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Zweibrücken

Keine leichte Geburt in Zweibrücken

Von Barbara Sittinger

 

Nach der Schließung des Evangelischen Krankenhauses gibt es für Schwangere in Zweibrücken keine Möglichkeit mehr, ihr Kind zur Welt zu bringen. ( Archivfoto: epd)

Nach Krankenhaus-Schließung: Dirk Schneider regt ein Geburtshaus an – Vorbild Bad Dürkheim

Seit der Schließung der Geburtsabteilung und schließlich des Evangelischen Krankenhauses können Frauen ihr Kind nicht mehr in Zweibrücken zur Welt bringen. Das will Stadtratsmitglied Dirk Schneider (SPD) ändern. Er macht sich stark für die Einrichtung eines Geburtshauses in Zweibrücken (wir berichteten am 9. März). Hebammenverbände wollen die Idee prüfen. Umgesetzt hat sie vor zehn Jahren Heike Oberländer, die in Bad Dürkheim das Geburtshaus Storchenschule eröffnet hat.

Damals sei die Lage in Bad Dürkheim ähnlich gewesen wie heute in Zweibrücken, zieht Oberländer Parallelen. Der Landesverein für Innere Mission habe die Geburtsabteilung im örtlichen Krankenhaus geschlossen und damit hätten Frauen nicht mehr in Bad Dürkheim entbinden können. „Die Schließung war furchtbar und eher ein Rausschmiss. Doch dann habe ich einfach meinen Traum gelebt und ein Geburtshaus eröffnet. Ich hab’s einfach gemacht ohne lange darüber nachzudenken. Meine erste Geburt war im Juni 2007“, erzählt die 53-Jährige.

In ihrem Haus ist unten die Hebammenpraxis, in der Mitte wohnt sie und oben unterm Dach befinden sich zwei Räume für die Frauen, die bei ihr entbinden wollen. „Durchschnittlich habe ich 40 bis 50 Geburten im Jahr. Letztes Jahr waren es 42. Doch ich hatte auch schon Zeiten mit über 70 Geburten. Das war mir eigentlich schon zu viel“, gesteht Oberländer. Die Frauen kommen aus einem Umkreis von 100 Kilometern zu ihr. Dass eine Geburt dann doch mal in die Klinik verlegt werden muss, so Oberländer, könne passieren, sei aber die Ausnahme. Von Bad Dürkheim aus fährt man 20 bis 40 Minuten in die nächstgelegenen Kliniken mit Entbindungsstation.

„Mein Konzept trägt sich, weil die Nachfrage da ist, ich keine Miete zahlen muss und arbeite wie verrückt“, resümiert die Hebamme aus Leidenschaft. Gerne würde sie Hebammen, die in Zweibrücken ein Geburtshaus eröffnen möchten, mit ihrer Erfahrung unterstützen. Doch davon kann noch nicht die Rede sein. Dirk Schneider, der Initiator: „Wir sind noch am Anfang der Überlegungen, sammeln Ideen und wollen Geldgeber ansprechen.“ Tanja Rieber, Kreisvorsitzende Westpfalz im Hebammenlandesverband Rheinland-Pfalz findet die Idee „prinzipiell toll“, fragt sich aber, wer das wie umsetzen wolle. Dabei denke sie in erster Linie an die Finanzen: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das stemmen soll ohne ordentlich Geld im Hintergrund.“ Für sie selbst komme das nicht in Frage, sie wolle aber ihre Kolleginnen beim nächsten Kreistreffen ansprechen, so Rieber.

„Grundsätzlich müssen das die Kolleginnen vor Ort beurteilen, doch ich erkundige mich gerne, wie es in den anderen Geburtshäusern läuft. Ein Geburtshaus einzurichten geht nicht so einfach, da sind viele Bedingungen zu erfüllen“, sagt die Landesvorsitzende des Hebammenverbandes Rheinland-Pfalz, Ingrid Mollnar. Sie wolle die Kolleginnen, die ein Geburtshaus betreiben, um ihre Stellungnahmen bitten und einen Katalog zusammenstellen, verspricht Mollnar.

Fünf Geburtshäuser gibt es laut Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz, in Diez, Saarburg, Koblenz, Bad Sobernheim und Bad Dürkheim. Auch Mollnar findet die Idee eines Geburtshauses in Zweibrücken „vom Ansatz her nicht schlecht“. Allerdings solle man sich fragen, ob dies auch der Wunsch der Bevölkerung sei und nicht nur der Wunsch von Dirk Schneider. „Wenn die Leute das nicht wollen, dann wird auch keine Hebamme ein Geburtshaus eröffnen“, ist sie sicher.

 

 

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