Wissen Glänzender Gartengast

Als Insekt des Südens mag der Rosmarinkäfer mildes Klima.
Als Insekt des Südens mag der Rosmarinkäfer mildes Klima.

Nils erklärt: Wie sich Rosmarinkäfer nähren und wehren

Hübsch sieht der kleine Käfer aus: Er glänzt metallisch grün und rot, dazu hat er Streifenmuster und kleine Punkte. Weil er gern am Rosmarin frisst, heißt er „Rosmarinkäfer“.Nicht mal einen Zentimeter groß wird das Tierchen. Vielleicht bekam es wegen seiner besonderen Färbung den lateinischen Namen „Chrysolina americana“. Man meinte wohl, der Käfer käme aus fernen Ländern. Mit Amerika hat er aber nichts zu tun, sondern er stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum.

Außer Rosmarin schmecken ihm noch andere stark duftende Gartenkräuter. So lebt der Käfer auch an Lavendel, Salbei und Thymian. Die Weibchen legen dort ihre Eier ab, und die geschlüpften Larven ernähren sich ebenfalls von den Blättern. „In Deutschland wird der Rosmarinkäfer seit etwa 25 Jahren beobachtet, er ist bei uns aber noch ziemlich selten“, erklärt der Landauer Biologe Manfred Niehuis. „Als Käfer des Südens ist er eher an mildes Klima angepasst, und seine Larven bleiben auch im Winter aktiv. Wird es in dieser Zeit sehr kalt, überstehen sie das nicht.“

Das ist ein Grund dafür, dass sich der Rosmarinkäfer bei uns noch nicht stark vermehrt hat. Außerdem legt er keine größeren Strecken zurück, weil er kaum fliegt. Seine Flügel nutzt er also sehr selten. Lieber krabbelt er zwischen den Pflanzen umher. Übrigens gehört der Rosmarinkäfer zu den Blattkäfern. Die Arten dieser großen Familie leben von Pflanzenteilen wie Blättern.

Kein gefährlicher Schädling

Haben die farbenfrohen Blattfresser denn bei uns natürliche Feinde? Das bejaht Niehuis: „Die Rosmarinkäfer stellen zwar aus ihrer Nahrung bittere Wirkstoffe im Körper her, um Fressfeinde abzuwehren.“ Aber das hilft ihnen nicht immer, wie der Experte weiter erklärt: „Einige Insekten legen trotzdem ihre Eier an die Käferlarven, die dann gefressen werden.“ Als Beispiele nennt er Zwerg- und Erzwespen. Niehuis hält den Rosmarinkäfer nicht für schädlich: „Er frisst nicht an Grundnahrungsmitteln, ist also wirtschaftlich nicht gefährlich.“ Aber was wäre, wenn es doch mal so viele Rosmarinkäfer geben sollte, dass sie ganze Kräuter kählfraßen?

„Das gleichen sie durch ihre Schönheit wieder aus“, zeigt sich der Käferkenner begeistert. „Sie sind einfach eine Augenweide. Zur Not pflanze ich eben neuen Rosmarin.“ Manfred Niehuis würde sich jedenfalls freuen, wenn der glänzende Gast in seinem Garten auftaucht.

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