Fussball
DJK Eppstein in A-Klasse Rhein-Pfalz Nord in der Rolle des Jägers
„Heßheim macht’s gut“, konstatiert Tobias Hinkel. Das Lob geht ein paar Kilometer weiter an den ASV, der sich bislang keine Blöße gegeben hat. Sechs Spiele, sechs Siege lautet die makellose Bilanz. Dagegen hat Eppstein schon zweimal Federn lassen müssen.
„Wir haben gegen den MTSV Beindersheim 2:2 und gegen den TSV Ebertsheim 3:3 gespielt. Das sind die vier Punkte die uns fehlen“, erläutert Hinkel. Es sind Unentschieden, die mal wieder beweisen, dass ein Ergebnis durchaus zwei Seiten haben kann.
Rückstände in Beindersheim und Ebertsheim
„In Beindersheim lagen wir zur Pause schon 0:2 zurück. In Ebertsheim waren wir zur Halbzeit sogar 0:3 hinten“, erinnert sich Hinkel. Und doch sei zumindest in Beindersheim mehr drin gewesen. „Klar, wir hätten nach 45 Minuten auch noch höher in Rückstand liegen können. Aber am Ende hätten wir auch noch gewinnen können“, meint Hinkel. In Ebertsheim sei die DJK nach der Pause klar besser gewesen.
Einen Rückstand komplett drehen – das ist der DJK Eppstein gegen die TSG Eisenberg und gegen den VfR Grünstadt II gelungen. Gegen die TSG hieß es nach 0:1 nach 45 Minuten noch 2:1, gegen den VfR II wurde aus einem 1:2 zur Halbzeit noch ein 6:3. „Böse Zungen könnten sagen, dass die Mannschaft nicht konzentriert genug und zu lasch zu Werke gegangen ist“, sagt Hinkel. Aber er sieht auch das Positive: „Die Spieler haben vor allem in Beindersheim und gegen Ebertsheim gemerkt, was sie für einen Mist gespielt haben. Danach hat man gesehen, was für ein Potenzial die Mannschaft hat.“
Hinkel: Konstanz fehlt noch
Die Moral stimme. „Die Konstanz über 90 Minuten fehlt noch“, analysiert Hinkel, dessen Team sich nun in der Position des Jägers von Spitzenreiter ASV Heßheim befindet. Sieben Punkte Rückstand sind es auf den ASV. Doch was macht eigentlich einen guten Jäger aus?
Tobias Hinkel fordert, dass seine Kicker fitter sind, wenn es wieder weitergeht, als nach dem ersten Lockdown. „Wir machen daher auch Laufchallenges, weil wir eine höhere Grundkondition erreichen wollen“, verdeutlicht Hinkel. Der Schlüssel, um den Tabellenführer weiter unter Druck zu setzen: „Wir müssen dann jedes Spiel gewinnen.“ Vor allem auf die direkten Duelle käme es an. Das erste Aufeinandertreffen mit dem ASV wäre die Partie nach dem Spiel in Ebertsheim gewesen. „Das wäre schon entscheidend gewesen“, sagt Hinkel. „Wenn wir das gewinnen, können wir ein guter Jäger sein.“
Hinkels Erfahrung als Jäger
Einen Knacks hätten die vielen Rückstände seinen Jungs nicht verpasst. „Platz zwei ist gut, die Spitze immer noch machbar. Und dann darf man nicht vergessen, dass die ersten Vier in die Aufstiegsrunde kommen.“ Hinkel weiß, wie man als Jäger agiert. „Beim TSV Eppstein waren wir nach der Vorrunde Dritter und hatten ein paar Punkte Rückstand auf die Spitze. Dann sind wir trotzdem noch Meister geworden und aufgestiegen.“
Die Unterbrechung sei gut für die DJK Eppstein gewesen. „Wir hätten natürlich gegen den ASV Heßheim gespielt. Aber wir hatten zu dem Zeitpunkt viele Verletzte.“ Doch auch der ASV könne sich jetzt noch mal ausruhen.
Richtiger Ton in der Kabine
Damit sich ein Team fängt, muss der Trainer in der Kabine den richtigen Ton treffen. Auch da hat Hinkel so seine Methode. Probiert habe er schon alles, meint der Coach. „Ich bin eigentlich eher ruhig. Ich spreche dann alles klar an und sage, was sich ändern muss.“ In Beindersheim sei er in der Pause aber laut geworden. „Ich bin froh, dass der Tisch in der Kabine nicht zu Bruch gegangen ist“, meint er und lacht. Aber jede Woche rumschreien, das funktioniere natürlich nicht. „Die Spieler hören nach meiner Erfahrung mehr zu, wenn man ruhig bleibt und sachlich aufzeigt, was falsch gelaufen ist und Lösungen bietet.“
Hinkel hofft, dass er bald wieder Lösungen anbieten kann. Ob es mit der Fortsetzung dieser Spielzeit allerdings noch was wird, da hat Hinkel seine Zweifel. Aber vielleicht könne man mit der Saison 21/22 früher starten, vielleicht im April oder Mai. Gedankenspiele ...