Wissen Vom Wind bewegt
Sonnenstrahlen treffen auf zarte Blümchen: Unter noch kahlen Bäumen halten Buschwindröschen ihre Blüten ins Frühlingslicht.
Das sieht aus, als leuchten am Boden kleine weiße Sterne. Wenn der Wind durch den Wald weht, tanzen die Blüten sanft hin und her. Man könnte meinen, sie würden sich zunicken. Von ihren leichten Bewegungen im Wind kommt der Name „Windröschen“. Pflanzen aus dieser Gattung heißen auch Anemonen: „Anemos“ ist ein griechisches Wort für Wind oder Lufthauch.
Die Wildblume hat aber nichts mit der Pflanzenfamilie der Rosengewächse zu tun. Den volkstümlichen Namen „Röschen“ hat sie bekommen, weil sie hübsch aussieht. Und mit „Busch“ wird sie bezeichnet, weil sie an vielen Stellen unter Bäumen und Sträuchern wächst.
Du findest Buschwindröschen aber nur zu einer besonderen Zeit im Frühling. Sie gehören zu den ersten Pflanzen, die im Jahr blühen. Bevor die Laubbäume ihre Blätter austreiben, fällt noch viel Licht auf den Boden. In dieser Zeitspanne öffnen Buschwindröschen ihre Blüten. Sie nutzen also die Wochen im März und April, in denen es noch nicht viel Schatten gibt.
Jedes Jahr überziehen sie wieder die gleichen Stellen am Waldboden und bedecken das alte Laub mit einem schönen Blütenteppich. Wenn du genau hinschaust, siehst du in der Mitte jeder Blüte gelbe, winzige Knötchen: Das sind die Staubbeutel. Hier befindet sich der Blütenstaub.
Wenn Insekten wie Wild- und Honigbienen aus der Blüte Nektar saugen, übertragen sie Pollen und sorgen so für die Bestäubung. Schon ab Mai reifen dann die kleinen Früchte der Buschwindröschen. Aus jeder einzelnen Blüte entstehen viele Nüsschen. Das nennt man „Sammelfrucht“.
Abpflücken solltest du die Windröschen nicht. Sie sind empfindlich und außerdem leicht giftig. Nicht zu vergessen: Sie bieten als Frühblüher den Insekten wichtige Nahrungsquellen. Am besten freust du dich einfach nur an ihrem Anblick.
Lange Zeit hat man dazu nicht, wie du jetzt ja weißt. Wenn die Bäume ihre neuen Blätter bekommen, welken die Buschwindröschen und ziehen sich zurück. Unter der Erde bleiben ihre Speicherorgane am Leben. Aber von tanzenden Blüten ist nichts mehr zu sehen, als hätte der Frühlingswind sie fortgeweht.