Wissen Trockenheit: Storchenbrut leidet

WIe sehr ihnen das Wetter zusetzt, hängt entscheidend vom Alter der Jungstörche ab.
WIe sehr ihnen das Wetter zusetzt, hängt entscheidend vom Alter der Jungstörche ab.

Auch in diesem Frühjahr ist es erneut zu trocken. Das wirkt sich nicht nur auf die Pflanzen aus, auch Tiere haben zu leiden. So erschwert die Trockenheit beispielsweise Störchen die Nahrungssuche und damit die Brutpflege. Für größere Jungvögel kann das Wetter hingegen hilfreich sein. Darauf weist der Naturschutzbund (Nabu) hin.

„Die Störche brauchen nach dem Schlüpfen kleine, weiche Nahrung“, sagt Nabu-Storchenexperte Kai-Michael Thomsen. Das könnten etwa Regenwürmer sein. „Dafür sterben aber weniger Jungvögel an Nässe und Kälte“, so der Biologe. So sei vor allem für die größeren Jungvögel Trockenheit im Juni und Juli anders als im April sogar von Vorteil. Das gelte vor allem in Jahren mit vielen Mäusen, wie dem vergangenen.

Ob sich die Storchenrekorde von 2019 wiederholen würden, sei noch völlig offen, betont Thomsen. Erst im August stehe fest, wie viele Jungstörche überlebt haben.

Der Zuwachs in den vergangenen Jahren sei vor allem auf das veränderte Verhalten der Richtung Westen in ihre Winterquartiere ziehenden Störche zurückzuführen, erklärte Thomsen. Immer mehr der sogenannten Westzieher bleiben bereits in Spanien, statt nach Afrika zu fliegen. Die Vögel kehren dann früher und in größerer Anzahl zurück, außerdem seien sie meist in guter Verfassung. „Die Überlebensrate ist gestiegen, die Verluste im Winter sind gesunken“, fasst Thomsen zusammen.

Einige Störche haben die milden Winter der vergangenen Jahre sogar ganz in Deutschland verbracht. „Das machen sicher schon einige Hundert Vögel, genaue Zahlen dazu gibt es allerdings nicht“.