpfer und als Stilikone bekannt. Doch den Wahlpfälzer aus Kirchheim beschäftigen auch andere Themen fernab des Moderummels. Über die Umweltzerstörung und den Tierschutz hat der 54-Jährige nun ein Buch geschrieben, aus dem er am 10. Oktober in Frankenthal liest.
Herr Glööckler, in Ihrem neuen Buch „Vor Zwölf: High Time“, aus dem Sie auch in Frankenthal lesen werden, beschäftigen Sie sich unter anderem mit der Zerstörung des Planeten durch den Menschen. Woher kommt dieser Drang zur Ausbeutung unserer Lebensgrundlage?
Das hat verschiedene Ursachen. Die Kirche beispielsweise hat den Menschen über die Jahrhunderte hinweg das Gewissen abgesprochen. Heute sind wir an einem Punkt angelangt, wo den Menschen Feingefühl und Gewissen fehlen. Gott zum Beispiel schreitet aber nicht ein, wenn wir etwas falsch machen. Dabei weiß doch eigentlich jeder Mensch tief in sich drinnen, was richtig, und was falsch ist. Aber das scheinen viele über Bord geworfen zu haben. Eine andere Ursache für die Zerstörung unserer Umwelt sind Macht und Korruption. Die Politik in Deutschland hat zum Beispiel bis heute den Tieren rechtlich keine Würde zugesprochen. Sie gelten noch immer als Sachen. Andere Länder sind da viel weiter. Aber oft geht es dabei um die Interessen der Menschen, die Macht und Geld haben. Zum Glück wachen aber immer mehr Leute auf, wollen etwas ändern. Und das kann auch ein Einzelner schaffen.
Die Themen Umweltschutz und Klimapolitik hat auch schon die 16-Jährige Greta Thunberg angepackt und damit eine Bewegung ins Leben gerufen. Sie sieht die Probleme vor allem in Versäumnissen der Politik. Wie ist das bei Ihnen?
Ich möchte mich und dieses Thema eigentlich gar nicht mit Greta Thunberg in Verbindung bringen. Es gibt meiner Meinung nach Menschen, die noch viel mehr geleistet haben als sie. Aber im Grunde hat sie recht: Vieles ist der Politik und Lobbyarbeit geschuldet. Genau deshalb müssen wir uns stark machen und etwas tun, bevor es zu spät ist.
Apropos zu spät. Ihr Buchtitel „Vor Zwölf“ suggeriert, dass wir kurz vor dem Kollaps stehen. Haben wir denn jetzt überhaupt noch die Chance, etwas zu retten?
Meiner Meinung nach schon. Wir alle können da im Kleinen unseren Beitrag leisten – den Fleischkonsum zum Beispiel einschränken, überhaupt bewusster essen. Das hilft uns auch, gesünder zu leben. Wir können uns stark machen für Tiere, können Bäume anstelle von Steingärten pflanzen und so den Bienen etwas Gutes tun. Je mehr Menschen aufstehen, desto mehr werden gehört. Und können schließlich etwas verändern – bevor es wirklich zu spät ist.
Termin
Harald Glööckler liest am Donnerstag, 10. Oktober, 19 Uhr, im Tonus Sportclub Frankenthal, Beindersheimer Straße 2, aus seinem neuen Buch „Vor Zwölf: High Time“ und signiert anschließend Exemplare, die dort für 22 Euro zu haben sind. Zehn Euro von jedem bei der Lesung verkauften Buch gehen nach Angaben des Tonus-Geschäftsführers an den Tierschutzverein Frankenthal.