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Bad Dürkheim

Bad Dürkheimer Spielbank beendet Talfahrt

Von Stephan Alfter

 

Weniger Trinkgeld: Croupiers leiden unter den Entwicklungen im Spielbankwesen. Die leicht positiven Entwicklungen betreffen eher das Automatenspiel als das klassische Roulette oder Black Jack. ( ArchivFoto: Franck )

Zocken und Rauchen – bis 2007 gehörte das in der Dürkheimer Spielbank untrennbar zusammen. Zehn Jahre nach Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes leidet der Betrieb noch immer unter den Folgen mehrerer Neuregelungen. Geschäftsführer Michael Seegert sieht dennoch eine leichte Entspannung.

„Nichts geht mehr“ – über einen langen Zeitraum galt diese Ansage nicht nur am Roulette-Tisch, sondern für Spielbanken in der ganzen Republik. Die Erträge befanden sich im freien Fall. Geich drei Tiefschläge innerhalb von acht Jahren musste die Branche seit dem Millennium wegstecken. Da war zunächst die Einführung des Euro im Jahr 2002, in deren Rahmen auch Schlupflöcher für Schwarzgeld und somit „Spielgeld“ verschwanden. Hinzu kam das Nichtraucherschutzgesetz im Jahr 2007, als viele zum klassischen Bild des Casinos gehörenden Raucher der Spielbank den Rücken kehrten. Schließlich kam der Glücksspielstaatsvertrag im Jahr 2008, der die Betreiber zu strengeren Zugangskontrollen im klassischen Spiel und zu Ausweiskontrollen beim Automatenspiel verdonnerte.

All das hat nach Aussage des geschäftsführenden Gesellschafters der Dürkheimer Spielbank, Michael Seegert, zu einer 17 Jahre andauernden Talfahrt geführt. Nun scheint der Trend vorerst gestoppt zu sein. Wie Seegert gegenüber der RHEINPFALZ erläutert, sei das Geschäft im Jahr 2015 erstmals seit vielen Jahren nicht schlechter als jenes im vorangegangenen Jahr gewesen. Nach Angaben der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder haben die staatlich konzessionierten Spielbanken, zu denen auch jene in Dürkheim gehört, einen Bruttospielertrag von 556 Millionen Euro erzielt. Das sei ein Plus von rund 48 Millionen Euro (plus neun Prozent) gegenüber des Vorjahres gewesen, so der Deutsche Spielbankenverband. Zum Vergleich: Im Jahr 2007, als das Nichtraucherschutzgesetz in Kraft trat, haben Spielbanken noch Bruttospielerträge in Höhe von 923 Millionen Euro erzielt.

Ob die Talfahrt nun endgültig beendet ist, lässt sich schwer beurteilen. Seegert sagt, dass es zwar geringe Steigerungen bei den Umsätzen gegeben habe, aber die Anzahl der Besucher in seinen Spielbanken in Bad Neuenahr, am Nürburgring und in Bad Dürkheim weiter gesunken sei. Und dies trotz der Tatsache, dass auch in Bad Dürkheim Raucherbereiche zur Verfügung stehen.

Seegerts rund 80 Beschäftigte verdienen inzwischen deutlich weniger Geld als früher. Das liege an den sinkenden Trinkgeldeinnahmen, klagt die Branche. Neben einem nicht üppigen Fixum ist das Trinkgeld für Croupiers ein wesentlicher Bestandteil ihres Lohns.

Eine unmittelbare Relevanz haben die Einnahmen der Spielbank für die Stadt Bad Dürkheim. 15,6 Prozent der Bruttospielerträge fließen als Spielbankabgabe in die Dürkheimer Kasse. Für das Jahr 2016 hat Stadtkämmerer Thomas Krauß 1,6 Millionen Euro auf der Habenseite verbucht. Im Umkehrschluss bedeutet das einen Bruttospielertrag von rund 10,6 Millionen Euro bei der Dürkheimer Spielbank.

Im Dreieck springen lassen diese Zahlen Michael Seegert aber nicht. Zu argwöhnisch blickt er auf den nicht regulierten und daher auch nicht konzessionierten Glücksspielmarkt im Internet, der immer weiter wachse. Online-Casinos sowie private Sport- und Pferdewetten hätten dort die größten Anteile. Während die Spielbanken verpflichtet sind, Suchtprävention zu betreiben, werben Anbieter von Sportwetten unbekümmert auf den Trikots von Bundesliga-Fußballern oder im Fernsehen. Otto Wulferding, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Spielbanken Verbandes DSbV, lässt sich auf der Homepage zitieren: „Seit Jahren stehen die deutschen Spielbanken in einem zunehmend schärferen Verdrängungswettbewerb. “

Für Seegert steht fest, dass in der Spielbank gegenwärtig rationaler und überlegter gespielt wird, wie er kürzlich auch dem Generalanzeiger in Bonn sagte. Gewinne würden öfter auch mal mit nach Hause genommen und nicht wieder eingesetzt. Ob die leicht verbesserten Zahlen für die Spielbank auch damit zu tun haben, dass es auf der Bank derzeit kaum Verzinsungsmöglichkeiten gibt, vermag er kaum zu sagen. Er selbst arbeitet weiter an der Struktur seines Unternehmens. Beteiligt ist die Gesellschaft inzwischen an vier weiteren Casinos in Mecklenburg-Vorpommern.

+++ Pfalz-Ticker +++

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