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Rotbuchen bilden mehrere starke Hauptwurzeln, um standfest zu sein.
Rotbuchen bilden mehrere starke Hauptwurzeln, um standfest zu sein.

Nils erklärt: Wie sich Bäume im Boden festhalten

Mit starkem Wurzelwerk krallt sich die Buche im Erdreich fest. Es sieht aus wie der Fuß eines riesigen Tiers mit langen, starken Zehen.

Am Waldhang hat Regenwasser einen Teil der Erde abgetragen. Dort werden einige Wurzelarme der Rotbuche sichtbar. Natürlich reichen sie noch tiefer ins Erdreich, als du es sehen kannst. Sie müssen den Baum ja sicher in der Erde verankern. Der kräftige Stamm ragt hoch hinauf und die Krone breitet sich mit schweren Ästen aus. Auch bei starkem Wind und Schneelast soll die große Buche standfest bleiben.

Reich verzweigt wachsen Wurzeln im Verborgenen. Aber man weiß durch vorsichtiges Freilegen und durch Messverfahren, dass sie sich je nach Baumart unterschiedlich ausbreiten. Die Rotbuche ist einer der häufigsten Bäume im Pfälzerwald. Mehrere starke Hauptwurzeln senkt sie ins Erdreich. Sie wachsen in verschiedene Richtungen, also senkrecht und schräg abwärts, aber auch zu den Seiten.

Herz, Teller oder Pfahl

Weil alles zusammen an eine Herzform erinnert, gilt die Rotbuche als „Herzwurzler“. Auch Linde und Ahorn bilden Herzwurzeln. Solche Bäume durchwurzeln den Boden besonders stark. Das gibt ihnen einen guten Halt.

Anders sieht es bei den sogenannten Flachwurzlern aus. Zu ihnen gehört die Fichte. Ihre Wurzeln verzweigen sich eher tellerförmig. Deswegen stürzen Fichten bei Sturm leichter um. Diese Nadelbäume sind also „windwurfgefährdet“, wie Fachleute sagen.

Und dann gibt es noch Wurzeln, die wie ein Pfahl senkrecht in die Tiefe wachsen. Von dieser Hauptwurzel zweigen weniger große Seitenwurzeln ab. Pfahlwurzler wie Tannen, Kiefern und Eichen werden auch Tiefwurzler genannt. Sie kommen sogar im trockenen Boden zurecht, weil ihre Wurzeln bis in tiefe, feuchtere Schichten reichen. Außerdem sind sie besonders stabil.

Je nachdem, in welchem Boden die Bäume wachsen, gibt es auch Mischformen von Wurzeln. Aber sie alle haben etwas gemeinsam, nämlich haarähnliche Feinwurzeln. Die machen einen großen Teil der Wurzelmasse aus. Aus dem Boden saugen sie Wasser mit darin gelösten Nährstoffen. Dabei helfen ihnen Pilzfäden, mit denen sie eng zusammenleben. Die Buchen haben ein besonders dichtes Netz aus solchen Saugwurzeln.

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