Zwischenbilanz RHEINPFALZ Plus Artikel TV Ellerstadt: Coach Coppolas richtige Wahl

Die Ellerstadter in türkisfarbenen Trikots mit Marcel Pauli (Nummer 24) und Leon Karn (Nummer 19) haben im Neulingsduell gegen d
Die Ellerstadter in türkisfarbenen Trikots mit Marcel Pauli (Nummer 24) und Leon Karn (Nummer 19) haben im Neulingsduell gegen den FC Leistadt die Begegnung gedreht.

Beim TV Ellerstadt geht es seit zweieinhalb Jahren kontinuierlich bergauf. Der Neuling hat auch in der Fußball-B-Klasse Rhein-Mittelhaardt Nord positive Schlagzeilen geschrieben und gilt als Bereicherung für diese Liga. Abheben wird beim TVE deswegen aber keiner.

Nach der Saisonunterbrechung belegen die Ellerstadter den dritten Tabellenplatz und haben Tuchfühlung zu den beiden vor den Grün-Weißen platzierten Teams. „Als Aufstiegsaspirant sehe ich uns trotzdem nicht. Das ist auch nicht unser Anspruch“, rückt Trainer Riccardo Coppola die Relationen gerade. Die Begründung liefert er gleich hinterher. Ellerstadt hat noch nicht gegen Spitzenreiter TuS Niederkirchen und den wiedererstarkten TuS Wachenheim gespielt. „Dazu haben wir in der Vorrunde noch das Spiel beim TuS Friedelsheim zu absolvieren. Derby, Naturrasenplatz – das wird ein völlig offenes Spiel“, prognostiziert der Coach. Mit anderen Worten: Bei einem derart happigen Programm kann man ohne Weiteres seine gute Ausgangsposition verspielen.

Die Vorsicht Coppolas kommt nicht von ungefähr, denn trotz der Bilanz von fünf Siegen und zwei Niederlagen ist dem Aufsteiger nichts in den Schoss gefallen. „Alle Spiele sind hart umkämpft und lange offen gewesen. Selbst bei unserem 5:1-Sieg bei der SG Forst/Ruppertsberg war die Partie 60 Minuten lang sehr eng“, erinnert sich der Übungsleiter an den ersten Erfolg in der neuen Spielklasse. Verloren haben die Ellerstadter zweimal mit 0:1. Das Derby bei Rot-Weiss Seebach II und zum Auftakt daheim gegen die SG Dannstadt/Rödersheim. Eine Partie, die der TVE angesichts der Talfahrt der SG heute vermutlich nicht mehr verlieren würde. „Diese Niederlage tut uns richtig weh und zeigt, dass wir uns schwertun, wenn der Gegner mehr reagiert als agiert“, hat Coppola erkannt. Mehr Lösungen zu finden, wenn ein Gegner tief steht, ist ein Thema für die Rückserie.

Junge Mannschaft profitiert von Erfahrung aus C-Klasse

Insgesamt ist der Trainer aber mehr als zufrieden mit dem Saisonverlauf. Die junge Mannschaft profitiere jetzt von der Erfahrung, die sie in zwei Jahren C-Klasse gesammelt hat. „Sie ist mental stabiler geworden und hat schnell gelernt, dass man Spiele nicht mehr nur mit fußballerischen Qualitäten gewinnt, sondern, dass auch Einstellung und Einsatz stimmen müssen“, doziert Coppola. Dies sei eine deutlich erkennbare, sehr positive Entwicklung. Der 33 Jahre alte Coach fasst sie in einem Satz wie folgt zusammen: „Wir sind auch im Kopf einen Schritt vorangekommen.“

Ein Grund dafür dürfte auch an der gelungenen Auswahl der neuverpflichten Akteure liegen. Der aus Ruchheim geholte Luka Dujic (20) bewährte sich als überragender Stabilisator der Abwehrkette, und der 21-jährige ehemalige Fußgönheimer Robin Röth setzte in der Offensive viele Impulse. Röth war mit einem Doppelpack im Neulingsduell gegen den FC Leistadt hauptverantwortlich dafür, dass der TVE die Partie drehte. „Dazu ist Angelo Macaluso, der zuvor meist Einwechselspieler war, nach dem Bänderriss von Leon Karn mit zwei Toren gegen die TSG Deidesheim II in die Bresche gesprungen“, ergänzt Coppola.

Trainer schwärmt für Doppelsechs Pauli/Zimmerle

Dem Trainerteam, zu dem Armin Jäger und Sven Theobald zählen, ist es außerdem gelungen, die Viererkette neu zu formieren. Gemeinsam mit Dujic bildet Max Trefz, der jetzt Dengler heißt, die Innenverteidigung. „Max ist von einem Mittelfußbruch genesen und fast wie ein Neuzugang zu sehen“, sagt der Coach. Er hat den Platz von Johannes Möller eingenommen, der auf der Linksverteidiger-Position toll eingeschlagen und eine Lücke geschlossen habe.

Geradezu ins Schwärmen gerät Coach Coppola, wenn man ihn auf die Doppelsechs mit Routinier Marcel Pauli und Kapitän Justin Zimmerle anspricht. Pauli sei eine Persönlichkeit, gehe voran und ergänze sich mit dem emsigen und laufstarken Zimmerle ideal.

Coppola fühlt sich wohl in Ellerstadt

Ellerstadt spielt im 4-2-3-1-System, weil es laut Coppola für eine gute Balance und große Stabilität steht. „Ich bin aber keiner, der aus der Ausrichtung eine Wissenschaft macht, weil die Grenzen fließend sind“, erklärt der Übungsleiter. Ein Modifizieren des Systems während der Partie zu vollziehen, klappe noch nicht wie gewünscht. Als Beispiel nennt der 33-Jährige das Spiel in Seebach. „In Überzahl haben wir auf Dreierkette umgestellt und einen zusätzlichen Stürmer gebracht. Wir sind aber nicht besser geworden, sondern haben völlig den Faden verloren“, konstatiert der Trainer.

Coppola glaubt, dass er mit dem Wechsel nach Ellerstadt die richtige Wahl getroffen hat. „Nach zehn Jahren Ruchheim war es gut, das gewohnte Umfeld einmal zu verlassen“, erläutert er. Beim TVE fühle er sich sehr wohl, weil es sehr familiär zugehe und kein Geld an die Spieler gezahlt werde. „Stattdessen erhalten die Jungs eine Erstausstattung mit Trainingsanzug, T-Shirt und Sporttasche. Dazu gibt es öfter mal ein Essen für die Mannschaft. Der Förderverein unterstützt uns sehr“, betont der Coach.

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