Wissen FFP2-Masken wiederverwenden: Wissenschaftler raten zur Backofenmethode

Vor der Ofentrocknung sollte man eine FFP2-Maske laut den Münsteraner Forschern mindestens bis zum nächsten Tag an der Luft troc
Vor der Ofentrocknung sollte man eine FFP2-Maske laut den Münsteraner Forschern mindestens bis zum nächsten Tag an der Luft trocknen lassen.

Üblicherweise kosten FFP2-Masken zwei bis fünf Euro und sind zur einmaligen Verwendung gedacht. Das Robert Koch-Institut schreibt etwa: „FFP2-Masken (sollten) grundsätzlich nicht mehrfach verwendet werden, da es sich in der Regel um Einmalprodukte handelt.“ Wissenschaftler in Münster haben jetzt allerdings Methoden entwickelt, mit deren Hilfe man FFP2-Masken für den Privatgebrauch so aufbereiten kann, dass eine wiederholte Nutzung möglich wird.

Sieben Tage Trocknen bei Raumluft

Den Forschern zufolge sollte man eine FFP2-Maske idealerweise nur einen Tag lang nutzen und anschließend eine Woche ruhen lassen: Erst dann sei die Viruslast soweit gesunken, dass ein erneutes Tragen der Maske sinnvoll möglich ist. „Man benötigt also insgesamt sieben FFP2-Masken, um einen täglichen Maskenwechsel vornehmen zu können und einen geschlossenen Maskenkreislauf möglich zu machen“, sagt Krankenhausexperte Christopher Niehues von der FH Münster. Sein Tipp: Eine Wäscheleine spannen und die Masken mit Klammern und genügend Abstand zueinander aufhängen. Zu wählen ist dabei ein freien Platz, der für sieben nebeneinander hängende Masken ausreicht (z. B. Flur, Wohnzimmer, Büro – nicht Küche oder Bad wegen der Luftfeuchtigkeit). Kennzeichne man die Masken nach Person und Wochentag, dann helfe dies im Blick zu haben, welche Maske von wem als Nächstes getragen werden darf.

Der Aufbewahrungsort der zu trocknenden Masken sollte dabei unzugänglich für Kinder sein: Die Inaktivierung der Viren brauche einige Zeit und die Masken können in dieser Zeit infektiös sein, betonen die Wissenschaftler. Vom Trocknen der FFP2-Masken auf der Heizung wird dringend abgeraten, bei 30 bis 40 Grad Celsius herrschten für viele Bakterien und Pilze in feuchten Masken optimale Wachstumsbedingungen. Zu wiederholen sei der beschriebene „Trockenzyklus“ allerdings nur fünf Mal. Wurde eine Maske zum fünften Mal getragen, sei sie danach im Hausmüll zu entsorgen.

FFP2-Maske bei 80 Grad in den Backofen

Wer die Regenerationszeit von einer Woche deutlich verkürzen und die Viruslast von SARS-CoV-2 auf der Maske trotzdem eliminieren will, der könne aber auch auf die Backofen-Methode zurückgreifen. Wie die Wissenschaftler herausfanden, sind SARS-CoV-2-Viren bei 80 Grad Celsius nach 60 Minuten vollständig inaktiviert und andere Erreger der eigenen Nasen-, Rachen- und Hautflora deutlich reduziert. Das empfohlene Vorgehen der Forscher aus Münster: Den Backofen auf 80 Grad Celsius bei Ober- und Unterhitze einstellen und das Rost samt Maske(n) nach der Vorheizzeit in den Ofen schieben – mit ausreichend Abstand zum Ober- und Unterboden. Dann die FFP2-Maske 60 Minuten im geschlossen Ofen trocknen und anschließend auf dem Rost außerhalb des Backofens abkühlen lassen. Auch mit der Backofen-Methode sollte eine FFP2-Maske jedoch nur fünf Mal aufbereitet und danach im Hausmüll entsorgt werden.

Masken mit Atemventil dürfen nicht in den Ofen

Die weiteren Hinweise der Wissenschaftler: Das Backofen-Verfahren ist ungeeignet für formstabile FFP2-Masken (Körbchenmodell) sowie Masken mit Atemventil. Zudem sollte man die FFP2-Maske vor der Ofentrocknung bis mindestens zum nächsten Tag an der Luft trocknen lassen. Außerdem gilt die Empfehlung, mit Hilfe eines Bratenthermometers die richtige Einstellung für 80 Grad Celsius zu ermitteln. Der Grund: Die Bandbreite der Temperatur bei Backöfen sei mitunter groß und die Einhaltung der 80 Grad Celsius enorm wichtig. Liege die Temperatur nämlich darunter könne SARS-CoV-2 infektiös bleiben, bei einer höheren Temperatur werde die Filterleistung der Maske beeinträchtigt.