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Kusel

Ohmbachseefest gemütlich wie ein riesiger Biergarten

Von Konstanze Führlbeck

Das Ohmbachseefest ist alljährlich ein Knaller. Tausende Besucher kommen an den drei Tagen.

Das Ohmbachseefest ist alljährlich ein Knaller. Tausende Besucher kommen an den drei Tagen. ( Foto: Sayer)

Eine von mehreren Musikbühnen: Es spielt „Undercover“.

Eine von mehreren Musikbühnen: Es spielt „Undercover“. ( Foto: Sayer)

Kuseline Milena eröffnet.

Kuseline Milena eröffnet. ( Foto: Sayer)

Das 33. Ohmbachseefest hat an diesem Wochenende wieder ungezählte Besucher angelockt.

Zwischen Alex’ Spezialitäten vom Holzkohlegrill, einer mobilen Cocktailbar und der Karlsberg-Bühne, auf der gerade die Band „From da Soul“ aus Kaiserslautern auftritt, trifft sich Rachel Weidner mit Freunden. Sie kommt aus Indiana im Mittleren Westen der USA, seit zweieinhalb Jahren lebt sie mit ihrem Mann jetzt in Deutschland, im Nachbardorf Gries. „Ich bin zum ersten Mal hier“, erzählt die hochschwangere junge Frau, die auch ihren einjährigen Sohn Aiden mitgenommen hat. „Meine deutschen Nachbarn haben mir von diesem Fest vorgeschwärmt.“

Sichtlich gut gelaunt sind auch ihre Freunde. Die Musik finden alle gut, Steven Ainsworth aber hat noch etwas anderes entdeckt: „Die Ruthie Cakes hier sind einfach klasse“, erzählt er ganz begeistert. „Und wir sind gespannt auf das Feuerwerk, so lange wollen wir auf jeden Fall bleiben.“ Den kleinen Aiden scheint das auch nicht zu stören; trotz des munteren Treibens um ihn herum ist er inzwischen in seinem Kinderwagen eingeschlafen. Am Seeufer vergnügen sich trotz der vorgerückten Stunde noch Kinder auf einem Karussell.

An der Karlsberg-Bühne herrscht derweil Discostimmung. Etliche Gäste, meist Frauen, aber auch einige Männer, tanzen ganz selbstvergessen zu den fetzigen Hits von „From da Soul“. Andere fotografieren die Szenen mit ihren Handys und stellen sie ins Netz oder machen es sich an den Zelten vor den Ständen so gemütlich wie in einem Biergarten. Überall hört man angeregte Gespräche. Das milde, lauwarme Sommerwetter trägt auch zu dem Urlaubsflair bei.

„Ich komme schon seit vielen Jahren immer wieder hierher“, sagt Udo Rotzal. „Hier gibt es immer viel Livemusik, das ist klasse.“ Seine Lieblingsbühne ist die der Bitburger-Brauerei. „Der Rock gefällt mir am besten. Und auch die Beleuchtung hier ist wunderbar“, sagt er. Sehr enttäuscht ist er allerdings, weil in diesem Jahr die traditionelle Fackelfahrt des Kanuklubs Zweibrücken während des Feuerwerks ausfällt. Denn: „Das hab’ ich so noch auf keinem anderen Fest gesehen.“

Zwischen den zahlreichen Ständen für Essen, Getränke, Kleider, Taschen und Schmuck zieht beim Herumflanieren eine Auslage mit Schraubenmännchen den Blick auf sich. „Diese Figuren sind handgefertigt“, erzählt Ausstellerin Agnieszka Pietvas aus Traben-Trarbach an der Mosel. Ursprünglich kommt sie aus dem polnischen Breslau, doch das hört man nur noch an einem leichten Akzent. „Solche Figuren gibt es schon lange auf dem Markt, seit etwa 20 Jahren“, berichtet sie. „Sie werden aus Stahl und Kupfer geschweißt, poliert und in Lack getaucht.“

Meist zeigen die entsprechend der verwendeten Materialien zweifarbigen Figuren verschiedene Berufsarten – Sportler, Musiker, Militärs. „Aber mit Filmen wie zum Beispiel Star Wars haben sie nichts zu tun“, sagt Pietvas lachend. Besonders stolz ist sie darauf, dass ihre Figuren auch andere, eigene Motive zeigen. „Da ist zum Beispiel ein Angler mit einem relativ großen Fisch an der Angel. Oder eine Frau als Keglerin. Und dort spielt ein Paar – Mann und Frau – Billard an einem grünen Tisch.“

An der Bitburger-Bühne sorgt derweil die Band „Fused“ für Stimmung. In lilafarbenen Scheinwerferkegeln bringen die Musiker mit rockigen Rhythmen und kehlig-rauen Stimmen die Bühne zum Kochen.

Die Sensation des Abends ist aber das Feuerwerk. „Achtung, jetzt knallt’s gleich“, hört man von mehreren Seiten. Überraschend ruhig wird es plötzlich um den See. Viele Menschen setzen sich auf die Uferwiese, andere beobachten im Stehen. „Dieses Feuerwerk ist das Highlight“, sagt Gerhard Schalk. „Wir kommen seit Jahren hierher“, ergänzt auch sein Freund Reinhard. Am besten hat Schalk ein Wasserfall gefallen, der in hellen Lichtern herabregnet, wie Gold funkelnd. „Das war grandios. Und dazu haben sie auch noch die Musik von ,Conquest of Paradise’ gespielt!“

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