Wissen Klumpig, schleimig, schmierig
Noch mehr „Nettigkeiten“ kennt man aus dem Reich der Pilze. So gibt es nicht nur Schleimköpfe, sondern auch Schleimfüße. Sie heißen so, weil auch ihr Stiel schleimig ist. Einige Arten sind sogar essbar. Aber wie so oft gilt: Wegen großer Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten lässt man besser die Finger davon. Bei manchen Namen kannst du dir vielleicht denken, wie es dazu kommt, zum Beispiel bei den „Dickfüßen“ und „Klumpfüßen“.
Ein Dickfuß ist am unteren Ende des Stiels etwas dicker, und ein Klumpfuß sieht dort knollig aus. Die Form von Fruchtkörpern spielt also eine wichtige Rolle bei der Namensgebung. In der Gruppe der Klumpfüße gibt es übrigens viele giftige Arten. Weil mit ihnen essbare Verwandte wie der Anis-Klumpfuß leicht verwechselt werden können, muss man sich als Sammler also extrem gut auskennen.
Unheimlich, aber essbar
Kaum zu verwechseln ist ein Pilz mit dem unheimlichen Namen „Totentrompete“. Er heißt so wegen der trichterartigen Form und dunklen Farbe seiner Fruchtkörper. Auch Herbsttrompete wird er genannt, und er gilt als sehr guter Speisepilz. Nicht alles, was ungewöhnlich aussieht, muss also ungenießbar sein. Kenner lieben die „Krause Glucke“ als Speisepilz, dabei sehen andere in ihr nur die Ähnlichkeit mit einem alten Badeschwamm. Die Fruchtkörper der Schmierlinge haben eine glitschige Huthaut, aber viele Arten dieser Gattung kann man tatsächlich essen. Glibberig wirkt auch der Buchenschleimrübling. Wenn man ihn gründlich gewaschen hat, gilt er als essbar.
Die Namen vieler Pilze gibt es schon seit Jahrhunderten. Im Mittelalter glaubte man bei unerklärlichen Dingen oft an Zauberei. Das gilt zum Beispiel für den Hexenröhrling. Wenn man ihn drückt oder abschneidet, verfärbt sich die verletzte Stelle sofort blau. Das war den Leuten nicht geheuer. Die blaue Verfärbung ist aber kein Hexenwerk, sondern kommt von einer Säure im Pilz, die mit Sauerstoff reagiert.
„Hexenbutter“ wird manchmal der „Warzige Drüsling“ genannt, der wulstig und schwarz an totem Laubholz wächst. Dort kannst du auch den Fleischroten Gallertbecher finden, nicht giftig, aber ebenso gummiartig und fettig glänzend.
Warnung im Namen
Auffallende Namen können vor möglicher Gefahr warnen. Oder hättest du Lust auf einen „Satansröhrling“? Hoffentlich nicht, denn er ist giftig. Auch die „Stinkmorchel“ klingt wenig appetitlich. Die Engländer nennen sie „stinkhorn“. Mit ihrem fauligen Gestank lockt die Stinkmorchel Fliegen an. Die verbreiten dann die Sporen aus dem schleimigen Belag.